23. Oktober 2006

Yksi, kaksi, kolme

Wuusi war zu Besuch.

Wuusi und ich kennen uns nun schon seit über 11 Jahren und seit genau dieser Zeit sind wir auch bestens befreundet. Wir sehen uns alle ein bis zwei Jahre mal für ein Wochenende und früher hatten wir auch hervorragende schriftliche Unterhaltungen, aber das ist ein wenig eingeschlafen, bzw. schwer temporär geworden. Aber das tut unserer Freundschaft zum Glück keinen Abbruch.

Es war genau wie immer. Sie steigt aus dem Zug, ist plötzlich da und es ist so als hätten wir uns erst gestern verabschiedet. Nur wenige Menschen sind mir so vertraut wie sie. Schon komisch. Ich stellte natürlich auch wieder fest, dass wir (wie so oft) fast genau den gleichen Mantel anhatten, das gleiche kitschige Perlenhaarband besitzen und auch immer noch das große "E" in den Druckbuchstaben gleich schreiben: wie ein großes kleines "e". Und ohne es zu wissen hat sie wieder genau das richtige Geschenk mitgebracht, nämlich eins das ich mir gewünscht habe. Ich hatte ihr nichts davon erzählt, sie weiss es einfach immer. Es ist übrigens pink, was sonst!
Solche Ählichkeiten fallen mir immer wieder auf und verängstigen mich auch ein wenig. Aber dann wiederum ist es auch sehr schön zu wissen, dass manche Menschen einfach immer da bleiben werden. Egal was passiert.

Das Wochenende war dann sehr entspannt. Am Samstag waren ein paar Leute da zum Frühstück und natürlich hat Wuusi mit allen deutsch geredet. Das beherrscht sie inzwischen ziemlich gut, so dass nur ihre blonden Haare und blauen Augen die nordische Nationalität verraten. Aber für mich war das sehr komisch. Seit über 11 Jahren sprechen wir englisch miteinander und nun plötzlich auf deutsch mit ihr zu reden wenn andere dabei sind, das kann ich noch nicht so gut. Ich verfalle automatisch wieder in "unsere" Sprache. Dass wir dabei deutsche, finnische, englische und Wuusi-Cati-Ausdrücke verwenden, das kommt dann noch dazu. Ich werde einfach weiter Englisch reden. Wie sich das gehört.

Leider musste Wuusi dann gestern wieder abfahren. Statt mit Raoulando, LaMama, Papa und Oma Kuchen essen zu gehen wäre ich lieber nach Hause gefahren um mich ins Bett zu legen und sie zu vermissen. Denn ich weiss jetzt schon, dass ich sie jetzt wieder mehrere Monate nicht sehen werde. Es nützt auch nichts Pläne für einen Umzug nach Helsinki zu schmieden, denn dort ist sie ab nächstem Sommer ja auch schon nicht mehr, Fräulein Jet-Set. Bleib ich also in der Kaiserstadt.

Und wir haben seit über 11 Jahren diese blöde Sache: wenn wir den Sternenhimmel sehen, dann suchen wir den letzten Stern vom Henkel vom großen (Einkaufs-)Wagen und denken aneinander. Hat bisher auch immer funktioniert.

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