10. April 2007

Tommy and I

Mittwoch war der schlimmste Tag meines Lebens. Aber da ahnte ich ja noch nichts von Samstag.

Mittwoch nach der Rückkehr aus nördlich der Kaiserstadt versuchte ich, mich selbst zu täuschen, dem Nichts zu trotzen, und tanzte daher mit Bändern im Haar singend durch die Kaiserstadt. Eigentlich hatte ich eine Verabredung mit dem Osterhasen, der dem geek ein paar schöne Kräutertöpfe mitbringen sollte. [An dieser Stelle soll gesagt sein, dass der Osterhase mich dieses Jahr vergessen hat. Oder aber Komplottpartner des Adventskalenderelfen ist, der mich ja auch schon ignorierte.] Mitten in der Stadt traf mich dann fast der Schlag, als ich feststellen musste, dass mich mein ungutes Gefühl nicht getäuscht hatte. Es gab in der Tat einige neue Geschäfte, von denen ich noch nichts wusste. Das bedeutete, dass ich schon sehr lange nicht mehr ein Tänzchen durch den Shopping-Shire gewagt hatte. Man spart halt für den Nachfolger der Kanzlerkarre. Und kauft im Internet ein.

Aber was ich dann sah, das haute mich fast um. Es gibt einen Tommy Hilfiger Laden in der Kaiserstadt. Tief in meinem Inneren bin ich eine gute Freundin von Tommy, er ist so schön bodenständig. Und er macht orange Poloshirts für den geek, da kommt der auch schon mal mit. Ein ganzes Geschäft voller Tommy – und ich hatte keine Ahnung. Das durfte nicht wahr sein. War es aber. Was war das? Ein stechender Schmerz in der linken Brust, ein Flimmern vor dem Auge? Erste Anzeichen eines Herzinfarkts ließen mich bestürzt die Flucht antreten.

Zur Beruhigung rannte ich flinken Schrittes zu Esprit, doch da wartete schon der nächste Schocker. Ich hab nichts gekauft, nicht mal was anprobiert. Wo sollte das noch mit mir enden? Ich bin dann schnell in die Apotheke und hab mir die sechste Staffel der Gilmore Girls gekauft. Seitdem therapiere ich und Samstag zeigten sich bereits erste Erfolge.

So, warum war Samstag jetzt noch viel schlimmer? Nun zunächst mal hatte ich dem geek gesagt, dass ICH shoppen gehen wollte. Wer hatte hinterher die meisten Tüten in der Hand? ER! Und zwar nicht, weil er meine noch mittragen sollte! Dabei hatte er schon im Bauhaus, der Mutter aller Heimwerkerhomebases, wesentlich mehr Geld als ich gelassen. Und als ich dann bei Tommy meine Kreditkarte strapazierte und mich über mögliche Kundenkartenoptionen und Gewinnspiele informierte erfuhr ich, dass es a) noch keine Karte gibt und b) der Laden schon acht Wochen auf hat. In Worten: acht. Unglaublich. Wie konnte denn das an mir vorübergehen?

Kommentare:

  1. Tommy ist so gar nicht mein Stil. Deshalb hat mich die Eröffnung kalt gelassen. Was in der Konsequenz bedeutet, dass ich mit niemandem darüber geredet habe. auch mit dir nicht. Sorry.

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  2. Hätte ich gewusst, dass es sowieso keine Eröffnungsangebote gab (wie man mir nun berichtet), hätte mich das ganze auch weniger doll erwischt. Also statt eines Angriffs von 48574158744815 Killerbienen nur 48574158744810 Killerbienen. So zum Vergleich.

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