27. April 2009

26.04.09 Düsseldorfer Brückenlauf

Oder: Der kleine Bruder des Düsseldorf-Marathon

Der erste 10km-Wettkampf meines Lebens ist überstanden. Bei strahlendem Sonnenschein – wenn Engel laufen, sag ich da nur – rannten wir was das Zeug hielt zwischen Rheinkniebrücke und Oberkasselerbrücke rum rum rum und bemühten uns, dabei halbwegs charmant unsere Fans anzulächeln, welche die Strecke säumten und unsere knallroten Köpfe angrinsten.

Der geek lief eine Stunde vor mir den 5-m-Lauf, was praktisch war, weil wir uns dann gegenseitig zujubeln konnten. Gute Planung ist das halbe Leben, sag ich immer.

Wie immer viel zu schnell gestartet verbrachte ich den ersten Kilometer damit, das Tempo zu drosseln. Gar nicht so einfach, wenn man beständig von scheinbar gewichtsbefreiten Lauf-Style-Gurus überholt wird, welche nicht nur die neueste Düsseldorfer Sportmode spazieren trugen, sondern auch - so sie denn Frauen waren - frisch geschminkt an den Start geschwebt waren. Ich hingegen trug das klassisch baumwollene Werbe-T-Shirt einer immerhin Luxushotelkette, glänzte Sonnencreme beschmiert und leuchtete an den Wangen gut durchblutet. Man kann nicht alles haben.

Unerwartet schnell war der Anstieg auf die erste Brücke überstanden und die ersten schnaufend Gehenden wurden VON MIR überholt. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Apropos Ernährung: beim nächsten Mal darauf achten, dass das Frühstück nicht 3,5 Stunden her ist, damit der Magen nicht ab Kilometer eins knurrt und der Körper nicht genau weiß, wo er die Energie herzaubern soll. Wieder was gelernt: Wenn der geek eine Stunde vor mir startet, sollte ich noch mal was essen.

Aber wo es einmal rauf geht, da geht es wohl auch wieder runter. Gewissheiten wie diese lassen einen einiges aushalten. Kaum war man auf der andere Rheinseite angekommen, ertönten Latinorhythmen, denn eine ganze Percussiongruppe stand am Streckenrand und feuerte uns lautstark an. Und ich kann Euch sagen: Solche Rhythmen gehen nicht nur ins Blut, auch die Muskeln hören zu und geben beschwingt Gas. Danke an die Unbekannten.

Davor gab es noch einen Versorgungsstand und wer schon mal versucht hat, im Laufen aus einem Plastikbecher zu trinken, der wird verstehen warum man sich das kühle Nass lieber einfach über den Kopf gießt.

Steigung Nr. 2 ist dann ja nur ein billiger Abklatsch von Nr. 1 und flott erledigt. Oben auf der Brücke wurde wieder was für den Teint getan, leider aber auch für die Krähenfüße, denn mitten am Tag muss man schon mit den Augen kniepen, wenn die Sonne erbarmungslos ins Gesicht scheint. Und schwupp, ging es schon wieder runter und auf die Zielgerade Richtung Burgplatz. Der geek war strategisch im Zielbereich platziert und jubelte mir aufmunternd zu, was sehr nötig war, da ich kurz zuvor bereits vom ersten und zweiten Sieger überholt worden war, die ihre zwei Runden schon fast erledigt hatten. Jaja, lauft ihr nur, ihr habt sicher noch was Dringendes vor!

Runde zwei gestaltete sich genau so wie Runde eins, nur dass ich seit Kilometer zwei sehr gleichmäßig schnell unterwegs war und nicht mehr so oft überholt wurde. Stattdessen konnte ich auch mal an keuchenden Rennraupen vorbeigleiten, was die letzten Kilometer psychisch erleichterte.

Beim Einlauf in die 1-km-Zielgerade sah ich aus dem Augenwinkel einen Läufer neben einem Krankenwagen liegen, dem wohl die Hitze nicht so gut bekommen war. Ich überlegte kurz, ob ich mich vielleicht übergeben muss, entschied mich dagegen und schaffte es stattdessen sogar, die letzten 400 Meter zu sprinten. Tschakkah!

Persönliche 10km-Wettkampf-Bestzeit von 1:06:32. Nun gut, die bisher einzige Zeit, aber das muss ich ja nicht dazusagen. Auch das wievelte von wievielen lass ich weg, das weckt nur den Neid. Der geek brillierte beim 5-km-Lauf übrigens mit einer Bestzeit und mein großer Bruder prahlte mit seinen 43 Minuten auf 10 km. Oller Angeber.

Allerdings hat Yuri alles verschlafen. Das werde ich ihm noch lange vorhalten.

Stolz und hoffnungsvoll, was den 16. Mai angeht.

1 Kommentar:

  1. Glückwunsch! Mit so einer Einlaufzeit liebäugele ich ja auch für den nächsten Sonntag - befürchte aber ganz andere...

    Sei's drum, 10 km sind 10 km sind 10 km, irgendwie kriegen wir die schon hin ;)

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