14. September 2014

Rund

Morgens schneuzt das schnoddernde Heulkind hollywooddramareif seine Nase in meine Strickjacke und abends kötzelt das Baby in hohem Bogen eine Milchmahlzeit auf sich und meinen Schlafanzug.

Schön, wenn der Tag so eine runde Sache ist.

12. September 2014

12 von 12 September 2014

Also das war jetzt so, dass sich folgendes ereignete: ich vergaß, dass der 12. ist. Naja, "vergessen" ist jetzt ein bisschen zuviel gesagt, es war viel mehr so, dass mein Handy ein Softwareupdate mit nachfolgender Installationszeit verdaute und ich den Tag somit ohne Blick auf den Kalender startete. Gut, jeder Tag beginnt hier etwas hektisch, da ich zu spät aufstehe und wir uns dann wirklich sputen müssen, um rechtzeitig im Kinderhaus zu sein. Und - fününü - ich bin die einzige, die hier die Uhr im Blick hat. Wulfhild und Herr Gandalf trödeln nur rum.

Langer Rede, gar kein Sinn: es fehlt ein Selfie mit Fününü-Gesicht ob des Weckerklingelns viel früher als sonst, da freitags jetzt Turntag und somit frühere Anwesenheit im Kinderhaus erforderlich ist. Ferner ein Selfie mit Yeah-Gesicht ob des pünktlichen Erreichens des Kinderhauses, dicht gefolgt von einem Selfie mti Fününü-Gesicht, weil Turnen doch erst nach den Herbstferien anfängt. Immerhin sind wir so die ersten, die den Turnbeute am Haken hängen haben. Tschakkah.

So ging es weiter:
Herr Gandalf wollten dann eigentlich mit der Kinderbürovorsteherin frühstücken gehen, doch der Kinderarzt machte uns einen Strich durch das Frühstücksbrötchen. Denn obwohl wir die letzten Male gegen Mittag zum Abhören des gandalfschen Seehundgebells kommen sollten, wurden wir heute für halb zehn bestellt. Das ist Frühstückszeit für Latte-Macchiato-Muttis, was denkt der sich?


Da wir aber nun mal eh schon unterwegs waren und es sich nicht gelohnt hätte, nochmal nach Hause zu fahren, gingen wir shoppen. Frauen machen das so. Herr Gandalfe auch. Es gab ein Buch. Krimi. Und dreihundert andere Drogerieartikel. Circa.


Beim Kinderarzt zu warten hat immerhin den Vorteil, dass man sich mal zeitschriftstechnisch bilden könnte. So das Kind denn schlafen würde. Stattdessen spielten wir Seiten zerknüllen. Wir sind Profis.


Ein kurzes Telefonat nach dem Abhören wandelte das Frühstück in einen vormittäglichen Kaffee ab und wir fuhren gen Burtscheid. Der Busfahrer ist mein neuer bester Freund. Da die halbe Welt mit just unserem Bus fuhr, schaffte ich es erst nach zwei Haltestellen bis zu ihm nach vorne, eine Fahrkarte kaufen. Und gab wahrheitsgemäß an, dass ich schon am Alten Posthof zugestiegen wäre. Er guckte mich an, entschied sich dagegen und meinte: "Wir tun mal so, als wären sie erst hier zugestiegen, dann kostet es nämlich nur 1,50 €." Blieb mehr Geld für Kaffee. Guter Mann.


Nach dem Kaffee ist vor dem DM. Irgendwas braucht man ja immer. Selbst, wenn man vorher schon mal da war.


Der Heimweg bei traumhaftem Sonnenschein führte uns an diesem immer wieder herrlichen Anblick vorbei. Ich hab ein Herz für Kirchen vor blauem Himmel mit Grün drumrum. Ich bin leicht zufriedenzustellen.


Herr Gandalf schlummerte derweil tiefenentspannt im Kinderwagen. Und nein, Daumenlutschen ist nicht genetisch bedingt, wie man an ihm und Wulfhild erkennen kann.


 Zuhause gab es Melonenschnaps. Oder so.


Und nach einer kurzen Stillpause ging es wieder gen Kinderhaus, Wulfhild abholen. Schlau wie ich bin, kommt Herr Gandalf dann in den ErgoCarrier. Dann setzt sich Wulfhild nämlich müde in den Kinderwagen und schläft versehentlich ein. Für 2 Stunden ungefähr. Denn weil sie ja nicht müde ist, muss sie im Kinderhaus nicht schlafen. Jaja.


