Nähen sie dann die runde Seite des Taschenseitenteils an den geraden Taschenboden und bügeln sie die Nahtzugabe nach oben. Steppen sie diese knappkantig ab.
Die einzelnen Worte sind mir geläufig, sogar absteppen. Ich kann auch professionell das runde Ende des Taschenseitenteils vom graden Ende unterscheiden und finde in dem Haufen Zuschnitte den Taschenboden auf Anhieb.
Aber schon alleine das Heften stellt erstmal eine größere Hürde dar, unterstützt von der Folge Dr. House, der ich eigentlich auch gerade konzentriert folge. GottseiDank stelle ich schnell fest, dass diese Ablenkung das Heften wesentlich einfacher macht, denn mit ein bisschen weniger Wollen und ein bisschen mehr Huddeln liegt dann alles eigentlich genau so in meinem Schoß, wie ich mir das vorgestellt habe. Und siehe da, man kann das sogar nähen. Irgendwie.
Trotzdem wünsche ich mir einen NoD. Eine Nählehrer on Demand, der nicht nur äußerst gutaussehend und durchtrainiert ist, sondern auch bei Bedarf aus seiner Wunderlampe evaporiert, um mir zu erklären was ich machen soll. Denn manchmal stellen mich auch äußerst detaillierte, mit Fotos von allen Schritten versehene Nähtutorials vor ein Rätsel.
Aber wie immer: selbst ist die Frau. Das wird schon.
Und da ich pro Tag ja sowieso schon nur ca. eine Naht schaffe, bevor abwechselnd das Bett oder Wulfhild meine ungeteilte Aufmerksamkeit verlangen, kann ich mich auch nicht in Rage aufregen. Gekonnt.

