6. Februar 2009

Laut lachen

Möchtet Ihr manchmal auch gerne einfach ganz laut über bestimmte Mitmenschen lachen? So richtig gröhlend und schadenfroh, mit auf die Schenkel klopfen und den Bauch vor Schmerzen krümmen?

Welcome to my world. Heute steh ich allerdings auf dem Schandplatz und Ihr seid herzlich eingeladen, meiner Geschichte zu lauschen und dann herzlich zu lachen. Ich habs ja auch getan.

Für dieses Jahr hab ich mir ein sportliches Ziel gesetzt. Den RWE Powerlauf am 16.05., ein Halbmarathon in der Nähe von Bergheim, quasi zwischen Kaiserstadt und der anderen Stadt mit Dom.

Normalerweise laufe ich, weil es Spaß macht und messe den Erfolg eines Laufs daran, ob ich mich vor Schmerzen krümme, Muskelkater habe, Seitenstechen bekomme, schwere Beine habe oder jauchzend tänzelnd durchs Leben springe. Stylish gekleidet natürlich.

Für den Weg zum sportlichen Ziel ist es aber doch vielleicht ein bisschen wichtig, das Ganze zu planen und so ein paar Sachen zu beachten, denn über 2 Stunden laufen will geübt sein. Gestern hab ich dann also mal einen Trainingsplan aufgestellt, das richtige Training beginnt ab Anfang März. Vorher üb ich trainieren, sozusagen.

Der Trainingsplan verlangt nach ungefährem Wissen über Puls. Ruhepuls, Belastungspuls und maximale Herzfrequenz. Der erste ist recht einfach zu messen: 60 Sekunden zählen, fertig. Die maximale Herzfrequenz kenn ich, die hab ich ausprobiert bei maximaler Belastung ohne Todesfolge. Aber der Belastungspuls war noch nicht bekannt.

Ich begab mich also auf die Suche nach einer ungefähren Berechnungsformel – der geek schlug einen Termin zur Laufanalyse inklusive Laktathierhörteichaufzuverstehen vor, aber das ist mir zu weit von LaufenweilsSpaßmacht entfernt – und fing an zu rechnen. Lebensalter, Ruhepuls, Plus, Minus, Faktor, Mal, Klammer drum, tipp, tipp, tipp.

Erstes Ergebnis: 112. Das kann unmöglich war sein, denn das ist ungefähr der Puls, den ich sitzend beim Gedanken ans Laufen habe oder beim Entdecken eines Schlussverkauf-Schildes, aber wirklich nicht ein LAUFpuls. So langsam kann ich gar nicht laufen ohne umzufallen. Nochmal gerechnet. Gleiches Ergebnis. Weiter gesucht, slightly different formula, ähnliches Ergebnis.

Da wurde ich ein wenig ungehalten und aggressiv, vor allem der Mathematik gegenüber und den ganzen pseudowissenschaftlichen Sportler, die ach so viel Ahnung haben aber keine Formel aufstellen können, die mir plausible Werte liefert.

10 Minuten meines Lebens verbringe ich mit wütendem Fluchen.

Dann, tief hinten im Kopf, eine leiste wispernde Stimme, die etwas von Punkt- und Strichrechnung faselt. Ich hör doch mal kurz hin, weil ich alleine im Büro und somit umgeben von Stille bin. Die Stimme faselt weiter, etwas von erst das eine, dann das andere. Und ich erinnere mich.

Punktrechnung vor Strichrechnung. Wer hatte Mathe im Abi und die beste Note im Kurs? Ach ja, Frau Cati soll ich vielleicht Mathe studieren Basmati. Jetzt macht das Ergebnis auch mehr Sinn. Belastungspuls von ca. 149. Damit kann ich arbeiten.

Bitte lachen Sie jetzt.

Kommentare:

  1. Zuerstmal: *hihihihi (und das ist gar nicht schadenfroh - ich bin nämlich auf Matheterrain ähnlich talentiert...)

    Und schöne Lauftraininsgpläne gibts z. B. hier:
    http://www.jogmap.de/civic4/?q=node/7800

    LG
    Saba

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  2. Hab noch nie gerechnet .... besser einfach laufen.
    Und dein Puls ist so lang in Ordnung, so lang du dich unterhalten kannst - denn dann läufst du im aeroben Bereich. Alles andere ist Unsinn für Halb- oder Marathon.
    Am besten mal zu zweit testen; dann kriegst aber sicher schnell ein Gefühl fürs richtige Tempo! Und das Tolle dann, wenn die Endorphine kommen ... und du läufst und läufst und läufst ... have fun!

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  3. Ist ja für einen Halbmarathon und ich hatte zuviel Zeit im Büro.
    Und laufen kann ich sowieso nur wenn ich gleichzeitig rede, also ist das Ausrechnen nur für den wissenschaftlichen Schein ;-)

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