20. August 2014

Übergangsambition

Der Badewannenkampfsport wurde ja neulich in den Vorruhestand geschickt, weil die Badewanne geschlossen wurde und die neue Badewanne ganz unglaublich furchtbar war.

Jetzt wurden die sportlichen Ambitionen allerdings wieder in den aktiven Dienst zurückbeordert und ein Übergangsheim für sie gebucht.

Es hat nur Vorteile:

Die heißen Duschen haben ordentlich Druck, was im Castle Grayskull aus Gründen leider anders ist. Da ist eher lieblicher Sommerniesel statt Gewitterguss. Manchmal ist mir aber nach heißem Gewitterguss.

Im Badeanzug fällt man ja gerne durch etwas anderes positiv auf, als durch die klatschnasse Frisur, das verschmierte Makeup oder den Babynachbauch. Also wird wieder pedikürt was das Zeug hält.

Auf dem Weg vom Auto zur Halle kommt man an zwei Ingress-Portalen vorbei. Ist das GPS noch nicht sicher, wo man ist, auch an drei.

Die Schüssel Chips ist wenigstens an einem Abend der Woche legitimiert.

Und und und. Eine vollständige Aufzählung würde nun wirklich zu weit führen. Und ich muss ja jetzt auch Chips essen.

19. August 2014

In Mittelerde kenne ich mich aus

Wie mir gerade gesagt wurde, werde ich mich bald im Taunus befinden. Huch. Bisher dachte ich nämlich, dass ich grob südlich und bisschen östlich von Koblenz residieren würde. Geographie: sechs. Setzen.

Viel dramatischer ist aber, dass diese Wochenend-Treffen der Großfamilie immer in Weingegenden stattfinden und ich dann ebenso immer schwanger bin oder stille. Das muss sich ändern. Dringend.

15. August 2014

Ich kann das. Fast.

Also ich sag mal so: es wird besser. Nach nur zwei Wochen Kindergarteneingewöhnung muss ich nicht mehr den ganzen Tag dableiben. In maximal 50 Zentimeter Entfernung von Wulfhild.

Im Gegenzug gibt es zwar Gebrüll, um sich treten und Weinen zum Abschied, aber ein bisschen Schwund ist ja immer. Und mittags ist sie beleidigt, wenn ich sie abholen will, denn am liebsten würde sie noch bleiben. Mit Mama.

Es ist schwer, aber es wird. Ich zumindest habe heute schon nicht mehr geweint beim Abschied. Tadaa.

13. August 2014

12 von 12 August 2014

Nachdem ich im Juli scheinbar keinen 12. Kalendertag hatte, bin ich froh berichten zu können, dass sich auf unserem Augustkalenderblatt ein solcher befunden hat. Nämlich gestern.

Er begann sehr unschön. Beide Kinder schliefen schlecht, was sich dann in meinem Schlaf potenziert, ich schlief so gut wie gar nicht. Schlafen - Schnuller arretieren - weinendes Kind trösten - durchs Weinen erwachtes anderes Kind trösten - drohenden Hungertod abwenden durch Stillen - brüllendes Kind trösten - wickeln mal zwei - schlafen - weinendes Kind trösten - drohenden Hungertod abwenden durch Stillen - Weckerklingeln. Gut, dass heute der 13. ist und ich berichten kann: war nur eine Phase. In der letzten Nacht wie gewohnt nur ein beinahe Hungertod und sonst nichts. So mag ich das lieber.

Nichtsdestotrotz musste eine Butterbrotdose befüllt werden, da wir ja seit letztem Montag zu den Kindergartenfamilien gehören. Wulfhild isst allerdings kaum je ein Butterbrot im Kinderhaus, so dass ich Obst und Gemüse kleinschnibbel. Weintrauben sind seit jeher beliebt und können durch das Kindelein gar selbst vom Zweig in die Dose geknibbelt werden. Drei dankbar stille Minuten für mich und mein Frühstücksbrot.


Während wir frühstückten, erblickten Herr Gandalfs Augen das Licht des neuen Tages und siehe da: rosa steht ihm ganz hervorragend. Kleine Brüder großer Schwestern haben es farbtechnisch ja etwas schwerer. Er trägts mit Fassund.


Ein bisschen stillen, waschen und wickeln später befinden wir uns an der Bushaltestelle, denn zum Kinderhaus fahren wir gerne mit dem Omnibus. Ich bin schließlich nur ein bisschen ein Logistik-Unternehmen und lasse mich gerne auch befördern.


