5. Januar 2009

Was auch sonst

Natürlich geht der Staubsauger an den Feiertagen kaputt. Natürlich hat man vorher länger nicht gesaugt und daher länger schon Angst vor einem Zusammenschluss aller Staubmäuse unter dem Bett. Natürlich kommt am folgenden Tag die Familie zu Besuch.

Es hätte so schön sein können. Endlich einmal sollte die Basmati-Familie zum nachweihnachtlichen Schmaus kommen. Da ich am gleichen Tag, dem Samstag nach dem Feschtle, erst ein wenig in dem Dom musste, um Weihnachtsgrüße zu verteilen und Touristen zu führen, wollte ich gerne den Tag entstressen und schon am Freitag putzen.

Gesagt, getan. Während der geek am Schreibtisch hockt und schnupfengefüllt versucht der Diss Herr zu werden, mache ich mich an die Putzorgie. Sie beginnt im Schlafzimmer. Nachdem ich furchtlos die Staubarmee unter dem Bett besiegt habe und mich der freien Fläche vor dem Schrank widme, gibt der Sauger plötzlich ein nicht unter normal einzustufendes Geräusch von sich. Ich weiß es nicht genau, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es in Saugersprache so etwas ähnliches wie TIMBER! oder ICH STERBE! bedeutet. Sein Todeskampf wird begleitet von dichtem, weißen Rauch, der in Sekundenschnelle das ganze Schlafzimmer erfüllt. Ein ekelerregender Geruch macht sich breit und auch mir ist jetzt klar: etwas stimmt nicht.

Ich reiß den Stecker aus der Steckdose und die Fenster weit auf und gehe erstmal in die Küche. Auf den Schreck brauch ich eine Printe. Zum Glück ist der geek riechtechnisch beeinträchtigt, da kann ich ihm das Malheur langsam und schonend beibringen. Aber er nimmt es gelassen, schließlich ist der frisch Verstorbene ein hochwertiges Discounterprodukt für damals 20 Deutsche Mark gewesen.

Am Samstag gings dann also morgens gleich lost, einen neuen Staubsauger kaufen. Ab und an braucht man sowas ja schon. Es wurde flugs einer gefunden, noch DVDs und Speicherkarten dazugepackt und ab zur Kasse.

Die Verkäuferin lächelt süffisant: "Na, über die Feiertage kaputtgegangen?"
Wir: "Wie kommen Sie denn darauf?"
Sie: "Na, niemand gibt sein Weihnachtsgeld für einen neuen Staubsauger aus."

Wo sie Recht hat, hat sie Recht.

Kommentare:

  1. Ah, es tut so gut, zu lesen, das ich nicht der einzige bin, der Medienmärkte nicht verlassen kann, ohne einen neuen Film erstanden zu haben. Ich hoffe mal, ihr müsst jetzt nicht die nächsten 30 Monate für den neuen Sauger arbeiten? ,)

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  2. Nein, nein, der war ja im Angebot. Das Taschengeld vom geek hat völlig ausgereicht.
    Gekauft wurden unter anderem "The Untouchables". Nur so zur Info.

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