19. Januar 2010

Coffee? Yes, please!

Ich möchte an dieser Stelle mal gelobt werden.

Am Samstag hatten die Lieblingsblondine um 14 Uhr in aller Herrgotts Frühe einen Exklusivtermin bei Lauretta Schmitz, der Brautkleidverkäuferin unseres Vertrauens im schönen WEIT VOR DER VOREIFEL gelegenen Roetgen. Obwohl Lauretta um diese Zeit eigentlich schon geschlossen hatte, durften wir hin. War ein bisschen wie JLO sein, nur ohne den Hintern.

Wir also ab die Post in den Süden gedüst und pünktlich gelandet. Und mit uns landete auch die Cati Basmati Samstagsmüdigkeit. Ich hätte so sehr einen Kaffee gebraucht. Den gab es aber nicht, auch keinen Prosecco obwohl dass doch immer wieder versprochen wird, dass die Berater der Braut-to-be nicht unbedacht bleiben. Aber gut, ich stand ja nicht wirklich im Zentrum der Aufmerksamkeit und anfassen darf man ja generell kein Brautkleid, so es einem nicht gehört, so dass ich mich mit herabhängenden Armen auf das Offenhalten der Augen konzentrieren konnte.

Lauretta schrieb erstmal unsere der Braut ihr seine Vorstellungen auf und nahm uns dann mit in die heiligen Hallen im hinteren Bereich des Geschäfts. Und da hingen sie. Meter um Meter feinster weißer Stoff. Farblich passend freuten wir uns wie die Schneeköniginnen und los ging’s mit dem Aussuchen. Die Lieblingsblondine hatte eigentlich schon recht gute Vorstellungen von dem was sie nicht wollte und konnte sich so auf das konzentrieren, was sie vielleicht wollen könnte. Gar nicht so einfach. Gottlob hatten wir Lauretta dabei, die aufmerksam alles in sich aufsog, was die zukünftige Braut von sich gab, und so sehr schnell ein Gespür dafür entwickelte, was auf ein aufgeregtes Quieken stoßen würde und was mit einem lauten aber doch höflichen Pfffft entlassen werden würde.

Recht schnell waren also ca. 8 Kleider zumindest mal nach vorne gehangen worden und die Lieblingsblondine verschwand in der äußerst geräumigen Umkleidekabine.

Als sie kurz darauf nach viel Lachen und Kichern wieder erschien war die Sache klar: 10 Minuten nach Betreten des Ladens war DAS KLEID gefunden. Schade eigentlich, da man ja nicht so oft in den Genuss kommt, Brautkleider probieren zu dürfen oder jemandem dabei zusehen zu können. Ich fühlte mich ein wenig betrogen, jetzt wo die Nummer 1 wirklich die Nummer 1 war. Meinetwegen und ihr Gesicht sah auch danach aus strahl strahl strahl grins hätten wir nur noch zahlen müssen um dann ganz schnell das nächste Café anzusteuern.

Aber die Lieblingsblondine wäre nicht die Lieblingsblondine wenn sie aus dem Bauch heraus Entscheidungen treffen könnte und die Gelegenheit zum Anprobieren von ganz viel Weiß verstreichen lassen würde. Zurücklehnen und genießen war die Devise für mich.

Ganz besonders muss ich hier mal den Service von Lauretta loben. Äußerst sympathisch bis auf den Kaffeelapsus und keine Spur aufdringlich. Da hatte ich Schlimmeres erwartet. Jede Äußerung der Lieblingsblondine wurde vielmehr umgehend in eine Idee umgesetzt und da wurde noch mal eben dies hier und jenes dort hervorgeholt und manches noch vor der Anprobe wieder weg gehangen. Zeit schienen wir wie Sand am Meer zu haben und Ruhe noch und nöcher. Sehr angenehm und so werde ich sicher mit allen mir bekannten zukünftigen Bräuten wiederkommen. Dieser Laden - übrigens mit Filiale in der Elisengalerie - bekommt 10 von 10 Brautschleiern verliehen. Danke!

Ich wurde auch immer wacher, schließlich musste ich jetzt ganz geschickt die Details der Kleider vergleichen und das Mienenspiel der Lieblingsblondine deuten. Beides gelang mir mit Bravour und ohne Kaffee. Hence the Lob.

Am Ende war alles auf Anfang. DAS KLEID wurde gekauft, trotz der jämmerlichen Proteste der Braut to be, die noch mal drüber schlafen wollte. Schätzchen, wenn das bedeutet, dass Du am Montag nach Feierabend wieder von Hamburg in die Kaiserstadt kommst, um DAS KLEID zu kaufen, dann freu ich mich. Ansonsten verplemperst Du nur Zeit, denn warum nicht kaufen, wenn es vor einem hängt und um Mitnahme bettelt? Dann bekam ich auch endlich Kaffee, der Tag konnte nur noch besser werden.

Meine logisch strukturierte Überzeugung tat ihr Bestes, erreichte ihr Ziel und nach den ersten Kilometern der Heimfahrt wurde das Grinsen immer breiter und die Erkenntnis, dass wir gerade IHR KLEID gekauft hatten, sackte bis da hin, wo alles klar ist. Dann quiekte sie nur noch in regelmäßigen Abständen, was in einem Crescendo endete, als ich ihr die Kamera gab, denn nach dem Kauf kann man endlich auch fotografieren. Hier erscheint das Bild erst im August, denn der Hawaiipulli liest mit und soll die Braut ja nicht vorher im Brautkleid sehen.

Lieblingsblondine, es war mir eine kolossale Freude. Auch ein bisschen, weil jetzt die Kaiserstadt mit dabei ist bei der Hochzeit in Hamburg. Gut gemacht, Cati Basmati.

Kommentare:

  1. du willst gelobt werden?

    *lobloblob*

    und neidisch bin ich zusätzlich!



    bis dann, in hh zum ja-wort!
    sonja

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  2. Mein grösstes Lob an dich, ICH hätte das ohne Kaffee nicht geschafft! ;)

    Es ist was ganz was Besonderes, wenn man das EINE weiss aussuchen darf. Und du hast deine Sache wirklich gut gemacht.

    Toll!!

    Danke auch schonmal hier für deinen Stöckchen-Weitwurf. Ich fange miserabel, aber da es um Bücher geht ;) heute Abend habe ich sicherlich mal einen Moment zum Bücher raussuchen.

    Viele Grüsse vom
    Lieschen

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