2. Februar 2010

Was lange rutscht, rutscht gut

Toledo steht ja bekanntlich auf sieben Hügeln. Das weiß ich, weil Toledo Partnerstadt ist. Wieviele Hügel die Kaiserstadt aufzuweisen hat weiß ich hingegen nicht, aber dank der Internetrecherche weiß ich wenigstens, dass der Vaalserberg einer der wenigen echten Hügel ist.

An sich sind Hügel ja was Hübsches. Man kann raufklettern. Man kann runterklettern. Man kann, vor dem Runterklettern, auch kurz innehalten und die Aussicht genießen. Und man kann drumherum rutschen. Besonders momentan, wo Schnee und Eis die Region fest im Griff haben. Eisschollen auf dem Mittellandkanal? Schnee von gestern, dass ich nicht lache. Eisschollen auf der Straße, das ist wenigstens mal was Neues.

Gestern also, als ich Mr. Goldfinger in atemberaubender Geschwindigkeit und manchmal sogar im dritten Gang gen Heimat scheuchte, wurde mir mal wieder bewusst, wieviele Hügel es jetzt tatsächlich sind, die mein Büro vom heimatlichen Hafen auf der anderen Seite der Stadt trennen. Sehr viele.

Statt 45 Minuten habe ich die Situation hübsche 100 Minuten ausgekostet. Wenn man schon mal ein solch rutschiges Schauspiel erleben darf, dann sollte man das auch ausnutzen und nicht nur jammner. Also bin ich schön langsam gefahren, um jedes Anfahren an jeder Ampel mit einem heiteren Huschen nach rechts und links zu begrüßen. Alle heckantriebgesteuerten Mitmenschen wurden mit einer äußerst großzügigen Portion Mitleid bedacht und Mr. Goldfinger im Sekundentakt gelobt ob seiner tapferen Bemühungen, mich heil nach Hause zu bringen.

Besonders schön waren die Momente, in denen klar wurde, dass alle im gleichen Boot sitzen und niemand mehr daran dachte, den festgefahrenen Vordermann mit einem Hupkonzert für sein Vollgas zu bestrafen, sondern man einfach ausstieg und anschob. Und lachen musste ich mehr als einmal, wenn auf zweispuriger Straße die zwei Kolonnen in die eine Richtung gleichzeitig anhalten mussten, weil sich nebeneinander zwei Wagen festgefahren hatten. Ein Schauspiel ohne Gleichen.

Ohne Gleichen?

Warten wir erstmal die Heimfahrt heute ab. Da ist ja wieder einiges versprochen, was Blitzeis und überfrierende Nässe angeht.

Jetzt geh ich zurück auf mein Zimmer und jammer wieder.

1 Kommentar:

  1. Ich hörte, dass die Busse die Schanz nicht mehr hoch gekommen sind. Ich bin ein bisschen traurig ob des verpassten Schauspiels!
    Ich wünsche eine schreck- und unfallfreie Heimfahrt!
    Liebe Grüße, Juli

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