Wenn dann aber beide Kinder schlafen, bin ich dem Konsumdruck hilflos ausgeliefert. Ganz schlimm.
 


Nicht so schlimmer allerdings, wie das Knetspektakel zuhause. Ich bekam Kirschkuchen gebacken, vorne im Bild. Wulfhild bestand auch darauf, dass ich probiere. Schmeckte großartig. Ganz doll großartig.


Und gleich ist Feierabend. In 54 Minuten. Sofern dann die vier Wäschekörbe voller Wäsche weggefaltet sind. Ich bin dann mal vor der Glotze, Wäsche falten.


Alles in allem: ein guter Tag. Vor allem, weil ich nicht geheult oder die Kinder angeschrien habe und auch Wulfhild nicht geheult hat. Davon bitte wieder mehr.

Neugierig auf mehr Tage mit 12 Bildern? Caro sammelt. Danke dafür!

11. September 2014

Raumfüllend

Aus Gründen - also hauptsächlich weil er zu aufgedreht zum Schlafen ist - liegt Herr Gandalf gerade neben mir im Beistellbett und lernt neue Zaubersprüche ein. Was Zauberer halt so machen, wenn sie nicht einschlafen können.

Hier übernachtet hat er in den letzten drei Monaten nur zweimal und auch die Mittagsschläfchen kann ich an zwei Händen abzählen. Unsere Kinder sind ja mehr so die Eigenbrötler, was Schlaf angeht, und finden es schwer störend, mit jemand anderem im Zimmer zu schlafen. Geschwister ausgenommen, GottseiDank.

Und jetzt, wo seine Geräuschkulisse gerade der eines Düsenjets ähnelt und ich fürchte, dass Wulfhild prompt aufwachen würde, wenn dieser Düsenjet im Kinderzimmer landet, stelle ich fest, dass er so gut wie oben und unten anstößt. Noch zwei, drei Wochen und ich kann ihn so einklemmen, dass präsenile Bettflucht keine Gefahr darstellen würde.

10. September 2014

Uncool

Kennen Sie diese uncoolen Mütter, die erstmal im Internet eine Faltanleitung suchen müssen, bevor sie mit dem Nachwuchs Papierschiffchen falten können?

Hm.

8. September 2014

Mal auf dem Teppich bleiben

Jetzt ist es ja so, dass Joe Cocker Darth Vader Herr Gandalf Seelöwe brav mehrere Tage zweimal zehn Tropen zu sich nehmen sollte und wir diesem Ziel auch zumindest so nah gekommen sind, dass sich der Husten löste. Heute war mir so nach einem Kontrollbesuch und nach einem kurzen Anruf durften wir auch vorbeikommen zum Abhören.

Da ich um eine Alternative zur Tropferei bitte, führt mir der Onkel Dr. Kinderarzt einen Inhalator vor. Fünf Monate alte Kinder sind ja noch nicht so koordiniert im Umgang mit einem Spraypümpchen, so dass man da mit Nase-Mund-Aufsätzen anscheinend gute Erfolge gemacht hat. Hm. Joe Cocker Darth Vader Herr Gandalf Seelöwe guckt auch etwas irritiert, als Onkel Dr. Kinderarzt ihm nach der Erläuterung der Funktionsweise des Inhalators die Maske auf Mund und Nase setzt und die Spraypumpe betätigt. Gute Miene zum Spiel machend atmet er aber probeweise mal ein und aus. Sein Gesichtsausdruck sagt dann mehr als deutlich: schmeckt nicht. So gar nicht. Also nimmt Onkel Dr. Kinderarzt das Ende der Vorführung vorweg und den Inhalator vom Kind und hört noch mal ab.

Und dann kommt einer der Sätze, die ihn mir so sympathisch machen:
Na, wenn man wollte, könnte man sich jetzt einbilden, dass es schon geholfen hat.

Den Inhalator hab ich dann mal dankend abgelehnt. Schnupfen und Husten werden auch so vorbei gehen. Vielleicht nicht morgen, aber übermorgen bestimmt. Und das verbuchen wir dann als Sieg und fühlen uns abgehärtet und stahlhart. So.