22. Februar 2011

Vegetarische Extrawurst ohne Marzipan

Da die Reisezeit zwischen Wohnraumtür und Arbeitsplatz momentan nicht wie sonst 60 Minuten ÖPNV plus Schusters Rappen beträgt, sondern nur einen Hotelflur plus ein Stockwerk Treppe, optimiert sich die morgendliche Aufstehzeit aufs Vortrefflichste. Klarer Pluspunkt für diese Woche.

Dann jedoch: Kopf auf, Paragraphen rein, Kopf wieder zu. Nun gut, vielleicht noch den ein oder anderen Kaffee und alle zwei Stunden einen Snack. Aber das Hirn arbeitet auf Hochtouren und der Rest ist mit dem sprunghaften Anwachsen des BMI auch gut beschäftigt. Muss ja alles erst verarbeitet und dann transportiert werden, was die Hotelküche so feil bietet.

Apropos Hotelküche. Heutzutage ist es ja kein Manko mehr, Vegetarier zu sein. Sex mit Affen ist da eine andere Sache, aber ich möchte niemanden verurteilen. Hier sind die Angestellten aber sogar so mitfühlend veranlagt, dass die Quotenvegetarierin der Gruppe beinahe auch noch tröstend in den Arm genommen wird, während der Kellner ihr tief in die Augen blickt und fragt, ob sie denn auch zurecht kommt. Geht das zu weit?

Mich fragt nämlich mal wieder keiner, ob ich zurecht komme und dabei gab es weder ein Willkommensschokolädchen auf dem Kopfkissen, noch am Nachtischbuffet. Leider hab ich trotz morgendlicher Lektüre aller verfügbarer Gesetzestexte keine hilfreichen Paragraphen finden können, da Schokoladenesser anscheinend nicht gleichwertig gesehen wird zu ethnischer Herkunft, Geschlecht oder Behinderung. Ist das dann wiederum Diskriminierung? Ich frage nachher mal nach.

Die Marzipanvegetarier, die hingegen werden hier auch klar bevorzugt, denn gestern, als das Buffet leer blieb und man stattdessen à la carte die süße Pracht serviert bekam, da wurde mein Begehren wieder hintenangestellt während andere statt Extrawurst eine Extracrème bekamen. Ungerechtigkeit die zum Himmel schreit.

Ich lege mich hin, um zu leiden. Bis es wieder Zeit zum Essen ist.

Kommentare:

  1. ja, manchmal hat (erstrebenswerte) gleichberechtigung (in dem fall von vegetariern) merkwürdige auswüchse in richtung diskriminierung oder zumindest zurückstellung anderer (hier schokoladenesser) ... du hast mein tiefstes mitgefühl und wäre die karte nicht schon im briefkasten, ich würde dir noch schnell einen cookie dazupacken! (allerdings sind die eigentlich auch schon weg - schokoladenesser werden hier nämlich ganz klar und ohne einschränkung bevorzugt!!)

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  2. Es ist alles verziehen, denn: es gab Mohrenköpfe zum Nachmittagssnack :-)

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