30. April 2010

In vino veritas

Stimmt gar nicht. Das Aromenrad weist nämlich Katzenurin, Kuhstall und abgehangenes Fleisch aus.

Wir waren Wein lernen. Also nicht "Rumheulen für Fortgeschrittene" oder "Süffige Südländer" sondern ein Einsteigerseminar mit 4 Weißen, 5 Roten und jeder Menge Infos über Rebsorten und Länder und Schnick und Schnack.

Wer ist aber auf die wirklich dusselige Idee gekommen, das an einem Donnerstag abend zu machen? Das muss dann wohl ich gewesen sein, als wir neulich in der Lieblingsweinbar Vertical saßen und dort eben jenes Seminar am Geburtstag von LaMama anpriesen wurde. Hab ich halt mal reserviert. Damals hielt ich das für eine gute Idee, heute morgen dachte ich ganz anders darüber.

Vor besagtem Wissenszuwachs wurde ein Punkt auf ihrer nicht vorhandenen Life List abgehakt: Sushi essen. Zwar war sie erst ein wenig irritiert und von ihrer eigenen Courage verängstigt, als wir vor dem Lokal des Lieblingsrohfischrollers Platz nahmen, aber sie hat sich tapfer geschlagen. Und die komplette gemischte Platte mit Stäbchen gegessen ohne was fallen zu lassen. Dieses Unerschrockene und doch Patente, das hat sie von mir. Glaube ich.

Nach tapferer Überlebung der rohen Meeresbewohner auf Stäbchen - nicht zu verwechseln mit Deep fried Snickers, die sind ja auch auf Stäbchen - überraschten wir sie dann mit den Eintrittskarten in den Geheimclub der Weinklugscheisser und nach wiederholter anfänglicher Skepsis fand dieser Programmpunkt ebenfalls ihr Gefallen. Es ist so einfach, sie betrunken zu machen zufrieden zu stellen.

Je später der Abend, desto schöner die Gäste. Sagt man ja so. Aber je später der Abend, desto lustiger zwar die Tischrunde, aber nicht desto leckerer der Wein. Obacht. Ihr könnt mich jetzt konfliktscheu nennen, aber ich beschritt den goldenen Mittelweg un mochte den 5. von 9 am liebsten, den Spätburgunder Rotwein aus deutschen Landen von dem Winzer, dessen Namen auf der Liste steht, die ich zuhause vergessen habe. Bei Bedarf schau ich aber nochmal nach. Herrlich muffig im Geruch, im Geschmack sehr schön waldig, mit Laub- und Brombeeraromen. Blahblahblah.

Natürlich war bei der Endabstimmung dieser Wein der am wenigsten beliebte. Er bekam genau zwei Stimmen: meine und die von Vati Basmati. Womit die Verwandtschaft bewiesen ist, denke ich.

Ein leckerer Braten mit ordentlich Sauce und Klößen hätte meine Meinung zu mehreren der Weine sicher verändert, aber da muss ich dann wohl noch mal selber nachprüfen. Wozu gibt es sonst den verkaufsgeschlossenen Samstag?

Prost.

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