18. Mai 2009

Das Geld liegt auf der Straße

...dachte ich so bei mir nach dem letzten Volkslauf. Es ist unglaublich, wie unvorbereitet man die Streckenposten auf die Strecken und die Teilnehmer loslässt. Da ließe sich doch was machen...

Bei jeder öffentlichen Sportveranstaltung gibt es Menschen, die mehr oder weniger freiwillig an verschiedenen Stationen der Strecke stehen, um den Läufern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Oder erste Hilfe zu leisten, je nach Ausbildung oder ob die Rote Kreuz Jacken passen oder nicht. Das ist im Kern eine ganz feine Sache, aber ich sehe da noch Verbesserungspotentiel.

Die Streckenposten, hereafter referred to as SP, stehen also den lieben langen Tag an den ihnen zugewiesenen Streckenpostenpositionen, hereafter referred to as SPP, und passen auf alles auf. Für die Läufer ist es super, wenn da ab und an jemand steht, das gaukelt Sicherheit vor. Für die schnellen Läufer ist es aber auch relativ egal, die sind eh im Ziel bevor ihnen was passieren kann. Naja, der erste muss eventuell mal nach dem Weg fragen.

Ich mache mir hier primär Sorgen um die langsameren Läufer (read: mich) und um die SP an den SPP.

Es handelt sich um eine klassische no-win situation: Es ist doch langweilig, den ganzen Tag, womöglich noch alleine, an so einem SPP rumzustehen. Und es ist unmotivierend, wenn gelangweilte SPs den Weg säumen.

Ich habe mir da ein grobes Konzept überlegt: Jubelkurse für Breitensportbetreuer. Da ist ganz großer Bedarf.

Zunächst einmal fände ich es wichtig, dass diese Menschen jubeln, denn ihre gelangweilte Haltung suggeriert dem vorbeihechelnden Läufern, dass alle anderen viel besser waren. Demotivierend. Für den SP ist Selbstsuggestion das Stichwort, denn wer jubelt, der tut etwas produktives.

Jubeln involviert Klatschen, was an Tagen mit ungünstiger Witterung dem SP hilft, denn Klatschen macht warm. Auch lächeln die Läufer zurück - so sie denn noch lächeln können - und das gibt inneren SP-Frieden und auch wieder Wärme.

Klatschen sollte begleitet werden von großräumigen Armbewegungen. Winken, Armwedeln Welle machen, ganz egal, aber man muss sie schon von weitem sehen. Das hilft auch bei der Richtungsanzeige, wenn der Läufer den nächsten SP schon von einer SPP vorher sehen kann.

Auf- und abbrausende Geräusche sind ganz toll, das suggeriert eine unheimliche Geschwindigkeit, ein bisschen wie beim Formel1-Spielen im Sandkasten oder mit der Carrerabahn. Daran erinnert sich jeder Läufer und legt nochmal einen Zahn zu. Desto schneller kann der SP dann auch seine SPP verlassen und Bier trinken gehen.

Der Gebrauch von Lautinstrumenten wird immer gerne begrüßt, vorallem Rhythmusinstrumente. Als Basisgerät empfehle ich da luftgefüllte Plastikschläuche zum Aufeinanderhauen oder Rasseln. Hauptsache die Läufer, die vor lauter Schwitze im Gesicht nichts mehr sehen können, hören sie rechtzeitig und können sich so über die Geräusche an der Strecke entlang hangeln.

Push-Gesänge sind auch nicht schlecht, aber das erfordert schon ein gutes Gedächtnis und Rhythmusgefühl, die beiden letzten Punkte würde ich also nur fortgeschrittenen Teilnehmern empfehlen.

Im Grunde schweben mir da mehrere Modelle vor: z.B. nur Basisjubeln oder direkt Jubelmodul 1 mit 1xBasisjubeln, 1xBasisjubeln mit Instrumenten und 1xBasisgesänge. Das ganze kann dann im Fortgeschrittenensegment ausgebaut werden, wobei angedacht ist, langfristig auch die Lokalisierung anzugehen, denn jedes Land jubelt anders. Für die Euregio kann da ja noch regional gearbeitet werden, aber für Olympia sollte man besser ein globalisiertes Jubelkonzept ausarbeiten.

Sicher ist: billig wird das nicht, aber wer steht schon auf billig?

Soviel zum Unsinn, den ich mir auf den 21,1km des Halbmarathon beim 8. RWE-Power-Lauf 2009 am Schloss Paffendorf überlegt habe. Die restliche Berichterstattung gibt es hier: Berichterstattung.

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