1. Dezember 2006

Ist noch jemand da?

Vor einiger Zeit hab ich ja mal von meiner genialen Taktik berichtet, mit der es mir gelingt den inneren Schweinhund donnerstags abends austzutricksen. Noch funktioniert sie, wer weiß wie lange noch.

Nun gut, nach einem halbstündigen Frierintervall am Bahnhof in nördlich von der Kaiserstadt hab ich sie gestern zunächst auch erfolgreich angewandt und langte zeitig im BootCamp an. Ich mache mich also im Umkleide-Wellness-Bereich (dieser wird übrigens so genannt, weil dort Sauna, Dampfbad und Umkleidekabine schon kombiniert sind, was Zeit spart, da man alles auf einmal erledigen kann, aber auch nervig ist, denn versucht mal Euch in einem Dampfbad abzutrocknen oder eine Jeans anzuziehen) breit, nutze diverse Schränke und Kabinen für mich und hatte mich gerade der Hälfte meiner Klamotten entledigt, als die Stimme von Drill Seargeant Joe erschallt und fragt, ob noch wer da sei. Das machte mich dann schon stutzig, denn immerhin ist es nicht so ungewöhnlich, dass sich Leute in der Umkleide befinden, wenn 20 Minuten später eine weitere Drilleinheit stattfindet. Die gibt es schliesslich den ganzen Abend, eine nach der anderen. Unsere ist dabei übrigens die lustigste und netteste!

Also wieder rein in fast alle Klamotten, GottseiDank an die umgekehrte Reihenfolge beim Anziehen gedacht, und nachfragen. Mir wird dann auch bewusst, das es wirklich sehr leise und einsam im Umkleidebereich des BootCamps war, nicht wie sonst wenn immer schon wer früher da ist als ich. Nun gut. Auf Socken um die Pfützen hüpfend raus und gefragt was denn los sei. Schlechte Neuigkeiten: Miss Drill Seargeant meines Aquanastenclubs sei krank und käme wohl nicht. Sprechunfähigkeit ist allgemein schlecht wenn der Job darauf basiert.

Der innere Schweinehund jubiliert: entweder es kommt noch wer und wir gehen Bierchen trinken oder es kommt keiner mehr und ich fahr einfach heim zur Couch. Beides ist ihm gleichwertig lieb. Aber ich bin doch erbost und wütend. Und zwar auf Miss Drill Seargeant, denn Zahnarzttermine muss man doch nicht auf vor meinen Kampf mit dem Schweinehund legen, denn dann verlier ich ja nur.

Zu allem Überfluss kommen dann zwar immerhin vier der restlichen vierzehn Aquanasten, aber nicht die mit denen ich sowieso quatschen wollte. So kann ich zwar spontan Quatschungen erledigen, aber es hat sich halt doch eine Menge aufgestaut, das gezielt unters Volk gebracht werden soll. Und dann, als ich mich gerade damit abgefunden habe, dass ein schöner langer Couchfeierabend völlig unnötig unterbrochen war, und ich damit anfing mich über die gewonnene Freizeit zu freuen, da kam sie. Zwar nicht strahlend, aber doch selbständig auf zwei Beinen: Miss Drill Seargeant.

Mich dann noch mal selbst davon zu überzeugen, dass es toll und gleichzeitig auch gesund ist sich im Wasser zu bewegen, das war dann doch richtig schwer.

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