1. März 2010

Der geek und ich spielen gerne

Aneinander rum, ja, aber auch andere Spielchen. Nicht solche, wo man sich gegenseitig manipuliert bis auf die Regel, dass Cati immer gewinnt, sondern nette Spiele mit anderen. Dann allerdings wirklich nicht aneinander rum, sondern mit Spielbrett, Männchen, Häuschchen, Geldscheinchen, Kärtchen und was sonst noch so dazu gehört.

Momentan wird ja Dominion (Spiel des Jahres 2009) gehyped. Und als wir neulich so im Spieleladen des Vertrauens standen und eigentlich Quoridor kaufen wollten, standen wir ein wenig unmotiviert vor einer großen Angebotspalette, auf der ca. 100 Exemplare von Dominion standen. Der Verkäufer witterte unser tief verborgenes Interesse und erschien wie von Zauberhand hinter einem Stapel Hello Kitty Schnickschnack. Der weiß immer, wo er wen überzeugen kann.

Er verstrickte uns also in eine Werbeveranstaltung - darin ist er Meister - und tat unsere Skepsis hinsichtlich des Spiels - weil Kartenspiel und ohne Männchen oder Brett und warum anders als andere Kartenspiele - als Unkenntnis ab und empahl uns, es doch wenigstens zu vesuchen. Er würde schwören, dass wir ihm hinterher dankbar seien. Eventuell hatten Terroristen im Libanon seine Frau und seine Kinder entführt und zwangen ihn, mindestens 1065 Spiele in 36 Stunden zu verkaufen, bevor die Liebsten in Freiheit entlassen würden. Inklusive aller Körperteile.

Und da der Spieleladen nicht umsonst unser Lieblingsspieleladen ist, gab er uns das Spiel übers Wochenende zum Testen mit. Auf Lieferschein und ohne Zahlung. Das nenn ich Service. Es war nämlich Samstag und wir hatten Interesse an einem Testspiel im Laden im Laufe der nächsten Woche signalisiert.

Da die Verlobte des Klitzi zu Besuch war, wurde er auf der Couch geparkt - Bein gebrochen, ihr erinnert Euch - und wir haben dann mal los gespielt.

Das Spiel bietet sich mit dem Attribut an, dass man 30 minütige Spielrunden hätte. Ein sportliche Ambition, das muss ich den Beschreibern lassen. In 30 Minuten bin ich noch nicht mal fertig, die 10 Aktionskarten durchzulesen, die im Laufe des Spiels genutzt werden können. Davon gibt es eine ganze Reihe mehr als 10, was für viele Kombinationen und somit für viel Abwechslung sorgt. Für Anfänger gibt es aber auch geschickt ausgewählte Sets, so dass man sich nicht erst lange überlegen muss, wie wohl das Zusammenspiel verschiedener Karten sein könnte. Einfach der Anleitung vertrauen und los.
"Dominion ist kein konventionelles Brettspiel, es besteht vielmehr aus 500 Aktions-, Geld- und Siegpunkt-Karten. Davon kommt in jeder Partie nur eine kleine, immer wieder neu zusammengestellte Auswahl zum Einsatz. Jedes Spiel verläuft daher anders; Taktik und Strategien wechseln von Partie zu Partie."
Es stimmt, es ist nicht so wie andere Kartenspiele. Es ist kurzweilig und spannend und man braucht genau das richtige Maß an Strategie, um vorwärts zu  kommen. Nicht zu viel jedoch, um sich noch schön unterhalten zu können - denn Gesellschaftsspiele verlangen ja per se nach Gesellschaft - und spontane Umentscheidungen bringen den eigenen Plan nicht ins Wanken.

Wir haben also zu dritt gespielt und 2 Stunden gebraucht. Beim 2. Spiel waren der geek und ich alleine und wir haben wieder weit länger als 30 Minuten gebraucht, allerdings kann das an der Ungeübtheit liegen. Wenn man mal alle Karten und ihre Funktionen kennt, muss man sicher nicht so viel Zeit mir Lesen verbringen wie wir.

Allerdings halte ich es nicht für ein gelungenes 2-Personen-Spiel. Man ist doch viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt und wenn man zu zweit ist, dann spielt halt immer der andere, wenn man selber Zeit zum Quatschen hätte und wenn man dran ist, dann braucht man Ruhe zum Denken und Durchführen der eigenen Aktionen. Paare, die sich nicht mehr viel zu sagen haben, werden allerdings zu schätzen wissen, dass man nicht viel miteinander sprechen muss und trotzdem sagen kann, dass man gemeinsam etwas unternommen hat.

Fazit: Ein unterhaltsames Spiel mit vielen Kombinationsmöglichkeiten, dass man gut spielen kann, wenn man ohne Zeitdruck einen locker-flockigen Abend verleben möchte und keine Lust auf langes Regellesen und -lernen vor Spielbeginn hat. Dann mit lieber mehr als weniger Spielern und bitte nicht schimpfen, wenn jemand immer wieder die Karten erst durchlesen muss, bevor er sich zum Kauf entscheidet. Lieber die Wartezeit nutzen, um neue Chips zu holen und ins Bad zu huschen.

Und los.

Kommentare:

  1. Das hört sich ja spannend an. Wir sind auch Spielkinder, und das Argument, dass man zu zweit nicht reden muss, könnte in unserer Beziehung vielleicht sogar manchmal förderlich sein!? Egal.

    Hast du noch mehr Tipps? Ich kann ja sehr das Kartenspiel Keltis empfehlen. Auch kurzweilig, trotzdem sehr spannend und man kann reden dabei! ;)

    Ich wünsche dir einen schönen Dienstag
    viele liebe Grüsse vom
    Lieschen

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  2. Ich für 2 Kahuna empfehlen. Vielleicht auch, weil ich so oft gewinne :-)
    Für mehr als 2: Piratenbuch, Niagara und Metro. Das sind momentan meine Favoriten.
    Und die kleinen strategischen: Quadrigo, Quoridor und Pylos sind eine angenehme Abwechslung, weil die Art etwas anders ist...
    Viel Spaß!

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  3. Huhu Du Liebe,
    ich finde es auch toll hab aber auch sehr viel länger als 20 Minuten gebraucht.... superklasse als Kartenspiel mit vielen finde ich Ligretto, als Spiel immer noch und immer wieder Siedler und Ubongo und am PC absolut Ogallalla....
    Spielerische Grüße Myriam

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  4. Oh welch feiner Service - Spielerezensionen ... sehr löblich. Wenn ich irgendwann mal wieder Zeit habe, dann komme ich vielleicht auch mal wieder zum Spielen (und vielleicht sogar zum rezenseren...).
    Welches ist denn Euer Spieleladen des Vertrauens? *neugierig dreinschau* Wo wir ja zufällig durch die gleiche wundervolle Stadt stolpern ...
    Liebe Grüße, Fredda

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  5. Unser Laden des Vertrauens ist der Spielemix in der Peterstraße. Die erklären einem alle Spiele und lassen einen auch alles Probespielen, was bei den teilweise hohen Preisen sehr löblich ist.
    Und wenn man dann doch nicht kauft, dann sind die nicht böse ;-)

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