23. Juli 2009

Harry Potter und der Halbblut-Prinz

Hm.

Ich wollte nächtelang vor dem Lichtspielhaus campieren, mir die Zähne mit Leitungswasser aus meiner eigenen Thermoskanne putzen, die Haare mit 10-Fingern kämmen und auf einer Alufolie als Kälteschutz nächtigen, nur um als erste eine Eintrittskarte für die erste Vorstellung des neuen Harry Potter Films zu kaufen: Harry Potter und der Halbblut-Prinz.

Dann hab ich mir überlegt, dass ich an dem Tag gar nicht kann, an dem der bei uns in die Kinos kommt, dass meine Haare bei feuchter Witterung im Freien so fisselig werden, dass mein Rücken nach Isomattennächten furchtbar schmerzt und dass ich ja auch einfach an einem anderen Tag dem Vergnügen frönen kann.

Gedacht, getan.

Gestern war ich mit dem geek, tanjerine und anderen in der Vorstellung mit Originalton aber ohne Untertitel.

Ich weiß ja nicht. Mir ist klar, dass ein so vielfältiges Buch einige Herausforderungen an den Drehbuchschreiber stellt, der die potentiellen Zuschauer ja irgendwie in 2 Stunden abfertigen, aber auch bei Laune halten muss. Klar muss man dann Entscheidungen treffen, die manche Aspekte des Buches hervorheben oder andere ganz weglassen. Aber der 6. Harry Potter Band ist nun mal schon ein sehr geschichtslastiges Buch. Man erfährt so viel über den, dessen Name nicht genannt werden darf, ohne das furchtbar viel passiert. Warum dann das bisschen an richtiger Action weglassen, ich denke da an Kampfszenen die ja reichlich Action bieten, und sich auf liebestrunkene Teenager konzentrieren?

Ein schönes Zitat zu der Überdimensionierung des Hormonhaushalts gibts auf Filmstarts.de:
"Zwischenzeitlich wirkt das Ganze beinahe so, als ob Die Wilden Hühner gemeinsam mit der Twilight-Sippschaft in Hogwarts eingefallen wären, um eine Beverly Hills 90210-Theatergruppe zu gründen."
Wäre nicht Handlung besser gewesen? Vorallem zur Informationsweitergabe? Vielleicht bin ich da kleinlich, keine Ahnung. Aber dieser Band der Reihe ist meiner Meinung nach derjenige, der alles zusammenfügt und endlich Licht in diese "fieser dunkler Magier" Mysterie bringt.

Während des Films hab ich mich schon gut unterhalten gefühlt, habe gelacht und geweint, aber hinterher war ich eher enttäuscht. Es fehlt viel, was ich für eine stimmige Handlung und einen stimmigen Film wichtig halte. Wäre es nicht besser gewesen, die für das Verständnig wichtigen Sachen a) anzusprechen und sie dann b) auch in den Vordergrund zu stellen?

Nicht falsch verstehen, ich finde den Film nicht schlecht. Aber ich hatte mehr erwartet. Und vorallem mehr des Romans. Denn soll das Ganze nicht die Verfilmung des Romans sein? Auf jeden Fall bin ich froh, dass ich die Bücher mehrmals gelesen, die Filme mehrmals geguckt und die Hörbücher mit dem begnadeten Rufus Beck schon fast alle gehört habe. Das hilft.

Allen anderen empfehle ich: selber gucken. Es hängt sicher viel mit eigenem Empfinden zusammen und ich für meinen Teil werde wohl auch noch die deutsche Fassung und dann später die DVD durchkauen, bis ich ihn genauso gut finde, wie die ersten fünf. Versprochen, Harry.

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