28. September 2006

Weil das halt so ist, warum denn sonst?!

Vor kurzem hab ich in einer alten Zeitschrift ein Interview mit dem ehemaligen Leiter des Internats Salem gelesen, in dem er seine Meinung zur Erziehung kund tat. Einige gute Aspekte hat er schon angesprochen. Unter anderem ging es um den beweinenswerten Verlust der Amtsautorität. Kinder lernen heute zum Beispiel nicht mehr unbedingt, dass man einen Lehrer respektieren muss, eben weil er ein Lehrer ist. Bei Polizisten ist das bisher zum Glück noch kein Problem.

Als ich mich neulich mit der Mutter von Felix und Felix unterhielt, da wurde mir bewusst, dass man Müttern auch eine Amtsautorität zugesteht. Sie erzählte, wie Verwandte zu Besuch kommen, um sie zu unterstützen. Doch leider sind viele dieser Besucher keine Stütze, denn aus Angst etwas falsch zu machen, fragen sie bei jedem Handschlag nach, ob sie alles richtig machen. Wodurch die junge Mutter dann doch im Grunde alles selber macht und die Entlastung fast schon in Belastung ausartet, man muss sich ja um noch einen Menschen kümmern.

Woran liegt das? Warum denkt man automatisch, dass sie als Mutter genau weiß, was wie zu tun ist? Sie macht den Job doch auch erst seit 4 Wochen. Es ist ja nicht so, dass sie jetzt bereits im 5. Jahr die siebten Zwillinge großzieht.

Ähnlich verhält sich das auch in der Uni, finde ich. Gut, im Normalfall ist es schon so, dass der Dozent ein Seminarthema anbietet, von dem er selber Ahnung hat. Aber ein Dozent ist ja nicht automatisch ein wandelndes Lexikon. Man weiß auch nicht alle Vokabeln, bloß weil man mal Anglistik studiert hat und nun in dieser Sparte unterrichtet. Aber es wird stumm von einem erwartet. Und wenn man gut ist, dann nutzt man das natürlich voll aus!

Manchmal ist es halt doch besser, still zu sein, zu lächeln und einfach so zu tun, als ob!

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