5. Dezember 2006

Krankgeschrieben

Es ist ja gemeinhin bekannt, dass mit zunehmendem Alter die Intelligenz Spontanität eventuell ein kleines bisschen nachlässt. Man kann dann alles nicht mehr so einfach wie früher. Ich erfahre das gerade am eigenen Leibe. Ich kann jetzt nicht mehr einfach so aufstehen und zum Beispiel in meine Wellness Oase hüppen um dort Dinge zu verrichten. Nein, ich muss mir das schön vorher überlegen und dann ganz langsam in die Tat umsetzen. Sonst machts krawumm und ich liege wie ein gestrandeter Pottwal ein umgekrachter Mammutbaum eine gefällte schlanke Birke am Boden.

Naja, vielleicht liegt es auch nicht nur am Alter.

Leider war Doktor Andy heute nicht da, aber ich vertrau auch dem Kollegen. Der hat mich für den Rest der Woche auf die Couch verbannt, Ergebnisse der Blutuntersuchung gibts am Donnerstag. Er meinte es wäre nicht normal, wenn man in meinem Alter über längere Zeit, und damit meinte er leider mehrere Stunden und nicht wie bei mir mehrere Tage, Schwindel und damit zusammenhängende Beschwerden hat. Naja, ein bisschen Schwund ist immer.

Ich hab dem Kollegen von Doktor Andy dann von den Beschwerden des geeks erzählt, die meinen sehr ähneln und die ihn seit drei Wochen plagen. Also um es genau zu sagen: die zeitlich vor meinen anfingen! Besonders die Frage vom Arzt des geeks nachdem er sich die Leberwerte angeguckt hatte, ob er denn täglich eine halbe oder eine ganze Flasche Wein trinken würde, fand ich übrigens sehr sympathisch. Da zeigt sich, dass der Arzt vom geek ihn nicht kennt, sonst wüsste er, dass diese Annahme bei ihm noch abwegiger ist als die Frage ob er viel Kaffee trinkt oder gerne Kaiserschmarrn isst. Zurück zum Kollegen von Doktor Andy. Der meinte dann spontan, dass das vielleicht Pfeiffersches Drüsenfieber sein könnte. Die berühmt-berüchtigte Kusskrankheit, auch Studentenfieber oder Kissing Disease genannt. Na, was tut Frau in solchen Momenten? Natürlich den Kerl auf der Arbeit anrufen und ordentlich zusammen stauchen. Denn um es hier noch einmal zu betonen: seine Beschwerden fingen zeitlich weit vor meinen an!

Gesagt getan, angerufen. Es ist allerdings einem aufbrausenden Hurricane nicht sehr zuträglich, wenn man ihm mit einem einfachen "Was ist denn Pfeiffersches Drüsenfieber?" erstmal den Wind nimmt. Dann ist der aufbrausende Hurricane schnell nur noch eine seichte Brise, die hofft dass nach der umfassenden medizinisch sinnvoll klingenden Erläuterung niemand fragt, woher man denn diese Krankheit nun genau kennt... Eine Dame genießt und schweigt.

Nun gut, der Verdacht ist, unter vielen anderen, da und am Donnerstag weiß man dann mehr. Gut, dass ich seit Freitag eine 320 GB große mobile Festplatte habe. Die ist sehr nützlich, wenn man völlig unmobil zuhause auf der Couch liegen soll. Mach ich halt Sicherheitskopien von allem. Und dann gleich nochmal. Und da dann immer noch viel Platz übrig sein wird, sicher ich schnell noch die Sicherung der Sicherung. Sicher ist sicher. Bisher hab ich immerhin schon Harold und Maude geschaut. Und geheult, aber nur ganz wenig.

Die medizinisch interessierte Cati Basmati hat dann noch den Eintrag im Pschyrembel Wikipedia Artikel weitergelesen und festgestellt, dass alles nicht so schlimm ist. Wenn er es wirklich hat, steht das meinen Plänen nicht im Wege, denn:
"Es gibt viele Gerüchte über das Pfeiffersche Drüsenfieber, die wenigsten entsprechen jedoch der Wahrheit. So erzeugt diese Erkrankung zum Beispiel keine Impotenz."

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