10. Oktober 2006

Nikolaetta Walujew

Der geek hat es diese Woche vorgezogen nahe Berlin zu logieren anstatt hier in Aachen zu helfen, meinen inneren Schweinehund zu besiegen und mich zum Laufen zu zerren. So musste ich das ganz alleine tun.

Wenn ich mir vorgenommen habe, abends laufen zu gehen, bin ich den ganzen Tag in einem kleinen Teil meiner Selbst schlecht gelaunt. Versteht das nicht falsch, ich bewege mich gerne, ich mag frische Luft und ich gehe unheimlich gerne laufen. Aber ich hasse den Kampf gegen den inneren Schweinehund. Wahrscheinlich weil ich den so oft verliere. Aber an den wenigen Terminen an denen ich siege, da fühle ich mich dann richtig gut.

Gestern also: morgens vorgenommen direkt nach dem tätlichen Angriff durch laDoc erst Beruhigungsshoppen zu erledigen und dann ab in den Wald zu hüppen. Das hat sogar funktioniert (daher der Post-Titel, der wahre Walujew hätte keine Chance gegen mich, wenn ich schon meinen RIESIGEN inneren Schweinehund k.o. hauen konnte, dann ist der für mich ein Klacks) und so machte ich mich auf den Weg. Da der Motivator diesmal aber ja nicht dabei war, dachte ich mir dass ich mich auch prima selbst überlisten könnte. Ich bin nämlich auch richtig gut im Pausen machen. Stretching ist ja soooo wichtig! Gewitzt wurde der mechanisch-elektronische Motivator aktiviert: ich hab den Alarm bei meiner Pulsuhr auf sehr laut gestellt und rannte los. Das hat auch gut funktioniert, zumindest als ich endlich den Unterschied hören konnte zwischen zu hohem und zu niedrigem Puls und mir eine Strategie zurechtgelegt habe: Stretchen zum Runterdrehen, Sprinten zum Raufdrehen. Ich glaube viele Mitläufer fanden mich eher seltsam.

Der sicherste Ort im Dunkeln für Frauen in Aachen ist übrigens nicht etwa der hiesige Esprit-Flagshipsstore, sondern der Hangeweiher. Es war schon fast unheimlich, da liefen mehr Menschen herum als Sonntags Spaziergänger unterwegs sind! Und selbst wenn man überfallen worden sollte, dann kann man einfach dem nächstbesten Nordic Walker die Stöcke klauen und dem üblen Missetäter ordentlich eins auf die Nuss geben!

Man konnte mit ein wenig Übung auch die verschiedenen Gruppen auseinanderhalten:

- stylishe um die 30-jährige (männliche wie weibliche Exemplare, wollen jeweils beeindrucken)

- stylishe egal wie alte Männer, die durch die Lauf-leggins aber alles wieder kaputt machen

- stylishe egal wie alte Frauen, die zwar die Oberbekleidung haben wie richtige Läufer, aber das Fehlen des Sport-BHs läßt durchblicken, dass das alles nur Fassade ist

- Nordic Walker, um die 50 Jahre alt, inklusive reinstem Öcher-Slang für den Büro-Klatsch und -Tratsch

- völlig unstylish aber dafür praktisch gekleidete Läufer, die es um des Laufens Willen hinausgetrieben hat

- 2-Stunden-Dauersprinter

- völlig unzurechenbare Wildcards

Da ich beim Laufen immer meine wundervolle Porschekappe anhabe, weiß ich noch nicht genau in welche Kategorie ich gehöre. Das lasse ich dann beim nächsten gemeinsamen Lauftermin den geek entscheiden. Obwohl der ja auch nicht objektiv ist.

Kommentare:

  1. Nun kein Mitleid, sondern Mitgefühl: Ich kenne Ihn auch, den inneren Schweinehund, und deshalb weiß ich, wie Du Dich fühlst (ui, klingt ganz schön schwülstig!).

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  2. na, machste einen auf Frauenversteher, was !?

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