31. Oktober 2014

Go, Mama go!

Ich sitze alleine mit dem iPad auf dem Klo und lese. Eltern kleiner Kinder werden nun vielleicht sehnsüchtig seufzen, denn das kommt ja nun nicht wirklich alle Tage vor. Das mit dem alleine im Badezimmer sein und das Geschäft verrichten. Lesen schon.

Länger als das Lesen dieser Zeilen währt der Zustand dann auch nicht. Wulfhild walzt herein. Und wer die Dimensionen unseres Badezimmers kennt, der weiß, dass ich nur durch blitzschnelle Reflexe die Kollision meiner Knie mit der Tür verhindern konnte.

"Hallo Mama!" Entschlossen marschiert sie um mich herum und nimmt ihren Klapphocker, der zum Erreichen des Waschbeckens dient. Sie baut ihn vor mir auf, auf eine unnachahmlich geschäftige, den ganzen Körper und Geist involvierende Art, die Zweijährigen eigen ist. Sie klettert hinauf, streckt sich auf ihre vollen 92 cm und proklamiert:

"Mama, ich feuer Dich jetzt an."

28. Oktober 2014

Wenn noch ein Hüngerchen bleibt

Das Schöne an Weihnachten ist ja, dass man sich schon Monate vorher durch vielerlei mögliche Menükomponenten testen muss. Heute: Ricotta-Mascarpone-Creme mit Zimtapfelkompott und Butterkeks geschichtet. Die Varianten mit Chocolate-Chip-Cookies zu Mandarinchen, Ananas oder Kirschen waten aber auch nicht schlecht. Entscheidungen, die nicht leicht zu treffen sind.

26. Oktober 2014

Zerstören und Erschaffen

Nachdem ich neulich ein Haus gekauft habe, welches sich mit erstaunlich viel Grün umgibt, wovon ein nicht unbeträchtlicher Teil auf den Rufnamen Scheißefeu hört, von dem wiederum just heute beachtliche 5 % leidvoll erfuhren, dass ich auch auf den Namen Cati Efeutod höre, ja danach schnitt ich noch ein Kleid zu, so dass ich guter Hoffnung bin, bei einem möglichen Weihnachtskleid-Sew-a-long 2015 zum Finale der Herzen am 31.12.2015 fertig zu sein und eben dieses Kleid zu tragen. Dazwischen muss noch sehr viel Efeu weichen. Der Rhabarber hingegen soll bitte wieder austreiben und bei den Rosen hoffe ich, dass denen wirklich egal ist wann und wie man sie schneidet. Nach den ersten drei Büschen verließen mich nämlich sowohl der Elan als auch die Disziplin, mich an die Tipp derer zu halten, die sich damit auskennen. Spätestens im Sommer 2016 wird mein neues Kleid ja alle Blicke auf sich ziehen, wer guckt dann schon nach den Rosen.

22. Oktober 2014

MMM am 22. Oktober 2014

Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das Kleid, das ich heute trug, mag. Eigentlich fand ich die Idee, das letzte Kleid in großen Vichy-Karos zu nähen, sehr charmant. Auch, weil es Hemdblusenkleid stilltauglich ist. Mehr oder weniger. Und der bollerige Blusenschnitt ja Platz für die Milchbar lässt. Aber dann dauerte und dauerte und dauerte es. Zugeschnitten habe ich mit dickem Bauch, irgendwann von Januar bis April. Ja, von bis, denn Zuschneiden mit dickem Bauch dauert länger als ohne. Genäht hab ich dann von Mai bis August. Und zwischendurch hatte ich vergessen, dass die Karos gar nicht genau die Nahtzugabe breit sind und deswegen ist das Kleid in der Taille... nun ja... schmal. Es geht aber zu, immerhin.


Wenigstens hat der Kragen des Butterick 5846 wieder hingehauen. Das ist ja immer aufregend, ob so ein Teil am Ende nach Kragen aussieht oder wie eine verschlungene Stoffwurst. Hier ganz klar: Schulterklopfen. Ich würde so einen Kragen aber dann doch auch mal gerne in richtig lernen, denn ich bin mir nicht sicher, warum ich hier und da einschneiden, dort umbügeln und da absteppen soll. Im nächsten Leben vielleicht.


Aber die Schulter irritiert mich hier. Beim letzten Kleid fand ich die puffigen Ärmel nett, hier stört mich das. Da nun die Strickjackenzeit anfängt, ist das aber nicht ganz so dramatisch. Und nur so der Vollständigkeit halber: wenn ich die Rundung abflache beim Zuschneiden, dann wird es weniger puffig, richtig?


Wieder gefällt mir der Rock sehr, der schwingt und hat Weite ohne überdramatisch zu wirken. Wird vom Wind aber auch hochgeweht, wie ich heute feststellen durfte, als ich ganz kurz Frische hinten verspürte. Bis März also nur noch farblich passend zur Leggings oder Strumpfhose und nicht in rosa geblümt. Beim nächsten Kleid, das es sicher geben wird, werde ich hoffentlich daran denken, die Rockteile zu verlängern. Die sind mir nämlich zu kurz. Mit Stiefeln geht es, aber ohne sieht es für mich komisch aus.


Taschen. Kleider mit Taschen sind ein Traum, vor allem, wenn man internetsüchtig ist und das Handy immer dabei haben möchte. Für den Fall, dass sich bei Instagram was tut oder man beim Kaffee holen anstehen muss.


Nochmal: der Kragen. So hübsch.


Und hier der Stoff: ein grober, luftiger, leichter Baumwollstoff mit großen Karos. Wenn ich nochmal so einen vernähe, dann überlege ich allerdings vorher, welche Teile mit Aufbügeleinlage verstärkt werden, denn die könnte ich dann ja auch im schrägen Fadenlauf schneiden, ohne dass alles ausleiert, oder? Denn so wie das Kleid jetzt ist, ist es mir zu gerade. Oder wäre es mit z. B. schräger hinterer Passe zu sehr Cowgirl? Ach, an was man alles denken muss!


Als nächstes nähe ich ein Kleid aus dem heutigen MMM-Sortiment, präsentiert von Julia. Ich muss mich nur noch entscheiden... Am liebsten ja Julias Jacke, aber man muss wissen, wo die eigenen Grenzen liegen.

21. Oktober 2014

Alles ist vergänglich

Als ich gestern die Fotos vom Geburtstag der Kulturoma von der Kamera auf den Rechner kopierte, ging dieser plötzlich aus und nahm die Hälfte der Bilder mit sich ins Nirvana. Heute morgen brannte beim Einschalten der Wohnzimmerlampe die Glühbirne derselben durch. Eben knallte es kurz, als ich im Schlafzimmer das Licht einschaltete und jetzt gibt es Sex nur noch im Dunkeln.

Ich bin gespannt, welche Dinge morgen auf der Strecke bleiben und werde mich vom Auto und der Kaffeemaschine fernhalten. Sehr fern.