24. Februar 2009

Captain Iglu

Man (Frau mehr als Mann) kennt das: Man öffnet den Kleiderschrank und die Knie fangen an zu zittern. Wie eine eiskalte Hand greift etwas um unseren Brustkorb und drückt zu. Langsam beginnen Sterne vor unsere Augen zu tanzen und unser Herzschlag erhöht sich in bisher ungekannte Frequenzen. DER SCHRANK IST LEER!

Nichts anzuziehen is the worst nightmare ever. Denn er wird gefolgt von being somewhere important without clothes. Das ist der very worst nightmare ever. Der geek schlägt in solchen Momenten gerne vor, wie wohl jeder Mann der heterosexuell und verständnislos gegenüber unseren Panikattacken ist, dass er einfach alles wegschmeißen könnte. Dann hätte ich ja nur das, was ich schon anhabe und könnte somit die "Was ziehe ich an?" Stunde morgens überspringen (blau-karierter Flanellpyjama ist in vielen Lebenssituationen leider keine Option).

Gestern nacht war ich Leiterin einer Polarexpedition. Was an sich schon völlig unglaubwürdig ist, weil da ja Schnee und somit auch Kälte involviert sind. Die Schlittenhunde sind superssüß, das sehe ich ein, aber die können den Wärmeverlust leider nicht wettmachen.

Aber siehe da: obwohl ich in einem winzig kleinen weißen Zelt saß (total bescheuert, ein weißes Zelt kann man doch aus der Luft nicht sehen, hallo Rettungstrupp) mit nur einem Rucksack mit allen meinen Habseligkeiten, stellte sich morgens genau das gleiche Problem. Denn man hätte zwar die Reihenfolge des Zwiebellooks verändern, aber nicht seiner momentanen seelischen Verfassung Ausdruck verleihen können. Panic at the disco bzw. Panic in the igloo. Besonders tragisch war, dass ich ja eigentlich auch schon alles anhatte, schließlich hatte ich um der Kälte zu trotzen in meinem Superhightechüberlebensanorak mit flauschigem Pelzkapuzenkragen geschlafen. Und der war jetzt total zerknittert.

Zum Glück klingelte kurz vor dem Großen Heulen der Wecker der Nachbarin unter uns und erlöste mich aus diesem Alptraum.

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