27. April 2010

Fragen zum Fernsehduell

Gestern war Fernsehduell. Überraschenderweise im Fernsehen. Also eigentlich in NRW, weil ja Landtagswahlen ins Haus stehen. Landtagswahlen oder vielmehr Wahlen an sich finde ich super, schließlich fühle ich mich dann immer so, als würde meine Stimme das Zünglein an der Waage sein. Fragt nicht hinterher, wie ich Wahlen finde, dann finde ich sie nämlich total bescheuert, weil sich wieder einmal herausgestellt hat, dass es zu viele Wähler gibt, die meine vorgegebene Marschrichtung missachtet haben. Schwupp, schon haben wir die FDP den Salat. Immer lieber auf die Königin hören.

Bei mir sind aber trotz intensiven Zuhörens noch Fragen offen:

Warum hat keiner gefragt, ob die äußere Ähnlichkeit von Frau Kraft mit Frau Merkel auf eine Ähnlichkeit in politischen Ansichten schließen lässt? Bin ich die einzige InStyle - wahlweise Gala - Leserin, die zuschaut?

Oder warum Herr Rüttgers so vehement alle Fragen so beantwortete, dass ich ihn auf keinen Fall wählen kann?

Oder warum Frau Kraft alle Fragen vehement nicht beantwortete, so dass die Wahlentscheidung nur eine Entscheidung für das Unbekannte sein kann? Bin ich ein danger seeker?

Warum sind diese Duelle immer so langweilig? In der Schule lernt man, dass früher die Duellanten mit Pistole im Anschlag Rücken an Rücken standen anstatt nebeneinander und dass nach dem Duell einer der beiden tot sein sollte. Oder zumindest verwundet, was dann aber gleichbedeutend mit Schmach ist. Ohne Verlierer keinen Sieger. Gut dass ich schon vor meinem ersten verfolgten Fernsehduell herausgefunden hatte, dass sich außer mir niemand für Geschichte interessiert.

Am allerwichtigsten aber: Wieso fragt mich eigentlich nie jemand, ob ich mal im Fernsehen sein will so ein Interview führen möchte? Die werden schon sehen, was sie davon haben. Selber schuld. Ich wäre so gut. Grummel grummel grummel.

Schalten Sie also am Mittwoch ein, wenn es wieder heißt:
Hier eine Frage, bitte antworten Sie möglichst wortreich und so ausweichend wie nur möglich. Und schmusen Sie ruhig ein wenig mit ihren Gegner, zu Übungszwecken können Sie bei Frau Merkel und Herrn Steinmeier abgucken.

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