31. Juli 2008

Semi-Blind Date

Gestern war ich Arbeiten, Laufen und Essen. Alles ohne Pause und ich gebe zu, dass ich den mittleren Programmpunkt bei 30°C im Schatten auch ruhig hätte auslassen können. Aber ich hielt es für eine gute Idee.

Liebes Internet, bitter erinnere mich doch das nächste Mal daran, dass es angenehmer ist, bei den Temperaturen eine Radtour zu machen. Oder nur Eis zu essen.

Der besonders schlaue Gedanke des sportlichen Intermezzos beinhaltete nämlich auch, dass ich zwar pünktlich aus der Dusche kam, das pünktliche Wohnungsverlassen aber daran gehindert wurde, dass ich einfach nicht aufhören konnte zu schwitzen. Das ist jetzt nichts ekliges, nur der After-Shower-Burn, wie ich ihn gerne nenne. Man ist fertig geduscht und könnte los, der Körper ist aber noch mit Temperaturausgleich beschäftigt und verhindert so jegliche Art des lässigen Anhübschens.

Da ich aber ja sowieso beim Thailänder verabredet war, dachte ich dass das scharfe Essen mir sowieso innerhalb von Sekunden nach dem ersten Schaufelgang den Schweiß auf die Stirn treiben würde. Hat es auch, davon mal ganz abgesehen.

Der andere Teil meines Tisches für Zwei war von einer Kommilitonin besetzt, die mich als Dankeschön für einen Gefallen eingeladen hatte. Nicht zu verwechseln mit der Soziologin deren Magisterarbeit ich kürzlich Korrektur gelesen habe, die kam über ein Dankehihihi nicht hinaus. Wir hatten uns bis gestern abend ungefähr sieben mal für jeweils 90 Minuten während eines Kurses gesehen, fanden uns zwar sympathisch, aber mehr als das übliche Kursgeplänkel war bisher nicht passiert. Aber da ich ja immer gerne neue Leute kennenlerne, war ich einfach mal gespannt.

Es war ein bisschen wie ein semi-blind date, bei dem man erst so gar nicht weiß, worüber man reden soll. Das war so für ungefähr 10 Minuten und dann nahm das charmante Quatschen über Gott und die Welt seinen Lauf. Immer wieder schön, wenn vermeintlich sympathische Menschen sich als wirklich nett herausstellen.

Immer wieder nicht so schön: der Tigerschnaps. Der wird sicher nicht aus kleinen Tigerbabys hergestellt, denn die können niemals Grundlage für so etwas Scheussliches sein. Ich sollte aufhören, die Existenz des Getränks nach dem ersten Abklingen des grauenvollen Ekels zu verdrängen. Dann vergesse ich nämlich vielleicht beim nächsten Mal nicht aufzuspringen und fluchtartig das Restaurant zu verlassen, wenn ihn mir jemand anbietet.

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