28. August 2009

Warum es manchmal besser ist, nur das Nötigste zu tun

Ich hab jetzt endlich verstanden, warum so viele Menschen denken, dass das professionelle Übersetzen durch einen Übersetzer so aussieht, dass der Text ankommt, wir ihn speichern, auf einen Knopf drücken, bisschen Kaffee trinken gehen im Nachbarbüro, bisschen Mittagessen in der Kantine, bisschen Schwätzen in der Kaffeeküche und dann, wenn wir zurück ins Büro kommen, dann ist der Text übersetzt.

Falsch.

Es ist so: der Text kommt an und ist nicht in der Sprache geschrieben, in der er gelesen werden möchte. Also lade ich den Text in mein Übersetzungsprogramm. Dann setze ich mich hin und übersetze. Dauert je nach Länge des Textes mal länger, mal weniger lang. Ich bin fertig und schicke den Text zurück. Spannendes Leben hoch sieben.

Heute allerdings:

Der Text kommt an und ist Englisch. Er soll aber auf Deutsch sein. Sonst ist es IMMER andersrum. Von Englisch nach Deutsch kann ich auch gar nicht so gut. Da bin ich irgendwie falsch gepolt, weil der Normalfall vorsieht, dass man viel leichter von der Fremdsprache in die Muttersprache übersetzen kann. Egal. Weiter. Wie jede emsige Arbeitsbiene nehme ich mir den ersten Satz vor. Der ja auf Englisch ist. Und Deutsch werden möchte. Und während mein Hirn die Wörter hübsch übersetzt und in die grammatikalisch richtige Reihenfolge bringt, übersetzen meine Hände flugs wieder zurück, weil die ja darauf gepolt sind, von Deutsch ins Englische zu übersetzen. Woraufhin ich zweimal den gleichen Satz auf dem Bildschirm stehen habe während mein Gehirn den Deutschen Satz parat hat. Und ich verwirrt von mir selber bin.

Am Automatismus muss ich wohl noch schrauben.

Jetzt geh ich mal zur Kaffeeküche. Schwätzen.

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