20. Juli 2009

My Best Friend's Wedding - Weekend Part I

Endlich ist wieder Woche. Ich brauche dringend Erholung, ging doch die 4-Tage-Woche nahtlos über in den HochzeitswochenendFamilienTheater-Marathon. Büroschlaf kann so erholsam sein.


Nachdem am Donnerstag das Aquajoggen von der erbarmungslosen Uschi in einen Anti-Armmuskulatur-Kampfeinsatz verwandelt und dieser von der Armmuskulatur verloren worden war, war mir klar, dass die Trauzeuginnenunterschrift am Freitag eher zittrig ausfallen würde. Da musste also eine spektakuläre Frisur her, um von der Unterschrift abzulenken. Klar, man denkt, dass alle Welt die Braut anschaut, aber wer weiß? Vorsicht ist besser als Peinlichkeit hervorrufende Nachfragen der Standesbeamtin.

Mit zitternden Armen saß ich dann also am Freitag bei der Mutter von Felix und Felix und ließ mich von ihnen darüber belehren, dass der kleine Bruder kein "Kleiner Mann" sei, der habe schließlich schon zwei Zähne. Ah ja. Währenddessen bemühte sich die Mutter, meinen Haaransatz bis weit hinter die Kopfmitte zurückzuziehen, damit die Gretchenfrisur auch richtig sitzt und bis abends hält. Der Schmerz ließ aber direkt nach dem Flechten und dem kritischen Abnahmeblick nach, keine Sorge. Alles da, wo es hingehört. Den Spontansprint dem Bus hinterher hat die Frisur dann auch direkt Stand gehalten, ich bin immer noch begeistert.

Brautstrauß abgeholt, angehübscht und ab gings zum Hochzeitssuppenessen. Da ich dem Wettergott mit sofortigem Einstellen der Menschenopfer gedroht hatte, wenn Regen mein Kleid benetzen würde, zeigte der sich gebührend beeindruckt und heizte uns allen mal so richtig ein. Da freut man sich über die Wohnung direkt unter dem Dach.

Auch freute man sich über die spitzen Schreie des Entsetzens die aus dem Schlafzimmer drangen, als sich der soeben aus Hamburg angereiste Bruder der Braut in seinen Anzug kleiden wollte. Nicht nur, dass er nie einen Anzug trägt und ein passendes Hemd extra gekauft worden war, er hatte auch das Einpacken des Anzugs jemand anderem überlassen und diese jemand andere hatte dann prompt nicht seinen Anzug eingepackt. Sondern einen Hosenanzug seiner Mutter. Deren Statur nicht ganz die gleiche ist wie seine.

Aber wenn das das einzige ist, das schiefgeht, dann ist es doch ok. Der geek, formerly known as Retter in the Not, borgte freudlichst einen feinen Zwirn und es konnte los gehen.

Im Weißen Saal des Rathauses zu Aachen ging es dann zur Sache. Gut, dass Oma Erna immer darauf bedacht war, dass wir gerade sitzen, damit konnte ich die Standesbeamtin von der zittrigen Unterschrift ablenken. Und unter ihrem strengen Blick verkniff sich der Bräutigam jegliche Abwandlungen des "JA!" - wir denken da an "Vielleicht?!" oder auch "Höchstwahrscheinlich?!" - und schwupp, waren sie verheiratet. Das geht schneller als man denkt und ist bereits mit dem Ja-Sagen besiegelt. Die Unterschriften sind dann nur noch Formsache. Mir stand das Wasser wie immer direkt bis kurz über den Damm, dem Himmel sei Dank für wasserfeste Mascara.


Weisser Saal in Aachen

Sekt gab es auf dem Katschhof, wo besonders die Fernbedienung besseren Canon mir eine große Freude bereitete. Ja, auch der Sekt, der war rosa. Nein, die veganen Muffins nicht, die schmeckten wie Pappe. Oder halt, mehr wie fade Pappe.

Die Gesellschaft wurde alsbald zur kulturellen Erbauung im Dom abgegeben, während das Brautpaar mit mir und dem geek nach Herzogenrath zum Seehof fuhr, entspannen. Ach ja, und Fotos machen. Hübsche fürs Album. Lief ganz gut, auch wenn das Brautpaar noch nicht soooo locker war, wie es für die Umsetzung meiner Posier-Ideen notwendig gewesen wäre. Als wenn er sie ins Wasser hätte fallen lassen, wenn er sie weit über den Steg hinaus geschwungen hätte. Tststs. Gut, dass nächstes Jahr die kirchliche Trauung folgt, bis dahin hab ich sie so weit.


Der Rest lässt sich anhand der fotografischen Daumenkinos nachverfolgen, denn im Zeitalter der Digitalkameras wird ja alles festgehalten, was sich bewegt, sich nicht bewegt, sich bewegen könnte oder lacht. Davon gabs viel.


Am nächsten Tag hatte ich diese unschöne, dunkellila Rotweinzunge, gepaart mit den Brandspuren die durch den viel zu heißen Latte Macchiato verursacht worden waren. Sah ein bisschen so aus, wie ich mir den Morgen nach dem Fingerabdrückenehmen vorstelle. Aber das gab sich im Laufe des Wochenendes. Außerdem konzentrierte ich mich nach viel zu wenig Schlaf sowieso nur auf das Wachbleiben, denn das Brautpaar hatte zum Frühstück geladen.

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