18. August 2008

Upside down und auf links

Eigentlich sollte dieser Eintrag meine lustigen Kollegen vom 40-Stunden-Hobby nördlich der Kaiserstadt bloßstellen, denn einige von denen kamen am Samstag in den Genuss der Früchte meiner Domführer-Berufung. Aber ich schreib ja leider nicht über Kollegen. Da kann ich dann nicht mitteilen, dass einer von denen nach Genuss von Alkohol zur Frau wird und einen Output von 50,000 WordsPerMinute hat.

Stattdessen berichte ich von der Hiobsbotschaft, die mich bei Ankunft am Dom am frühen Sonntagmorgen erwartete. Zusätzlich zu den bekannten Führungen stand noch eine mir bis dahin unbekannte auf dem Programm. In der Nichtmuttersprache. Doppelt so lange wie die normalen sollte sie dauern. Zu weinen die Cati anfing. Denn die Fahrradtour absagen sie musste.

Dann jedoch. Die Führung führte sich von ganz alleine, denn der Reiseleiter der lustigen Londoner + 1Amerikaner war diplomierter Mehrwisser im Bereich Kunst des Mittelalters und genau davon wollten die lustigen Londoner + 1Amerikaner eine Menge hören. So musste ich ihnen nur den Weg weisen und Türen aufschließen und kam so in den Genuss einer wirklich interessanten Führung inklusive Taschenlampe, die die winzig kleinen, bunten Glasscheiben der Reliquiare mal so richtig zum Vorschein brachte, und musste nicht ständig in den Gesichtern der Besucher nach Verständnis oder Leben an sich suchen. Da kann ich dann verschmerzen, dass der Herr studierter Kunstkenner nicht wusste, was sich IM Marienschrein befindet.

Außerdem war der Reiseleiter auch ein bisschen intellectually sexy wie mein Lieblingsbritischerdozent Gavin Hopps, denn trotz des Bierbäuchleins verschoss ich mich stante pede in seinen educated accent und die Begeisterung, mit der er meinem Dom begegnete. Richard, you may come back any time.

Kommentare:

  1. Werte Cati,

    Deine Kollegen - aus den heiligen Hallen, nördlich der Kaiserstadt - kannst Du hier nicht blossstellen!

    Deine Kollegen lesen zu 99,9% doch alle Dein Blog...nehmen an Deinem Leben Teil, wundern sich über Deine Verwendung von Alkohol, Deine "Tricks" im Bett, das "fertigschludern" der Arbeit, etc. pp.

    ...Jetzt verrate uns doch bitte WER an Deiner Führung teilgenommen hat...

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  2. Und wie ich die Kollegen bloßstellen könnte :-) Aber ich weiß mich im weltweiten Netz zu benehmen und lass das mal schön bleiben. Anstand hat Oma uns schließlich auch beigebracht, nicht nur polnische Lebensweißheiten!

    Es würde aber trotzdem freuen, wenn die Kollegen - in den heiligen Hallen nördlich der Kaiserstadt - weiterlesen was so vor, während und nach der Arbeit passiert. Dafür mach ich das ja!

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