27. Januar 2011

Störung im Betriebsablauf

Heute morgen war genau wie neulich, nur ein bisschen anders. Also eigentlich waren da nur die gefühlten 45 Sekunden, Monatskarte und innere Verwirrung hatte ich ja schon.

Es ist übrigens eine schlechte Idee, nach dem Ausschalten des Weckers noch mal kurz zu kuscheln. Außer man ist schnell wie der Wind und hat frisierfreudiges Haar, dann schafft man immerhin noch den späteren Zug.

Ich gebe an dieser Stelle zu, dass mir bei geschwindem Betreten des Bahnhofs hätte auffallen müssen, dass vor meinem Zug auf der Abfahrtstafel noch 7 andere, chronologisch betrachtet bereits abgefahrene, standen. Bei 9 Gleisen, von denen es nur 7 gibt, an denen morgens zwar Züge halten, aber es ist halt nicht der Bahnhof Zoo, sollte einem das zu Denken geben.

War aber eh egal, denn der späte Zug wurde noch durch durch einen anderen Zug boykottiert, der zwar nicht spät, dafür aber ein Güterzug war und quer stand. Was zumindest die Wartezeit auf die Abfahrt dahingehend interessant gestaltete, dass ich ausreichend Zeit hatte mir zu überlegen, wie ein Zug es schafft, überhaupt zum Querstand zu kommen. Und wie man ihn dann auf die Schnelle wieder gerade rückt.

So schnell ging das dann aber auch gar nicht, es dauerte wesentlich länger als gefühlte 45 Sekunden. Zu Denken gab auch, dass vor unserer Abfahrt noch ein weiterer Güterzug ohne Bremsmanöver durch den Bahnhof raste. Vielleicht war das aber Teil des Notfallplans der Bahn, dass der zweite Güterzug mit überhöhter Geschwindigkeit auf den querstehenden trifft und diesen hochkatapultiert. Ähnlich wie bei Colt Seavers, nur dass der querstehende Zug der Jeep von Colt ist und der rasende Zug der im Vorspann stehende, über den der Jeep springt. Wer kann noch folgen?

Da das ganze Manöver in einer Kurve durchgeführt wird, ist ja klar, gerät der hochkatapultierte Zug in eine leichte Schräglage und wird, voilá, wieder gerade auf seine ursprüngliche Position zurückversetzt. Gehen sie dabei nicht über Los, ziehen sie keine Milliarden Euros ein. Nur 117 für meine Abokarte.

Bedenken bereitete die Weiterfahrt dann doch, denn es ging sehr langsam von statten. So langsam, dass ich an der Begründung der Bahn zweifle. Querstehender Güterzug, ich bitte sie. Entweder der ist irgendwann weg (siehe im Vorigen beschriebenes, durchaus mögliches Verfahren) und mein Zug kann fahren oder er ist nicht weg (hätten sie mal im Vorigen beschriebenes, durchaus mögliches Verfahren angewandt) und mein Zug kann nicht fahren. Aber so ein bisschen zuckeln? Da scheint mir ein anderer Grund vorzuliegen.

Vielleicht ein Böschungsbrand. Auch immer eine beliebte "Störung im Betriebsablauf".

Aber jetzt bin ich ja da. Glück gehabt.

Kommentare:

  1. Your blog is great你的部落格真好!!
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    Thank you!!Wang Han Pin(王翰彬)
    From Taichung,Taiwan(台灣)

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  2. die bahn, die bahn ... musste eine zeitlang auch damit immer zur arbeit ... fluch und segen irgendwie. fluch wegen beschriebenen "störungen" (...) – segen, weil ich mehr denn je zum lesen gekommen bin, eine zeit, die man sich ja so selten nimmt und die mir sehr fehlt, verschlinge ich doch zb im urlaub bücher stapelweise ... also, möglichst nie ärgern (ist sowieso nicht gut und bringt nichts, schon gar nicht bei der bahn ...), sondern immer ein gutes buch dabei (sollte man eigentlich generell machen ... gibt ja soviele leere wartezeiten ... an der kasse im supermarkt, beim arzt ... ich glaub, das sollte ich auch mal mitnehmen, auch ohne bahnfahrt ...). lieben gruß :)

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  3. Na immerhin eine Menge Unterhaltung für 117 € Eintrittsgeld.

    Grüße! N.

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  4. Ein Buch ist IMMER am Start. Fast zeitgleich mit dem Hinsetzen ;-)

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