29. März 2007

Damit Doktor Andy nicht so alleine ist

Nachdem ich am Montag bei Doktor Andy ja recht erfolgreich gewesen war, stand für Dienstag der Besuch bei Doc Roman, dem Zahnmeister, auf dem Programm. Das ist immer sehr angenehm, denn er hat z.B. eine Kamera, mit der er genau zeigen kann, was er im Mund so alles rumbohren, -schleifen, -polieren, -saugen und so weiter wird. Das kann man dann statt des albernen Posters über dem Stuhl sehen. Für mich als Medizininteressierte ist das ein tolles Gimmick. Außerdem hat Doc Roman eine sehr nette Frau, zu der ich dann danach zum Cappuccino trinken und Kuchen essen gehen kann. Und die Kinder sind auch alle nett, als nächstes steht Nachhilfe für die Kleinste an, der Älteste hat inzwischen das Abi gepackt. Thank you, Cati!

Die erste Hürde war diesmal aber die Frau am Empfang. Sie wollte mein Bonusheft. Hab ich noch nie gehabt. Nie. Und man hat nur einmal danach gefragt, 2001, als ich das erste Mal dort war. Danach nicht wieder. Und Erinnerungsintervalle von 6 Jahren sind für mich einfach zu wenig. Außerdem hat doch die Krankenkasse alle Daten, oder? Wofür bezahl ich denn sonst 267 % meines Gehalts an die? Halbherzig gelogenes Versprechen, den alten Zahnarzt anzurufen. Ich weiss nicht mal mehr wie der heißt!

So, Doc Roman, der Zahnmeister, ist also ein dufter Zahnmeister, vorallem weil er nie meckert, keine Antwort erwartet während er arbeitet und man nicht antworten kann und nie Aua macht. Außer am Dienstag. Da ließ er mich zunächst wissen das alles gut und toll ist und ließ dann ohne Vorwarnung die Zahnstein-Missionarin auf mich los. Und wer schon mal hingehört hat im Leben, der weiß dass Missionieren nie so angenehm ist für die zu Missionierenden. Sie hakte mir dann zunächst mal diverse Absaugschläuche an den Unterkiefer, packte ein spitzes Werkzeug aus und fing sofort eine Unterhaltung an.

"Na, Zahnstein haben Sie ja gar keinen." werkel werkel

"... [Sprechen ist nur so eingeschränkt möglich mit Sauger im Mund und Finger zwischen den Zähnen, von der Spitzhacke mal ganz abgesehen]"

"Sie benutzen doch regelmäßig Zahnseide" werkel werkel

"... [Vielleicht merkt sie bald, dass ich nicht antworte weil ich nicht kann]"

"Sie nehmen doch Zahnseide, oder?" werkel werkel

"...[Vielleicht sollte ich ihr alles auf den Schoß würgen, dann versteht sie eventuell mein Unvermögen was Sprechen angeht]"

"Also das ist wirklich ganz wichtig, regelmäßig Zahnseide zu verwenden!" werkelwerkel

"... [Ich mache mal Würgelaute um auf mich aufmerksam zu machen, vielleicht kann sie mich ja nicht sehen und versteht meine Notlage nicht]"

"Naja, wir machen jetzt erstmal ein Bild [von Irgendwas mit Flügeln], dann zeig ich Ihnen das mit der Zahnseide nochmal. Das ist wirklich wichtig!" werkel werkel

"... [Ich spuck sie jetzt einfach an.]"

Und da ich in diesem Moment aussah wie Drakula direkt nach einem leckeren Mitternachtssnack hab ich die Zahnseidebenutzungsanleitungsdoktrin noch über mich ergehen lassen, denn miteinem so blutüberströhmten Unterkiefer hätte ich mich unmöglich vor die Praxistür wagen können. Aber da muss ich jetzt nochmal mit Doc Roman, dem Zahnmeister, reden, was das für verwunderliche Zustände sind!

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