20. Oktober 2009

Kindergeburtstag

Wenn man 31 25 again wird, dann darf man 10 Kinder einladen, von denen leider nur 8 konnten. Mit denen darf man dann ins Vapiano gehen und lecker essen und trinken. Das ist fast noch besser als vor vielen Jahren, als wir den Geburtstag der Florida-Gastoma bei McDonalds gefeiert haben. Ja, war es.

Vorher:

Cati: "Hallo, ich würde gerne heute abend um 19:30 Uhr mit ca. 8 Mann bei ihnen essen gehen. Man sagte mir, dass sie nicht reservieren, aber gucken können, dass ein Tisch frei bleibt, wenn ich mich nachmittags melde. Nun gut, es ist soweit."

Sie: "Hallo, wir reservieren nicht."

Cati: "abwartende Stille."

Sie: "Aber wenn sie um 18 Uhr hier sind, dann ist das kein Problem."

Cati: "verwirrt. Aber ich sagte ja, dass wir um 19:30 Uhr kommen würden und sie haben mir noch vor wenigen Tagen gesagt, dass sie mir was freihalten könnten."

Sie: "Aber wenn sie um 18 Uhr hier sind, dann ist das kein Problem. Um 19:30 Uhr ist alles besetzt. Das ist immer so. Reservieren können wir nicht."

Cati: begeistert ob der hellseherischen Fähigkeiten beschließt sie, die weitere Diskussion einfach sein zu lassen.

Da war wohl beim Telefonmarketingskript nichts vorgesehen für meine Art der Anfrage. Merke fürs nächste Mal: den Namen des Besitzers am Rande einfließen lassen hilft bestimmt. "Also mit Herrn soundsowichtig hab ich neulich besprochen..."

Um 19:30 Uhr ist die Gästeschar schon groß und noch genau ein Tisch frei mit Platz für 6. Passt schon mal genau. Die zwei Mädels, die da noch sitzen vor leeren Tellern, versprechen baldigen Platz für alle. Geburtstagsglück.

Der Hawaiipulli und ich gehen mal Getränke holen. Ich informiere den Barkeeper, dass ich heute Geburtstag habe und er deswegen Cola trinken dürfe, obwohl es schon nach 7 sei. Er starrt mich sekundenlang ausdruckslos an und sagt dann beim Richtung Colaschrank Drehen "Na, das ist ja ein toller Geburtstag." Die richtige Antwort wäre gewesen: "Ach, sie haben Geburtstag? Dann abonniere ich erstmal den RSS-Feed ihres Blogs und gebe ihnen dann einen Prosecco aus!" Beim nächsten 25. dann vielleicht.

Irgendwann sind dann auch die Gästinnen da, deren Kinder erst ins Bett gebracht werden wollen und wir können zum Bestellen ausrücken. Beim Vapiano muss man ja selber zur Kochnische schreiten und dem dort arbeitenden Volke seine Wünsche mitteilen. Auch dort bringe ich subtil wie nur was meinen Geburtstag an. Keiner reagiert. Gut, ich erwarte nix mehr.

Pasta wird frisch vor den Augen der Hungrigen zubereitet, die Pizza braucht aber was länger und daher bekomme ich einen Pager, der mich über die Fertigstellung informieren wird. Da wir schnell herausfinden, dass der über normales Telefonnetz funktioniert, bin ich verwirrt, denn wie kann mich meine Pizza anrufen, um mir zu sagen, dass sie fertig ist? Und in welches Ende muss ich sprechen, damit sie mich hört? Ich warte mal ab.

Die Pastamenschen haben keinen Pager bekommen, aber dafür sind auch sowohl Spaghetti als auch Ravioli aus. Das sind aber ja auch ganz ungewöhnliche Sorten, die will sonst niemand, da hat man nicht soviele da. Vorallem, wenn man selber die Nudeln herstellt. Fragen über Fragen tun sich auf.

Mein Pager blinkt als letzter. Unfair, das ist mein Tag und ich habe Hunger. Wenigstens kommt mein geschickt platzierter Geburtstagshinweis an und alle Pizzabäcker strahlen mich an, schüttel mir die Hand und gratulieren. Die sind nett.

Weißwein: schmeckt auch mit 25. Wieder.

Fazit: im Vapiano kann man lecker essen. Kostet auch nicht soviel, allerdings sind die recht unflexibel, was meine Freigetränke angeht. Macht nichts, das bring ich denen schon bei. Gemütlich sitzen kann man eigentlich schon und es gibt viel zu gucken. Das stört übrigens nicht, wenn man sich viel zu erzählen hat, aber falls man mal schweigen will, kann man das da sicher gut. Eher zur Kategorie Eventgastronomie zu zählen als zum gemütlichen Sitzrestaurant, aber Geburtstage sollten nun mal Events sein und gefeiert werden. Wieder und wieder und wieder.

Guten Appetit.

Kommentare:

  1. Oha. Hoffentlich hats trotzdem noch Spaß gemacht ;)

    Ich mag diese Ketten gar nicht, die sämtliche Innenstädte austauschbar aussehen lassen ("sind wir noch in Berlin oder doch schon wieder Zuhause" im - hier bitte einsetzen: Starbucks, Balzac, diverse Steakhäuser und nun auch noch Vapiano...) und die Einnahmen gönne ich lieber dem Einzelgastrononem, der hats schwer genug in der Finanzkrise, noch n Teller Pasta zu verkaufen...

    Also: Beim nächsten 25. vielleicht was Individuelleres probieren? Dann klappts auch mit dem Geburtstagsständchen am Tisch *g

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  2. Vapiano ist für mich nur was für die Mittagspause - so wie gestern nach einem Kundentermin in der Innenstadt. Dafür dauert es oft schon fast zu lange. Abends ist mir das zu laut, zu ungemütlich mit Kantinencharakter.

    Beim nächsten 25. müssen einfach die Gästinnen besser geimpft werden, was singen, Wunderkerzen, Überraschungen und ähnliches angeht ;)

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  3. Da das Vapiano aber gerade erst eröffnet hat und es etwas ähnliches im guten alten Kaiserstädtchen nicht gibt, muss es ja mal ausprobiert werden. Welches Event wäre da besser als ein besonderer Tag? Daher der Ausflug. Und die Gästinnen haben sich hervorragend benommen, nur das Konzept des Vapiano muss noch flexibler werden, damit mein Geburtstag gebührend honoriert wird ;-)

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  4. Uiuiui, dankeschön! Was für eine Ehre!
    Werde ich gleich mal einbauen, so die Internet-erlaubt-Zeit im Büro ausreicht!

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