24. März 2010

Genetischer Defekt

Ich glaube, ich leide an einem Gendefekt. Da muss man jetzt nicht gleich lautstark Luft einsaugen, sich augenverdrehend die Hand an die Brust schlagen und "Armes Hascherl" hauchen. So schlimm ist es nun auch wieder nicht.

Es ist nämlich so, dass ich seit längerer Zeit vermute, dass ich das Chill-Gen nicht habe. Nicht das, welches es einem erlaubt, die schärfste Currywurst Deutschlands zu überleben, sondern das, welches dafür sorgt, dass Freizeit freie Zeit ist und nicht zu einem Yippie-endlich-Zeit-zum-Erledigen Spaßbremser wird.

Da meine erste Amtshandlung als Mitglied des Betriebsrats ist, Bildungsurlaub zu nehmen, bin ich diese Woche nicht bis viel zu spät in den heiligen Hallen nördlich der Kaiserstadt sondern sorge fast inmitten der Kaiserstadt dafür, dass bis kurz nach Mittag die Birne raucht und ich ganz dringend abschalten muss.

Der Omnibus fährt auf dem Weg nach Hause nicht nur mitten durch die Stadt, sondern auch mitten am Kaffeemekka, dem Shoppingmekka und allen sonstigen Mekken vorbei, die es so gibt. Und was mache ich? Freue mich darauf, dass ich jetzt endlich Zeit habe, Schuhe zu suchen, die für den nicht ganz wetterbeständigen Frühling geeignet sind, die Daunenbettedecken und -kissen zu waschen, der Bügelwäsche hinterherzuhecheln, den Blog designtechnisch zu verändern, Kreata-Fotos zum Entwickeln zu geben, dem Straßenverkehrsamt das neue Konto mitzuteilen, die Eltern zu besuchen, der Freundin in New York ein Lebensupdate per mail zu schicken und die Wohnung auf Ostern vorzubereiten. Nach Häusern könnte man das Internet auch durchstöbern und Vintage-50s-Kleider sollten dort doch auch zu finden sein.

Mit dem Ergebnis, dass ich Montagabend sehr schlechte Laune und Magenschmerzen hatte. Fein gemacht, Cati, ganz große Klasse. Freizeitstress, was für ein Quatsch. Aber ich kann nicht nichts machen. Dann denke ich immer nur an die Dinge, die ich stattdessen machen könnte und BOOM wars das mit der Entspannung.

Heute: Selbstaustricksung der Basmatischen Art. Entspannung beim Zeitschriftenlesen im Sonnenschein wurde auf die ToDo-Liste gesetzt und pflichtschuldig abgehakt. Hat gar nicht weh getan. Den Schuh-Punkt hab ich dann auf dem Nachhauseweg erledigt, kurz vor dem Einkaufen. Schulterklopf.

1 Kommentar:

  1. Ja, manchmal muss man sich selbst austricksen...
    Und so schlimm ist es doch nicht. :-)
    LG
    Nicole

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