17. Mai 2007

Home sweet Home

Die Welt, von ein paar rühmlichen Ausnahmen einmal abgesehen, bläut mir zur Zeit mal wieder ein, dass ich nicht zu den großen Filmstars gehöre. Niemandem fällt es negativ auf, wenn die Stars und Sternchen neben einem festen Wohnsitz am Strand noch ein Haus in den Bergen, auf einer Insel eine Palmenhütte und in New York oder London eine umgebaute Fabrikhalle ihr Eigen nennen und sich in unregelmäßigen Abständen überall wohnhaft nieder lassen. Bei mir scheint der Fall anders zu liegen.

Bloß weil der geek und ich nun schon eine Weile mehr als "nur so flirten" liegt mir die Welt, von ein paar rühmlichen Ausnahmen einmal abgesehen, in den Ohren mit der aufdringlichen Frage, wann wir denn nun endlich zusammen ziehen. Allen voran the blond Kati.

Ich weiß es nicht. Nicht heute. Und genauer kann ich das nun wirklich nicht sagen.

Es ist doch keine Eile, denn schliesslich wurde noch kein Gesetz veröffentlicht, dass ab morgen jeder der Wohnraum verschwenderisch mit nur sich selbst belegt, einen Gastwohner aufnehmen muss. Oder hab ich das mal wieder nur nicht mitbekommen?

Sehr praktisch ist es auf jeden Fall, seine eigene Höhle zu haben. Auch wenn ich sie nicht mehr so häufig nutze. Filme bei denen der Fernseher pinken Schleim absondert und rosa Rüschen wachsen läßt, die guck ich doch lieber auf dem eigenen Briefmarkenbildschirm. Anders wäre hier der Fall, wenn der geek den lange gewünschten Beamer hätte oder den von mir ersehnten Plamsafernseher. Aber da es so nicht ist, bietet die Doppellösung den Vorteil, dass man sich nicht um die Fernbedienung streiten muss. Viele Paare gehen ja daran zu Grunde. Wir nicht.

Kleiderschrankvolumentechnisch ist es auch prima, allerdings muss man höllisch aufpassen, dass man nicht den Überblick verliert über was wo gerade sauber, ungewaschen oder ungebügelt hängt oder liegt. Aber ansonsten der Traum jeder Frau: zwei Kleiderschränke. Beim Schuhschrank liegt es ein wenig anders, da hat der geek wirklich alles besetzt. Ich habe aber noch nicht kampflos aufgegeben!

So langsam verlagert sich mein Lebensmittelpunkt aber doch. Es ist nämlich auch sehr nervig, immer an zwei Orten gleichzeitig sein zu wollen. Und ich kann nicht wirklich von ganzem Herzen sagen: "Mein Zuhause ist dort wo meine Jacke hängt". Denn dann fehlen Schuhe, Mäntel, Zeitschriften, Blusen, Hosen, Socken, Bücher, Fotoalben, mehr Bücher, Vasen, Geschirr, Taschen, CDs, Gläser, Schneebesen, Teesorten, Senseo-Maschine, Kosmetik (eine große Kiste voll, denn auch ins kleinste Bad passt immer mehr als ein Lipgloss), DVDs, Aktenordner, Sportsachen, meine Kuschelcouch mit Kuscheldecke, verschiedene Puscheln (Hausschuhe der kuschelig-felligen-rosa Sorte) und das ist erst der wichtigste Teil.

Da nun der ganze Kladderadatsch über zwei Wohnungen verteilt ist, hab ich im Moment das Problem, dass ich mich an zwei Orten am wohlsten fühlen muss. Das klappt meistens ganz gut, aber zwischendurch gibt es doch schon mal eine kurze Panikattacke. Dann gibt es zum Glück auch Leute, die mir sagen dass es nicht schlimm ist, mit Fallschirm und doppeltem Boden zu leben.

Und das ist es irgendwie: ich hab ein bisschen Angst vor dem Zusammenziehen, denn man weiß ja nie wie es so läuft. Was wenn es schief läuft? Wenn wir uns sofort auf die Nerven gehen? Oder nur ich ihm? Ich bin nicht immer angenehm für die mir wichtigsten Menschen, vorallem wenn ich schlechte Laune habe und das nicht richtig für mich behalten kann. Spätestens in meinem Zuhause kann ich dann nicht mehr die heitere, esprit verstrahlte, lebensfrohe Cati sein und muss meinem Frust, meiner Wut und meiner üblen Laune freien Lauf lassen. Eine Zicke bin ich nicht, das behaupte ich standhaft, aber ich weiß leider zu gut, wie man eine Mauer baut. Und den anderen voll reinlaufen lassen ist meine Königsdisziplin.

Außerdem werden wir nicht zusammenziehen und eine ganz neue Wohnung zu unserer Wohnung machen, sondern ich werde in seine Wohnung einziehen. Die gehört ihm, dem elenden Kapitalisten, und so ist völlig klar, dass wir dort wohnen werden. Das macht für mich schon einen großen Unterschied, auch wenn ich von Anfang an bei der Innenausstattung ein Wörtchen mitreden durfte. Trotzdem ist es nicht das Gleich wie Zusammenziehen.

Und damit nicht alles auf einmal droht anders, beängstigend, schwer und anstrengend zu werden, sondern wir uns auf das lustige konzentrieren können, haben wir uns darauf geeinigt es sehr ruhig angehen zu lassen. Also hört auf zu fragen, wir sind dabei und ich halte Einzug in seiner Wohnung. Schneebesen und Pizzaschneider, einige Klamotten und Schuhe sind schon umgezogen. Außerdem haben wir Regale für meine Bücher gekauft und werden ihnen nun bald ein neues Zuhause beim geek bieten. Natürlich nur denen, die es sich durch gutes Benehmen verdient haben. Der Rest wird bei Amazon zu Adoption freigegeben.

"Einzug halten" ist ein ongoing process und ich verspreche hoch und heilig es Euch wissen zu lassen wenn er zu einem guten Ende gekommen ist. Denn spätestens dann gebe ich ja meine neue Adresse durch! Also schön abwarten und Tee trinken!

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