16. November 2009

Das STEIG in Eifelsteig kommt von Steigung

Ein bisschen hatte ich das Gefühl, dass 95% der Steigungen nur zu erklimmen sind, damit man dann auch wieder runtersteigen kann. Mir haben noch nie die Knie beim Wandern wehgetan. Bis Samstag.

Nach dem James-Bond-chronologisch-Projekt steht gerade das Eifelsteigprojekt an. Die ersten drei Etappen haben wir mal ausgelassen, das ist ja wie zu LaMama fahren und spazierengehen. Also sind wir am Samstag in aller Herrgottsfrühe - ist das ein Wort? - aufgestanden, in Richtung Bushaltestelle gestolpert und kurz darauf im pittoresken Monschau aus dem Bus wieder herausgefallen.

Der geek musste sich dann erstmal outen, dass er noch nie in Monschau war. Gut, ich gebe zu, er ist kein Japaner, aber auch so gibt es gewisse Verpflichtungen im Leben. Steht "Monschau besuchen" eigentlich auf der Liste "100 Places to see before you die"? Google wirds wissen.

Immerhin erkannte er sofort das Schwiegermutterbesuchspotential, das dieses Städtchen bietet. Also wird Schwiegermutter beim nächsten Besuch zum Weihnachtsmarkt nach Monschau entführt und als krönender Abschluss droht die leckerste Torte im Café Henn in Rurberg. Aber das ist erst am Sonntag des Eifelsteigprojekteinstiegs Thema.

Um von vor Monschau nach hinter Monschau zu gelangen, könnte man als Eifelsteigslaie denken, dass man am besten einfach gerade durch geht. Falsch. Diesen Ansatz verfolgt der Eifelsteig nicht. Man geht erstmal auf einen Berg rauf. Dann kann man den nämlich wieder runter gehen und befindet sich dann nach läppischen vielen Umwegshöhenmetern hinter Monschau. So geht es dann weiter, auf teilweise gar nicht so breit getretenen Pfaden Richtung Höfen.

Die Beschilderung ist super, gotteslästerlich könnte ich sagen, dass wir das Garmin gar nicht gebraucht hätten, aber dann würde der geek Schluss machen und das ist zu vermeiden. Aber es ist erstaunlich, wieviele Berge es gibt, die einem beim Autofahren so gar nicht auffallen. Weil man mit dem Auto auch drumrum fahren kann. Oder dazwischen durch. Nicht so wandernd auf dem Eifelsteig.

Aber das beschehrt traumhafte Ausblicke, die trotz des nur mäßig kooperativen Wetters beeindrucken. Fotos dazu gibt es heute abend.

Als ich dringend mal eine Pause brauche, gibt es allerdings keine Bänke mehr und rasten auf dem Waldboden ist nur so lange schön, bis die Kälte von unten hochzieht. Also sind wir die 25 km bis Einruhr beinahe in einem Rutsch gewandert, was der Körperteil ab Bauchnabel abwärts auch heute noch dankt. So hat man eindeutig mehr davon.

In Einruhr erstmal ein Stück Kuchen, das passt immer. Wir genehmigen uns das im Café zur Post, welches auch Fan-Shirts feil bietet, die aber leider, leider nicht in den Tagesrucksack gepasst hätten. So ein Pech, sie waren so schön. Puha.

Am nächsten Tag - Abendessen im Restaurant Alt Einruhr wird einfach nicht erwähnt - ging es weiter in Richtung Nebelwand, die direkt hinter Regenschleier lag. Zum Glück lag auf dem Weg auch ein Shop&Coffee, wo ich mir einen Milchkaffee zum Mitnehmen gönnte. Wer sagt, dass man beim Wandern nicht warme Finger haben darf? Irgendwann hörte auch der Regen auf und wir waren mitten drin im Nationalpark Eifel.

Liebe Nationalparkbetreiber. Es wäre super, wenn Sie Ihrem Rotwild nochmal genauer sagen könnten, wie genau das mit dem publikumswirksamen Verharren am Waldrand funktioniert. Einfaches Flüchten mit Verschwinden im Wald ist doch wirklich unnötig, wenn Frau Waldjugend und der Herr geek daher kommen. Ich hätte gerne ein Foto gemacht.

Auch der Panther Djonny Bondjorno lässt sich nicht blicken, aber da will ich mal nichts sagen, der ist ja auch westlicher in Malmedy unterwegs. Aber mein Handy ist auch aus, wie soll ich da ein weiteres YouTube-Überwachungsvideo in hochwertiger Qualität aufnehmen?

An der Urftstaumauer entschließen wir uns nach wenigen Bergen, dass das Wetter nicht so lockt, noch bis Gemünd zu wandern. Also lassen wir auch den Abstecher zur Ordensburg Vogelsang und wandern am Obersee entlang in Richtung Rurberg. In Rurberg konnten wir dann auch nichts dafür, dass der Bus nach Hause erst NACH der Torte fuhr.

Fazit: very empfehlenswert. Auch im Herbst, bei Regen und Schlamm.

Update: Fotos.


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