14. Dezember 2006

Mein schönstes Feierabenderlebnis

Gestern abend bin ich nach der Arbeit zu meinen Eltern gefahren. Zusammen mit meiner Mutter hab ich dann meinen Vater im Krankenhaus besucht. Danach haben meine Mutter und ich zu Abend gegessen und sind schlafen gegangen. Heute Morgen bin ich mit dem Auto von meinem Vater zur Arbeit gefahren.

Aber Cati Basmati, so gewinnt man doch nicht den Wettbewerb "Schönster Blogeintrag"!

Also nochmal:
Nach einem langen Arbeitstag und einer fast noch längeren Fahrt in einem öffentlichen Verkehrsmittel meiner Wahl dachte ich mir gestern, dass es doch fein wäre, wenn ich noch eine weitere Fahrt mit einem öffentlichen Verkehrsmittel meiner Wahl unternähme, diesmal in den Süden der Kaiserstadt. Nord-Süd-Gefälle nennt man das, glaube ich. Südlich der Kaiserstadt wurde ich dann von LaMama aufgegabelt und bin mit ihr NOCH WEITER in den Süden gefahren. Bis dahin, wo mein Vater sich gekonnt im Krankenhaus vor dem WeihnachtsgeschenkekaufenmitEhefrau versteckt.

Ihm geht es nicht gut. Woran ich das erkenne? Fast ohne Widerwillen hat er mir seinen Autoschlüssel überlassen. Und das obwohl er mir damals das Fahren mit Kupplung beigebracht hat, denn ich kam zwar mit Führerschein aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten Marlboro Cowboys Micky Mouse zurück, war jedoch noch etwas unbeholfen, was das Fahren ohne Automatik anging. Auf jeden Fall hat er sich nun erbarmt. Vielleicht auch, weil sein momentanes Gefährt ein Automatikwagen ist. Es wird auf immer ein Geheimnis bleiben und ich hab auch nicht weiter gefragt. Wohl aus Angst, dass er es sich anders überlegt.

Mit LaMama wieder daheim angekommen warfen wir Schnitzelchen (2 Personen = 4 Schnitzel, "oder soll ich für morgen noch welche mitbraten?")in die Pfanne und kümmerten uns um die großen Probleme, als da wären z.B. Weltfrieden, Überleben der Kellereien in Deutschland und weltweit, Pferdezucht, Fettverbrennung, Schuhe... Da man nicht auf mehreren Hochzeiten auf einmal tanzen kann, haben wir uns für Punkt 2 auf der Liste entschieden, der Weltfrieden kann bis Weihnachten warten. Gelernt: kalter Sekt ist schneller leer. Erstaunlich rasch waren unsere gekühlten Vorräte aufgebraucht, aber wir waren dabei auch fleissig und haben für alle Familienmitglieder mehr oder weniger brauchbare Geschenkideen ersonnen. Freut Euch schon mal, Klitzi und Herr von Clausewitz!

Heute morgen dann die Ernüchterung: Raoulando und ich müssen nie an den nördlichen Stadtrand ziehen um mittig zwischen unseren Arbeitsstätten zu leben. Ich als Svenja arbeite im kühlen Norden, er als feuriger Latino-Raoul im heißen Süden. Ist doch klar. Als ich von ganz aus dem Süden heute bis ganz in den Norden fuhr stellte ich also fest, dass die Hälfte der Weltbevölkerung viele Menschen morgens in die Kaiserstadt fahren und man genauso lange von mitten drin nach Norden braucht, wie ganz aus dem Süden über Autobahn aussen rum nach Norden. Er würde aber wertvolle Zeit verschenken, wenn er von bisschen nördlich von mitten drin bis ganz in den Süden müsste. Statt Gedichte für seine Liebste zu schreiben, für sie zu kochen oder zu backen würde er dann im Stau stehen. Was für eine Verschwendung.

Mal sehen, was der heutige Tag noch so für Weisheiten für mich bereit hält.

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