29. August 2006

Besser spät als nie

Ich tue mich ein wenig schwer mit der Deutschen Bahn. Und das nicht erst seit ich weiß, dass ich dort demnächst meinen Urlaub mit unbewaffneter Sicherheitspatrioulliererei verbringen soll.

Auf eine geheimnisvolle Art und Weise weiß die Bahn anscheinend, wann ich vorhabe mit dem Zug irgendwohin zu fahren. Dieses von mir allenfalls gedacht formulierte Vorhaben setzt irgendwie einen komplexen und schwer zu beschreibenden Vorgang in Gang. Sobald ich den Bahnsteig betrete ist schon alles vorbereitet: Verspätung.

Mein Bahnhof ist immer Endstation. Oder, um positiver zu scheinen, Anfangsbahnhof. Da sollte man meinen, dass Züge die hier losfahren, es doch schaffen sollten, dies auch zur geplanten Uhrzeit zu tun. Nein, dem ist nicht so. Vielmehr freut es die Bahn anscheinend, mich ein wenig stehen oder sitzen zu lassen. Kommt darauf an, ob ich in den schon anwesenden Zug einsteige, oder nicht. So stehen wir also erstmal eine Weile herum. Der Zug und ich. Ich bin da ja immer schon froh, immerhin ist der Zug überhaupt anwesend. Sind wir dann endlich losgefahren, können wir gerne auch noch einmal mitten auf der Strecke ein wenig stehen bleiben. Weil wir das so nett finden. Besonders gerne tun wir das kurz vor Tunneleinfahrten, wo man so schön gegen Wände gucken kann.

Aber auch die Fahrt zurück in die Heimat steckt immer voller Überraschungen. Da kommt der Zug dann gerne so spät, dass man den Anschluss im Bahnhof dazwischen verpasst, bzw. so spät, dass der spätere Zug früher fährt. Das verstehe wer will.

Tickets kaufen ist auch immer so eine Sache. Es ist ja schön und gut, dass man an vielen Automaten solche erwerben kann. Wenn ich aber lediglich in Münzen oder kleinen Scheinen bezahlen kann, dann kann eine Fahrkarte schon mal in weite Ferne rücken, wenn kein Geschäft im Bahnhof mehr wechseln kann.

Ist das gar ein Komplott der Autoindustrie, die mich davon überzeugen will, dass ich doch wieder ein Auto besitzen sollte?

Als krönender Abschluss dann diese Begegnung mit einem Schaffner:
"Guten Tag Herr Schaffner, wieso sind wir denn schon wieder zu spät? Kann man denn nicht anstreben, wenigstens am ersten Bahnhof pünktlich abzufahren? Es wäre außerdem gut, die Toiletten so regelmäßig zu einigen, dass sie nicht den ganzen Zug vermiefen! Und die Lautsprecher sollten doch zumindest so funktionieren, dass man tatsächlich die Durchsagen verstehen kann!"

Darauf der Schaffner: "Ja, da müssen sie sich nur mal beschweren..." und was auch immer er sonst zu sagen hatte, verhallte im Nachbarabteil, in das er geflüchtet war. Ach so. Na ich hatte zwar gedacht, dass ich das schon getan habe, aber dann beschwer ich mich halt mal.

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