11. September 2009

Robben retten für Fortgeschrittene

Während ich so mit dem geek durch den einsamen Bergwald wandere, sehe ich auf einmal auf dem von rot-braunen Nadeln bedeckten, herbstlichen Waldboden eine Tierschnauze lustig schnüffeln. Ich stoppe so abrupt, dass der geek in genüsslicher Dampflokmanier in mich hinein brettert und männlich zu verstehen gibt, dass es hier keinen Schuhladen und somit keine Notwendigkeit für einen Stopp gibt. Soviel hat er immerhin schon gelernt.

Ich schsche ihn an und flüstere: "Jetzt guck doch mal, ein Tapir, wie niedlich. Und wie gut der getarnt ist?!"

Das könnte eigentlich schon das Ende des posts sein. Und, was ist Euch so passiert gestern?

Aber der Traum ging ja weiter. Da Tapire ja das Normalste der Welt zu sein scheinen wandern wir weiter und irgendwie geht mir in den nächsten 2 Minuten der geek verloren, so dass ich die Heldin des nun folgenden Abenteuers sein kann.

Ich trete aus dem Wald heraus auf einen verschneiten Berghang á la James Bond Verfolgungsjagd auf Skiern. Auch hier kann mich die Natur, sei sie auch noch so listig, nicht täuschen. Einige Meter vor mir sehe ich eine Robbe, die sich langsam den Hang entlang auf einen kleinen Holzstoß mit darauf liegendem Fisch zu bewegt. Robben, deren natürlicher Lebensraum anscheinend auch verschneite Berghänge sind, haben ja eine schneeweiße Unterseite und eine braune Rückenseite, so dass sie für diese Situation wirklch gut vorbereitet ist. Im Schnee sieht man sie dank der weißen Seite nicht und wenn sie wieder im Wald ist, dann schützt sie die braune Seite vor dem Entdecktwerden. Wie schlau, Mutter Natur.

Die Robbe robbt zielsicher auf den Holzstoß zu, nimmt mit ihren patschigen Vorderflossen das Stück Fisch vom Holz und - BANG - trifft sie ein Eisenbügel auf die Flossen, der einer gigantischen Mausefalle gleich hinter dem Holzstoß aufgespannt war. Ich durchschaue die Situation natürlich blitzschnell und hechte vorwärts, um dem putzigen Ding zu Hilfe zu komen. Sie guckt mich aus großen, tränengefüllten Augen an, wimmert und hält ihre verletzten Vorderflossen hilflos hoch. Ich nehme sie behutsam wie ein Baby auf den Arm und will mich gerade mit ihr in Richtung schützendes Gehölz aufmachen, als neben mir sirrend ein Ninjastern im Holz einschlägt.

Ein Robbenjäger, der diese Wildererfalle wohl aufgestellt hatte und auf der Lauer lag, will sich seine Beute nun nicht von mir streitig machen lassen. Er zieht einen weiteren Ninjastern aus seiner Umhängetasche - das ist ja bekanntlich die gängige Art des Robbenfangs - und wirft ihn präzise zielend nach mir und meinem Schützling.

Aber er hat die Rechnung ohne mich, bzw. ohne meine James Bond Verfolgungsjagd auf Skiern Erfahrung gemacht. In Ermangelung von Skiern drücke ich die Robbe an mich und werfe mich rücklings den Abhang hinunter. Schnell nehmen wir Fahrt auf, von ihrem weißen Bauchfell bestens getarnt. Der Robbenjäger brüllt uns - sicher etwas unflätiges - hinterher und hechtet uns hinterher, immer noch Ninjasterne werfend. Mir wird Angst und bang.

Da meine neue Outdoorjacke aber aus einem Material ist, dass nicht nur so gut wie wasserdicht, sondern auch besonders dicht und glatt gewebt ist, kommen wir rasend schnell voran und landen nach kurzer Zeit am Fuss des Berges an einer Robbenauffangstation.

Es ist gerade Schichtwechsel und so sind viel mehr Helfer da als normalerweise, ein Glück für mich und meine Robbe. Man nimmt sie mir ab und bringt sie sofort zur Krankenstation, wo sich die Tierärzte um ihre verletzten Vorderflossen kümmern. Ansonsten scheint sie ok zu sein. Die Schichtleiterin, Kennedy mit Nachnamen, nimmt sich hingegen meiner an und bietet mir zum Aufwärmen einen Kaffee und einen Donut an.

Kann mir jemand diesen Traum erklären?

Kommentare:

  1. Wow! Erklärung: keine. Außer, dass du dich für irgendetwas (jemanden) veantwortlich fühlst?

    Ziemliche Dramatik, du träumst ja filmreif :D

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  2. Freud sagt: Du hast was Falsches gegessen vor dem Einschlafen.

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  3. Man soll vor dem Einschlafen keine Robben mehr essen? In welcher Frauenzeitschrift hab ich das denn nicht gelesen?

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