29. Dezember 2008

Taking a leak

Es gibt nichts, das ich so sehr hasse wie nachts raus müssen. Außer Lakritz. Und Innereien.

Normalerweise habe ich einen bombensicheren Schlaf, trainiert in einer Kindheit nahe der Kirche und ihren Glocken. Und wer schläft, muss auch nicht.

Seit ca. 2 Wochen gibt es nun ein ganz neues, komisches Hobby meiner Blase. Jede Nacht befindet sie mit hübscher Regelmäßigkeit gegen zwei oder halb drei, dass es doch nun mal genug wäre mit dem Schlafen und man mal raus könnte. Ich muss dann wirklich dringend mal ins Bad, Beine überkreuzen hilft gar nicht. Tapfer geh ich also, frierend und wimmernd, und husche alsbald zurück ins Bett, wo ich kurz darüber nachdenke, ob meine Füße so kalt sind, dass sie abfrieren und dann weiterschlafe. Wenigstens das.

Und - surprise - morgens ist wieder ein flotter Gang von Nöten und ich muss dann mal wirklich. Mich wundert das. Ich trinke abends extra nicht mehr viel und vorallem nichts, was treibt. Warum muss ich nun auf einmal mitten in der Nacht? Ist Schlafhälfte 1 eifersüchtig, weil Schlafhälfte 2 in einer gigantischen Sturmflut endet? Obwohl zwischen Flut 1 und Flut 2 gar keine Flüssigkeit zugeführt wird, ist Flut 2 größer. Warum? Steh ich nachts auf und frequentiere die Hopfenschublade im Kühlschrank? Schlafwandeln war gestern, Schlafsaufen ist die neue Last des Alters? Kann ich mich mit einem Kater krankmelden ohne dass es meine Schuld ist, schließlich saufe ich nicht wissentlich?

Ich werde das heute nacht noch einmal beobachten und dann in Urlaub fahren. Wer weiß, was passiert, wenn ich nachts das Meeresrauschen in Timmendorfer Strand als zusätzliche Komponente berücksichtigen muss?

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