22. Juli 2009

My Best Friend's Wedding - Weekend Part III

Wer denkt "Hallo? Basmati? Wochenenden haben nur 2 Tage?!" dem antworte ich ganz entspannt: "Fing doch alles schon Freitag an."

Nun also zum Sonntag. Da mein Lieblingsneffe zu Besuch im Süden der Kaiserstadt war, hielt ich es für eine gute Idee, ihn mit einem Besuch zu beehren, damit er nicht vergisst, wer die coolste Tante ist. Zuvor stand natürlich das tägliche Telefongespräch mit der 400 Meter entfernt wohnenden Braut an, in welchem der sonntägliche Fotoaustauschbesuch generalstabsmäßig geplant wurde. Nur weil die Hochzeit gut lief, muss man nicht anfangen zu schludern.

Ein Mittagessen mit Quengelchen, der alsbald ins Bett verfrachtet wurde, füllte unsere knurrenden Mägen während uns Vati Basmati die angepeilte Route für den nächsten großen Trip umriss. Grob wird der gesamte Westen der Vereinigten Staaten vom Yellowstone-Nationalpark bis runter zum Grand Canyon und rüber nach Hollywood durchfahren, im kleinsten verfügbaren Wohnmobil mit 8 Metern Länge. Das hat den Vorteil, dass man sich gut aus dem Weg gehen kann, wenn LaMama beim Rummykub ständig verliert man sich während der 6 Wochen mal nicht so gut versteht.
"Geh doch zu deinem Ende des Wohnschiffs!"
"Was? Ich kann dich nicht hören, du bist zu weit weg!"

Erinnert mich von den Dimensionen ein bisschen an den Tourbus von Justin Timberlake. Oder das Space-Shuttle.

Ich bin grün vor Neid und habe schon drei Nächte in Folge von meinem spontan Besuch in diesem Wohnmobil geträumt. Wer möchte nicht mit 30 nochmal mit Papa und Mama in Urlaub fahren?

Kaum zuhause verschwand der Rest der Welt erstmal hinter einem Regenschleier, der sich weltuntergangsartig über die Stadt ergoss. Wer braucht schon Sommer, man kann doch ruhig direkt nach dem Frühling mit Herbst weitermachen. Oder nur April nehmen, der macht auch was er will.

Zum Glück kam die nach Heirat Umbenannte Lieblingsblondine mit dem Auto und holte mich, meine Foto-Festplatte und einige ihrer Hochzeitsgeschenke ab. Praktisch, wenn man nach einer durchzechten Nacht Geiseln im Kofferraum beherbergt.

Die Fotos waren flugs kopiert und zu unserer Erheiterung sahen wir uns direkt das aus ca. 1500 Fotos bestehende Daumenkino der Hochzeit an. Die Freude war auf allen Seiten spürbar. Es ist schon schön, wenn Fotos all die Emotionen enthalten, die an diesem Tag durch die Luft schwirrten. Und man nicht ständig die ermahnenden Analog-Worte von LaMama im Ohr hat: "Vermakel nicht die Fotos, fotografier mehr als nur Vati." Kaffee gabs auch, wer lebt nochmal ein anstrengendes, energiefressendes Leben?

Wieder zuhause wurde das Outfit gewechselt und theatertauglich gemacht, denn: tanja machte theater. Es wurde "Dear Octopus" von Dodie Smith gekonnt in Szene gesetzt, mit einer brillanten tanjerine als Grandma Dora Randolph. Merkt Euch unbedingt den Namen dieser Theatertruppe, die führen pro Semester ein Stück auf und die Inszenierungen sind immer sehr, sehr gut. "Dear Octopus" war in keiner Sekunde langweilig oder so, dass man lieber woander gewesen wäre. Was auch gut war, denn so langsam hörte ich das flehentliche Bitten meines Körpers, mir doch bitte auch ein wenig Ruhe zu gönnen. Konnte er haben, schließlich war das Stück 3 Stunden lang, in denen ich mich so wenig wie möglich bewegt habe.

Naja, eigentlich meinte der Körper was anderes. Unterstützung hat er nun von der Seele bekommen, so dass ich diese Woche schon MEHRFACH einfach nur auf der Couch gelegen habe. Eine fortlaufende Reihe von Minuten gilt doch als mehrfach, oder nicht? Ich arbeite dran. Aber was kann ich denn dafür, dass die Tage so viel kürzer sind als meine Pläne?

Ein wundervolles Wochenende. Kann ich das nochmal haben?

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