21. Juli 2009

My Best Friend's Wedding - Weekend Part II

Das Frühstück erfreute sich sogar an noch mehr Gästen als der Abend vorher, was man eventuell dem beliebten Brautpaar zuschreiben könnte. Oder dem Kaffee. Auf jeden Fall hatte das Brautpaar dann auch mal richtig Zeit, mit jedem ein Wort zu wechseln und sich feiern zu lassen. Und der Kaffee tat jeder Seele gut.

Dann jedoch nahm das Verhängnis seinen Lauf. Denn auch wenn die Braut da mal so gar keinen Bock drauf hatte: es gab eine Stadtrallye. Ich lasse doch nicht zu, dass Leute aus Hamburg, Iserlohn, Mannheim, Rott, Königsdorf und sonstwoher anreisen, ohne dass sie sich kulturell bilden? Nach dem erfolgreichen Einschmuggeln der Domführung in den Ablaufplan des Freitags, hatte ich mir für den Samstag eine Überraschungsstadtrallye ausgedacht. Who wouldn't be thrilled?

Die Stadt Aachen unterstützte mein Vorhaben durch hervorragend vorbereitete Stadtrallyes für verschiedene Altersstufen. Die kann man kaufen, wenn man sich über die Altersstufe im Klaren ist:

Ich: "Guten Tag, ich hätte gerne eine Stadtrallye für Kinder."
Sie: "Guten Tag, möchten Sie eine für 12-Jährige, oder für 13-Jährige?"
Ich: ungläubiges Anstarren. "Also die Altersgruppen sind bei Ihnen aber echt knapp bemessen. Wie bitte?"
Sie: grübelgrübelgrübel, dann Einfall und Lachschlapp. "Ach so, ich meine BIS 12 oder AB 13."
Ich: "Das macht Sinn. Es sind dem Alter nach Erwachsene, also AB 13. Sonst schimpfen die mit mir."

Ziel ist es natürlich, das Brautpaar gewinnen zu lassen, damit wir ihnen als Siegprämie ein Gruppenfoto vom Tag vorher schenken können. Diese Anweisung haben alle ignoriert, da mussten wir mit den Punkten ein wenig tricksen. Verschiedene Kulis benutzt: Punktabzug. Unleserliche Schrift, weil Schreibschrift: Punktabzug. Druckschrift: auch Punktabzug.

Sieger nach unabhängiger, notarieller Zählung: Das Brautpaar. Yeah!

Danke an dieser Stelle auch an die Leute, die dafür gesorgt haben, dass man das Internet auch per Handy lesen kann. Und an die Leute, die Stadtführungen erfunden haben, denen braucht man dann nur hinterher zu gehen. Ob es später noch Streit gab, weil der Bräutigam mit Spaß an der Sache und daher ernsthaft involviert war, obwohl die Braut ihn zu Schnelligkeit antrieb, damit die Gäste nicht warten müssen - tststs, wir haben in einem Café gewartet. Mit Kaffee. Und wussten, dass das Brautpaar gewinnt. Wie hätten wir da ungeduldig werden können? - und somit nicht böse auf sie werden können.

Mit viel guter Miene zum bösen Spiel - hab ich ein Glück, dass ich als Trauzeugin keine plötzlichen Tod erleiden sollte - taucht auch die Braut mit Bräutigam im Schlepptau bald auf und ergibt sich unserem strahlenden Lächeln. Bei der kirchlichen Hochzeit nächstes Jahr bereite ich einfach nichts vor. So.

Der Tag der Hochzeitsgesellschaft endete dann ereignislos in tränenreichen Verabschiedungen und auf der Couch. Im Falle der Braut: Wasser trinkend. Die Tugendhafte.

Mein Tag endete im Kino. Der große Bruder war zu BEsuch und nutzte den kostenlosen Babysitter in Form unserer Eltern für einen Kinobesuch mit seiner einzigen Lieblingsschwester. Wir haben Killshot geguckt. Kommt wahrscheinlich um Haaresbreite um die Ehrungen beim Oscar rum, Glück gehabt. Wer will schon immer gewinnen? Es geht um einen alten, nicht mehr ganz schlanken Mafiakiller, gespielt von Mickey Rourke, der es sich zur Aufgabe macht, dem ständig quatschenden Möchtegern-Gangster, gespielt von Joseph Gordon Levitt, beizubringen was er weiß. Das läuft nicht ganz so gut. Ach ja, Zeugen sind auch im Weg. Und so weiter. Aber keine Längen und spannend bis zum Schluss. Für einen gemütlichen Abend ohne intellektuelle Herausforderungen ganz gut geeignet.

Gute Nacht.

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