Dann fand ich mich in der Kindergarteneingewöhnungshölle wieder, denn ich durfte maximal einen Meter vom Kind entfernt sein. Ein Meter und ein Zentimeter? Gebrüll und Geweine. Ich hätte heulen können. Und tat es auche in wenig. Heimlich. Als ich nach einem kompletten Vormittag in der Betreuung endlich wieder zuhause und Wulfhild schlafend im Bett war.


Da durfte ich mir dann auch etwas zu essen machen. Ein Müsli geht immer: schnell, lecker, frisch und gesund. Wird hier von allen gerne gegessen.


Nach dem Höllenvormittag hatte ich mir auf dem Nachhauseweg einen Besuch im Stoffladen gegönnt, da ich weißes Nähgarn brauchte. So im Nachhinein betrachtet, war die Einkaufsliste sehr flexibel. Aber was soll ich sagen? Die Kinder wachsen und die Tage werden kürzer und die Ärmel somit länger. Da will man sich doch wappnen.


Zwei Stunden später fuhren wir zur Kinderbürovorsteherin, wo ich mich ein bisschen ausheulte und Wulfhild dicht an meiner Seite blieb. Gut, dass vor mir ein äußerst großer Kaffee stand. Die Kinderbürovorsteherin weiß schließlich, was mir gut tut. Ein paar Quatschstunden später fühlte ich mich besser und war auch von Herrn Gandalf noch nicht von oben bis unten mit Milch vollgekotzt worden. Man lernt, die kleinen Dinge zu schätzen.


Geschenke gab es bei der Kinderbüronachwuchschefin, 5 Jahre alt: ein Haus neben einem Apfelbaum, der so viele Äpfel trägt, dass die schon runterfallen. Noch Fragen?


Zum Abendessen gab es die Reste der Biokiste, da ja heute Nachschub kam. Es waren noch Champignons, Zucchini und Lauchzwiebeln da. Zusammen mit Grillkäse und Reis ein Leckerschmecker.


Vor den Abwasch hatte das Schicksal das Ausräumen der Spülmaschine gestellt. Doofes Schicksal.


Und dann endlich ich, für 45 Minuten: meine Brother und Krombacher Weizen alkoholfrei, welches - einer unabhängigen Studie durch mich selbst zufolge - das leckerste alkoholfreie Weizenbier ist. Außer, man bekommt Tucher alkoholfrei. Dann sagt die Studie was anderes.


Kurz bevor mir die Augen zufielen, war dann wenigstens eine Hose für Herrn Gandalf fertig, der in den letzten Wochen unglaublich gewachsen ist. Aus dem dicken kurzen Baby ist ein molliges langes Baby geworden. Eine Tino von Jane, mit Krempelbündchen zum Mitwachsen. Heute wandertes sie, mit Milchkotze verziert, direkt wieder in die Wäsche. Eine Freude es ist.


Fazit: es kann nur besser werden. Die Nacht war ja schon besser, der Tag auch, denn ich durfte begleitet von viel Geschrei, Geweine und Gebrüll doch auch mal Wulfhild zurück- und das Kinderhaus verlassen. Das wird noch ein schwerer Kampf, für uns beide. Ich hoffe aber, dass der nächste 12. besser wird. Daumendrücken!

Mehr 12te: hier.

12. August 2014

Einmal Apfelkuchen ohne Gräten

Ein bisschen sehr müde stehe ich morgens zähneputzend im Bad, als das Getrappel kleiner Wulfhildfüßchen das Parkett erbeben lässt.

"Mama, ich hab Dir einen Kuchen gebacken!"

"Oh, wie lecker, sogar ein Kirschkuchen! Der schmeckt ja immer gut!" (Man weiß schließlich, welche Antwort den Spielfluß in Gang und die Laune glänzend hält.)

"Ich hab sogar ein Loch reingemacht!"

"?!???" (Das irritiert mich jetzt doch. Ich ziehe vorsichtshalber doch mal meine Brille an. ) "Du hast was gemacht?" (Ah, der Kuchen ist eine Serviette und hat mittig ein Loch. Was auch sonst.)

"Ja, für den Knochen!"

An dieser Stelle beschließe ich, dass es zu früh für Kuchen ist und klinke mich mental aus dem Gespräch aus. Einige aha hier und ach so da reichen schließlich für Telefonate mit LaMama auch aus.