18. Februar 2011

Schwitzen für den guten Zweck

Ab und an überlegt das Finanzsyndikat ja, die steuerlichen Gründe für ein Arbeitszimmer abzuschaffen. Da muss man vorbereitet sein, vor allem, wenn man eins hat. Ich habe keins, aber Anfüte hat eins. Das kann im Fall der Fälle schnell zu Buche schlagen und ein Plan B muss her. Wir haben das mal durchüberlegt.

Aus dem Arbeitszimmer wird eine kleine, feine Herrensauna. Da braucht man gar nicht viel umzubauen, schließlich ist das Zimmer ja schon da und liegt auch praktischerweise gegenüber vom Bad. Dahin braucht man nur ein paar Trittfliesen ins Parkett zu schnitzen, damit die kleinen, feinen Herren nicht alles volltropfen und das Parkett versauen, wenn sie mit umgeschlungenem Handtuch vom Kaltwasserguss zurückkommen.

Man müsste allerdings einen Durchbruch zum Balkon schaffen, schließlich möchte man nicht, dass die kleinen, feinen Herren immer durchs Wohnzimmer müssen. Vom Balkon aus könnte man dann noch eine Rutsche hinunter in den Garten bauen, damit im Winter die Abkühlung per Schneebad möglich ist. Abwechslung belebt das Geschäft ja ungemein. Wie die kleinen, feinen Herren dann wieder zurück in den 1. Stock kommen, muss noch abschließend festgelegt werden. Der Vermieter möchte dazu aber vielleicht auch den ein oder anderen gedanklichen Beitrag leisten, schließlich ist es seine Terrassentür, vor der sie dann herumtollen.

Eine kleine Nebenverdienstmöglichkeit besteht im Unterhaltungsprogramm für Nichtsaunagänger. Ist ja nicht Jedermanns Sache, das Schwitzen für den guten Zweck. Man könnte im Wohnzimmer Sitzgelegenheiten anbieten für Zuschauer, die per Einmalzahlung oder 10er-Karte einen Einblick in Ausblick auf den Balkon genießen möchten. Besonders begehrte Zeitfenster werden da natürlich teurer sein als die Ausschussware, aber das liegt in der Natur des Geschäfts. Wir könnten auch saisonale Erfrischungen anbieten: mal einen Hefezopf, mal ein Erdbeerkuchen, mit Cappuccino oder einem Glässchen Prosecco. Gegen Aufpreis versteht sich, wir sind nicht Mutter Theresa und Tante Inge.

Für die kleinen, feinen Herren sind die nichtalkoholischen Getränke aber natürlich im Preis inbegriffen, der Flüssigkeitshaushalt muss schließlich ausgeglichen werden. Nicht, dass sie umkippen und wir dann noch die Scherereien mit dem Krankenwagen haben. Sind ja auch nicht mehr die jüngsten, die kleinen, feinen.

Ich geh dann mal Fichtenpaneelen kaufen und ein paar heiße Steine.

1 Kommentar:

  1. cati, ich könnte mich kaputtlachen bei dir :) stelle mir gerade die kleinen feinen herren herumtollend in deinem bzw des vermieters garten vor, während oben schaulustige auf deinem sofa hefezopf futtern ... sehr, sehr lustig!! lieben gruß und schönes wochenenden!!

    AntwortenLöschen