2. September 2009

Quentin, wir müssen reden.

Quentin, we need to talk.

Gestern im Kino: Inglourious Basterds, dessen Schreibweise mir schon Probleme bereitet. Als bekennender Kino- und Filmfan und ehrlicher Quentin-Fan führt am neuen Streifen des Meisters des Tableaus kein Weg vorbei bzw. alle nur hin. Schritt ich also hin.

Und saß, und saß, und saß. 160 Minuten können ganz schön lang sein, vorallem wenn der nächste Tag ein erbarmungsloses Weckerklingeln parat hält. Aber was weine ich denn, ich hätte ja auch am Wochenende gehen können. Wie so oft hat Tarantino nicht die Handlung in den Vordergrund gestellt, sondern das Kino an sich. So ist es doch am Ende auch das Kino, und nicht so sehr die Charakteren, das die Geschichte verändert.

Auf Filmstarts gibt es dazu zu lesen:

"Tarantino zieht die einzelnen Kapitel keinesfalls in die Länge, sondern in die Breite. Er nimmt sich für alles Zeit, was ihn interessiert – ob es nun zur eigentlichen Story gehört, oder es sich um einen Nebenschauplatz handelt, tut nichts zur Sache."

Genau so ist es. Ohne auch nur einmal auf die Uhr zu gucken hatte ich oft das Bedürfnis an ihn heranzutreten und zu sagen "Na los, komm, weiter zur nächsten Szene. Ich will wissen, wie es weiter geht!" Aber gut, das geht ja nun mal einfach nicht. Also sollte man die Gelegenheit nutzen, genauer hinzuhören und genauer hinzusehen, denn die Dialoge sind akribisch ausgefeilt und die Szenen detailliert ausgemalt.

Außerdem: Großartige Schauspieler stellen großartige Charakteren dar und nicht sich selbst in guten Rollen. Filme werden genauso zitiert wie Filmgeschichte und Filmkunst. Das "Kino" ist nun mal selber die Hauptperson in diesem Film.

Wer eine reißerische Story oder einen aktionbefrachteten Kriegsfilm erwartet, wird enttäuscht nach Hause gehen. Wer aber Tarantino das machen lässt, was er am besten kann - und das ist die Liebe zum Film in grandiosen Szenen zum Ausdruck zu bringen - der wird belohnt mit einem Film in dem es nicht um die Gesamtleistung geht, sondern um die Einzelteile.

Ich kann den Film nach langem Darübernachdenken nur empfehlen. Wenn man sich darauf einlässt.

1 Kommentar:

  1. Als bekennender Tarantino-Fan geh ich da natürlich auch rein :)

    Allerdings an einem Samstag und zwar heute :D

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