26. Mai 2010

Ich überrasche mich selber mit einer Überraschung

Mit zunehmender Berufstätigkeit nimmt die Verfügbarkeit für Postgänge rapide ab. Wenn dann noch hinzu kommt, dass man in einem Haus voller Berufstätigker wohnt, wodurch zu Postanlieferungszeiten niemand da ist, um den Weg zu den Postkästen freizusummen, dann wird man automatisch ein großer Fan der Packstation. Ist man dort einmal registriert, kann man sich Päckchen nicht an seine Hausadressen schicken lassen, sondern an eine bestimmte Packstation. Mithilfe der Kennnummer meines Selbst und einer personalisierten Karte kann ich diese dann zu jeder Tages- und Nachtzeit abholen. Das ist ein bisschen wie Drive-In-Glücksspiel. Hinfahren, mitspielen, Paket gewinnen, wegfahren. Äußerst praktisch.

Neulich dann.

Da ich im Rheinland wohne - ich sage das nur, weil "südlich des Selfkant" oder auch "vor der Voreifel" oder gar "nördlich von südlich der Kaiserstadt" vielleicht nicht so einleuchtend sind - bringe ich meine Pakete in die südlichen Bundesländer aus Prinzip nicht selbst bei den Empfängern vorbei, sondern bemühe die Deutsche Post.

Da ich beim letzten Päckchen eine Gegenpäckchen erwartete, schrieb ich als Absender vorsorglich meine Packstationadresse auf den Umschlag. Damit das Gegenpaket auch ankommen konnte. So weit so gut, dachte ich.

Aber das ist wie beim "Erst denken, dann sprechen", das klappt auch oft nicht.

Bekam ich doch ein paar Tage später per sms die nachricht, dass in der Packstation tief im Süden mein Päckchen darauf warten würde, von mir abgeholt zu werden. Ich gebe zu, das ist eine super Geschäftsidee, wenn die Kunden noch dafür zahlen, die Arbeit das Ausliefern selber zu erledigen.

Ich hab dann mal angerufen.

Cati: "Guten Tag, ich habe ein Päckchen verschickt und dieses wurde fälschlicherweise zwar im richtigen Ort, aber dafür in einer Packstation für mich - und nicht den Empfänger - hinterlegt."

Packstation: "Aber dann brauchen Sie es doch nur mit ihrer Karte abzuholen."

Cati: "Aber ich will es ja gar nicht haben, deswegen habe ich es ja weggeschickt."

Packstation: "Das verstehe ich nicht."

Cati: "Also, ich habe ein Päckchen von hier im Westen in den Süden geschickt. Weil das zu Fuß zu lange dauert. Dieses Päckchen wurde nun nicht der Person zugestellt, die als Empfänger angegeben wurde, sondern an mich, den Absender."

Packstation: "Hm, das ist aber komisch."

Cati: "Richtig."

Packstation: "Stille."

Cati: "Es wäre schön, wenn sie das rückgängig machen könnten bis zu dem Punkt, an dem ein Postbeamter dieses Päckchen in seinem Auto hat. Dann könnte der es vielleicht zustellen?"

Packstation: "Aber wie konnte es denn für ihre Packstationnummer in der Packstation landen?"

Cati: "Ich habe diese als Absender auf das Paket geschrieben. Ich erwarte ein Rückpaket."

Packstation: "Und das liegt jetzt in der Packstation?"

Cati: "Nein, mein Paket liegt in der Packstation. Das, welches an den Empfänger gehen sollte. Ging es aber nicht."

An diesem Punkt der Unterhaltung hab ich dann mal ein Eis gegessen, bin ein wenig im Netz shoppen gegangen und habe mich nach ca. 8 Minuten dann wieder eingeklinkt. Ich gebe zu, dass es verwirrend war, eine Packstation als Absender anzugeben. Aber der Zweck heiligt die Mittel und das Dilemma war dann auch verstanden. Puha.

Packstation: "Das ist aber ärgerlich. Ich gebe mal eine Fehlermeldung auf und die sollen das dann wieder zustellen, die faulen Säcke." Eventuell waren die letzten zwei Wörter nicht ganz so, ich erinnere mich nicht.

Fehlermeldung aufgegeben, nachdem sie mir den Wortlaut diktiert hatte. Präzise erkläutert, einfacher Lösungsvorschlag. Hoffnungsfroh.

Am nächsten Tag dann die E-Mail der Empfängerin: alles angekommen.
Ein paar wenige Tage später ein Anruf der Packstationsfrau, dass man auf meine Beschwerde reagiert hätte und das Paket inzwischen zugestellt worden sei.

Service, der die Welt erschüttert.

Kommentare:

  1. omg! Ich glaub ich wär ausgerastet! Ist schon heftig wie doof die bei der Post sich manchmal anstellen...
    Aber an und für sich sind diese Packstationen ja super. Ich brauch´s nicht, weil ich meine Sachen zur Not auch ins Büro liefern lassen kann oder kurz mal 100m zur Post laufe, wenn was für mich abgegeben wurde (dann ist´s halt nen Tag später bei mir).
    Danke für den Blogeintrag!
    LG
    Nicole

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  2. Huhu Du Liebe,
    uuuuuaaaahahahahaha, ich brech zusammen vor lachen.... jetzt mußt Du dann als Schluss aber noch hinzufügen. Zugestellt wurde das Ganze dann im Privat-PKW von einem Herren der Packstation - nicht vom Briefträger! Gott sei Dank, das dann immerhin kicher.
    Bonmot: Mein Jüngster hat eine Postkarte verschickt deutlich mit der Adresse des Empfänger aber zusätzlich unter ABSENDER seine Adresse.... prompt wurde sie IHM heute per Post zugestellt... gröhl. Jetzt weiß ich nicht sind nur hier die Voraussetzungen für eine Anstellung bei der Deutschen Bundespost der IQ einer Reihe Kopfsalat oder gilt diese Qualifikation bundesweit?????
    Wie Du sagst, Service der die Welt erschüttert.
    Immer noch vor lachen schlapp an der ERde liegende Grüße Myriam

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  3. Wow - mit Lösung! Bin begeistert : )

    Faultier Sid

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