1. Mai 2007

Ironwoman: Laufen, Aquajoggen, Radfahren


Komm Cati, wir machen eine kleine Fahrradtour.
Ein zunächst mal nicht wirklich erschreckender Gedanke. Die äußeren Umstände scheinen für mich zu sprechen: 25°C, Sonnenschein mit leichter erfrischender Brise, ich darf das gute Rad des geeks nehmen während er auf dem schwerfälligen Elefantenfahrrad fährt, die neuen Fahrradhandschuhe sind aufgezogen.

Aber dann: bereits nach nur ca. 500m erinnert sich der Körper an eine frühere, erschreckende und Muskelkater bringende Erfahrung und der Schultergürtel zieht sich schon mal prophylaktisch verkrampft zusammen. Letzten Sommer konnte ich mich nicht länger rausreden und willigte in eine Radtour mit dem geek ein. Als Deutschland gerade am wärmsten war hatte ich das große Vergnügen, kurze 35km an der Rur entlang von Düren nach Heimbach zu radeln. Was erschwert wurde durch die Tatsache, dass der geek schon länger als sein halbes Leben Mountainbike fährt, leidenschaftlich, und ich somit nicht lustig singend rollen lassen konnte, sondern sportlich schnaufen musste. Und danach hatte ich eine Woche lang ein Brett statt Rücken. Nicht lustig, wenn alle Muskeln auf einmal schlapp machen, aber doch beruhigend zu wissen, dass überhaupt welche da sind. Aber: Alles geht vorbei und bis zur Hochzeit wird das wieder gut sein. Hat meine Oma schon immer versprochen.

Diesmal waren es aber nur 25km. Und ja auch nur 25°C. Aber dafür fuhren wir RAUF aufs Dreiländereck und dann für meine Begriffe viel zu steil wieder runter, durch den Wald Richtung Kelmis.

Ich bin mehr so der Langstreckenradfahrer auf einer Nordseeinsel. Schön flach, asphaltiert und ab und an von einem Schaf bestanden. Mehr Action vertrag ich nicht so gut. Nun musste ich aber oben am Berggipfel Hang stehen und herunterblicken, dem Tod ins Auge. Ich weiß ja, wer langsam fährt, der fährt auch unsicherer, aber ich sah mich schon eine Rolle vorwärts übers Vorderrad machen und die nächsten 9 Wochen mit Schlinge um einen Arm und ohne Augenlicht verbringen. Oder Schlimmeres. Denn wie schnell rutscht da mal das Hinterrad weg oder man torpediert sich einen Ast ins Auge, der vom Vorderrad hochgeschleudert wird. Sehr gefährlich.

Ich bin auch kein Freund von Inline Skates, Rollschuhen oder Schlittschuhen, geschweige denn von Surfbrettern, Snowboards oder Tauchflossen. Man könnte das schissig nennen, ich bevorzuge den Ausdruck "gemäßigt vorsichtig und dabei immer wohltemperiert und gut frisiert". Naja, ich hab die Abfahrt tapfer überlebt, wurde ausgiebigst vom geek gelobt und fühle mich nun sicherer, was 1% Gefälle schwarze Pisten angeht. Ich sollte auch noch dazu sagen, dass ich eigentlich gar kein Fahrrad habe und schon gar niemals eins besessen habe, das nicht alt, gebraucht und klapprig erst von mir erworben oder mir geschenkt wurde. Woher soll ich wissen, was ein sicheres Fahrgefühl ist?

In Kelmis wurde ich mit einem großen Spaghettieis belohnt.

Nach Hause hab ich es dann auch irgendwie geschafft. Ich bin stolz auf mich.

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