30. April 2007

Kinderarbeit

LaMama wurde gestern 63 feierte gestern ihren 60. Geburtstag. Brunch für über 30 Personen. Da ich das einzige Kind bin welches sich noch "in der Gegend" aufhält wurde ich zum Vorbereiten eingeteilt. Das fand ich zunächst mal völlig in Ordnung, aber da hatte ich ja auch noch nicht darüber nachgedacht, was dann mit meiner wochenendlichen Schlafenszeitaufholung geschieht. Völlig unzureichend ausgeschlafen musste ich mich somit heute morgen ins Büro schleppen, um das zu Allem Überfluss auch noch die Lieblingskollegen einen großen urlaubstagbedingten Bogen drum machen.

Samstag also aufgemacht ins Auenland und das herrliche Wetter ignorierend drinnen gewerkelt. Aber ich durfte zunächst mal Außendienst machen und mit Oma zum Frisör fahren. Oma ist jetzt 87 und kommt nicht mehr so schnell mit dem Leben mit. Was natürlich im dörflichen Haarschneideatelier eine große Hürde ist, denn die Frisörmeisterin redet schnell, laut und ohne Unterbrechung. Sehr schnell, sehr laut und ohne Unterbrechung. Weil Oma da nicht mehr so gut mitkommt, musste ich Rede und Antwort stehen, bzw. bin ich mir bis jetzt noch nicht so sicher, ob Antworten gewünscht waren, denn es gab eigentlich keine Pausen, in denen ich etwas hätte sagen können. Aber ich glaube ich hab das ganz gut gemeistert und Oma sah hinterher auch ganz passabel aus.

Dann kam der Rinderbraten. Eine große Portion, mit Rotkohl, Kartoffeln und sehr nahrhafter Sauce. Und kurz nach dem Nickerchen war mir auch klar, warum ich so gekräftigt worden war:
"Trag doch jetzt mal bitte alle Stühle aus dem Esszimmer (Erdgeschoss) nach oben ins Wohnzimmer (1. Stock)."
"Fertig. Jetzt?"
"Jetzt trag alle Stühle aus dem Fotozimmer (Keller) nach oben ins Esszimmer (Erdgeschoss)."

Ahja!! Nach oben bedeutet in diesem Zusammenhang also immer viele Stühle, viele Stufen. Und wie ich dann gestern alle Gäste gezwungen habe, immer schön auf mindestens jedem Stuhl einmal zu sitzen!

Und da ich dann den Weg rauf und runter ja schon so gut kannte, durfte ich direkt alle vorher eingekauften Lebensmittel aus dem Keller in die Küche tragen, wo LaMama dann kundigst das Buffet vorbereitete. Zumindest schon mal teilweise, was halt so ging am Tag vorher. Den Rest erledigten wir dann Samstag Nacht gestern Morgen und an dieser Stelle geht ein großer Dank an die Frau Nachbarin, die schon immer bei allen Festen geholfen hat und auch nun gemeinsam mit mir in der Küche Gemüse schnippelte, Suppen rührte und Fleischplatten dekorierte. Wir haben auch gemeinsam die Augen verdreht, als genau die Leute, die man gar nicht eingeladen hat weil sie nicht die angenehmsten sind, am Sonntagmorgen um halb elf zum Geburtstag gratulierten "ja wir setzen uns gerne ein bisschen" ohne zu erkennen, dass sie vielleicht stören wenn alle bis zu den Ellbogen in Arbeit stecken.

Ich holte dann noch flugs meine Oma aus dem Bett, machte sie besuchsfertig und suchte eine halbe Stunde lang das goldene Armband, welches sie schon längst anhatte. Aber das war ja nicht das richtige. Dass sie kein anderes hat, das erfuhr ich traurigerweise erst später.

Das Essen war göttlich. Und hätte auch für die doppelte Anzahl Personen ausgereicht, selbst wenn die vorher viele Wochen durch die Sahara geirrt wären. Und jeder noch einen Bekannten mitgebracht hätte. Wenn der geek schöne Fotos gemacht hat, dann kommen hier bald noch ein paar davon hin. Hier ein paar Fotos, die zwar kein direktes Appetitgefühl aufkommen lassen, aber ich versichere hoch und heilig dass dies die beiden leckersten Gerichten waren:


Die Stehtische lassen wir noch eine Weile im Flur stehen, das ist so schön gemütlich. Salzstangen stehen drauf und ein Bierchen ist auch immer im Kühlschrank parat. "Gastfreundschaft" und "gute Bewirtung" sind glaube ich die ersten Worte die meine Mutter je gesprochen hat.

1 Kommentar: