30. Mai 2011

Frauenwochenende 2011

Seit zwei vielen, vielen Jahren veranstalten LaMama, die Tante, die Cousine und die Freifrau von und zu Cati Basmati jedes Jahr ein Frauenwochenende. Die Schwägerinnen der Cousinen wurden bisher aus Angst vor anschließenden Scheidungen von den Brüdern der Cousinen nicht eingeladen, was jedoch nicht heißt, dass wir sind gerne dabei hätten. Aber nächstes Jahr ist ja wieder ein Jahr...

Dieses Jahr jagte wie immer ein Highlight das nächste. Es begann mit einem Stau auf der Autobahn, so dass sich die Tante und die Cousine auf dem Weg zum Hotel LaMama mal so richtig miteinander unterhalten konnten. Während Freifrau von und zu Cati Basmati auf der heimischen Couch der Ankunft der Verwandtschaft harrte, musste die 3er-Gruppe jedoch erstmal bei LaMama einen Happen essen und nur das Nötigste an Neuigkeiten austauschen, so dass sie zwar zu spät für das Jazzkonzert was aber eh wegen Kälte ausfiel, aber nicht zu spät für Cocktails die Kaiserstadt erreichten. Doch vor die Cocktails hat Gott den Besuch des Rewe nach 21:45 Uhr gesetzt, kann doch kein Mensch ahnen dass die besucherfreundlichen Öffnungszeiten dem Kauf von Printen insofern im Weg stehen, als dass der Rewe keine hat. Zumindest keine sichtlichen. Ein kurzer Abstecher zu den Punks am Elisenbrunngen beglückte abschließend die Cousine, welche wir nur knapp davon abhalten konnten, sich dazu zu setzen. Ein Kind der Revolution, was soll ich sagen.

Nach einer ländlich-ruhigen Übernachtung südlich der Kaiserstadt glockte es viel zu früh zum Frühstück, da präsenile Bettflucht zwar nie mich, aber die anderen doch schon mal trifft. Das Frühstück wurde untermalt von gekonntem Auftrumpfen mit Geschichten von den Enkel-/Neffenkindern, wobei LaMama und ich zwar nur mit einem, dafür aber formidablem solchen aufwarten konnten. Es steht allerdings weiter unentschieden.

Ein kurzer Ausflug in das erste Schuhgeschäft der Wahl erfüllte das Tantenherz mit Freude, jedoch irritierte schon da das ekstatische Singen aus dem nahegelegenen Park. In welchen es uns zwecks Nahrungsaufnahme zog, schließlich ist das Restaurant dort nicht nur mit charmanten Kellnern, sondern auch fähigen Köchen und großen Portionen bewaffnet. GottseiDank war auf der Terrasse kein Platz mehr in der Sonne frei so dass wir im Inneren nicht mit anhören musste, wie die ekstatischen Jugendlichen per Megafon singend für den Weltjugendtag warben. Zu Hunderten und mittels eines immer gleichen Hallelujah-Liedes wurde rhythmisch der Schellenkranz gebeutelt und ein Tanzkreis betrieben. Wieder und wieder und wieder. Der Weltjugendtag findet zwar erst im August statt, aber da sie sich singend und klatschend bis Madrid tanzen müssen, ist es wahrscheinlich gut, wenn sie jetzt schon losgehen. Lieber früher als später, würde ich sagen.

Ich kann nicht genau sagen, ob die dann eintretenden Gallenkolliken der Tante eine allergische Reaktion auf die Mantra-ähnlichen Gesänge waren oder nicht, aber Zufälle gibts, die gibts gar nicht. Wir flüchteten also in den nächstbesten DM und kauften Handcreme, die kann man immer brauchen. Auch die Printen wurden alsbald besorgt, damit man dann ohne weiteren Erledigungsdruck die Spargelschälmaschine auf dem Münsterplatz bewundern konnte. Ihr merkt schon, ich hab ordentlich Gas gegeben was den städtischen Wettlauf mit dem Austragungsort des letzten Jahres, Bonn, angeht.

Ständiger Begleiter: Hallelujah. Wir gingen in den Dom und wer tanzte im Domhof im Kreis? Wir tranken einen Kaffee und wer schlug den Schellenkranz? Wir kehrten in Richtung Schuhgeschäft um und wer teilte Heiligenbildchen aus, singend? Richtig. Wir nicht.

Als Spätnachmittagsprogramm stand Kino auf ebenjenem, doch im Nachhinein kann ich sagen, dass der Film Der Biber zwar äußerst gut ist, der Stimmung aber doch einen Dämpfer verpasst, vorallem wenn das eigene Karma durch ein Übermaß an akustischen Hallelujahs sowieso schon angekratzt ist. Später am Abend mussten wir auch erstmal eine Katze opfern, um unser Feng Shui wieder auf die Höhe zu bringen.

Am nächsten Morgen zeigten wir uns gnädig und erlaubten Vati Basmati, am Frühstückstisch zu sitzen. Was auch daran gelegen haben mag, dass uns der Cousinenmann ordentlich gerügt hatte, weil es angeblich böse wäre, Vati Basmati auszuschließen. Aber er ist nun mal keine Frau...

Fazit: nächstes Jahr wieder. Mit weniger Hallelujah, aber mehr Sonne.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen