10. Mai 2011

Mit betäubtem Po die Schere schwingen

Dreimal drei macht sechs, widdewiddewit und drei macht neune, soviel Löcher habe ich seit neuestem im Po.

Klingt jetzt irgendwie nicht so richtig interessant, spiegelt aber den Sturmangriff gegen das ISG ganz gut wieder. Und nachdem sich Dr. Andy gestern erfolgreich grinsend seinen Feierabend mit drei Pieksern erarbeitet hatte, zog ich aus, um Nähen zu lernen. Nähkurs 2.0 stand wieder auf dem Programm. Mit betäubtem Po ein Klacks.

Als Nähstreber hab ich mir unter Angabe falscher Tatsachen Vorzeigung der letzten genähten Mari die Erlaubnis erschlichen erwirkt, ein Kleid nähen zu dürfen, während die anderen einem Rock oder einer Hose die Ehre geben. Bis auf eine, die keine Röcke trägt und meint, ihre Zeit nicht mit der Herstellung einer Hose verplempern zu wollen, die dann doch nicht passt. Meinen altklugen Einwand, dass das Selbernähen doch gerade den Vorteil mit sich brächte, Kleidung passend zu schneidern, hab ich schön runtergeschluckt. Sie näht nun eine Kochschürze mit Tasche und Pipapo. Ich bin ein wenig neidisch, vor allem seit wir gestern die kompletten 2 Stunden mit Zuschneiden zubrachten. Wäre ja auch ungeschickt und der Übung abträglich, sofort die richtige Größe auf das Seidenpapier zu übertragen und auszuschneiden. Und an die Nahtzugabe zu denken. Wie heißt es doch so schön: viele Striche auf dem Stoff verderben den Schnitt.

Nun gut.

Letzte Woche hatte es ja geheißen "Wir nähen einen Rock oder eine Hose" woraufhin eine erwähnte, dass sie keine Kleidung nähen möchte und Frollein Nähstreber, dass sie ein Kleid nähen wollte. Woraufhin wir vor gefühlten 2000 Schnittmustern standen und wühlen durften. Ich hatte recht schnell ein Kleid ausgewählt, in dessen Anleitung so hübsche Wörter wie "Schabrackeneinlage" vorkommen. Wer möchte das nicht sein Eigen nennen?

Gestern bestand die größter Herausforderung dann zunächst darin, das ausgesuchte Schnittmuster unter den gefühlten 200 wiederzufinden, denn warum ein eigenes kaufen, wenn man sich auch eins abpausen kann?

Die zweitgrößte Herausforderung war das Abpausen der richtigen Größe und das Übertragen des Schnitts auf den Stoff. Woraufhin ich nun Hausaufgaben aufhabe, weil ich nicht fertig geworden bin. Frau Schürze natürlich schon, sie hat ein eigenes Schnittmuster, welches sie praktisch ausschneiden konnte, anstatt den Kampf mit dem Seidenpapier zu verlieren.

Und so verschieden wie Charakteren, Aussehen, Alter und Ambitionen im Kurs auch sind: alle reckten konzentriert die Zungenspitze gen Nase. Ich freu mich schon auf heute abend, wenn es hausaufgabentechnisch heißt: wieso passt das Seidenpapier nicht mehr auf den ausgeschnittenen Stoff und warum zum Teufel wollte ich nochmal ein Kleid nähen?

Kommentare:

  1. ups, bin ich im nirwana verschwunden?

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  2. Warum im Nirwana verschwunden? Ich kann Dich doch lesen...?

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  3. Nö, nicht meinen ersten, viel viel längeren Kommentar, in dem ich mich darüber wunderte, weshalb ihr in eurem Kurs nicht erst einmal mit den dünneren Teilnehmerinnen übt, bevor ihr die Schwere schwingt ;-)

    Außerdem fand ich deine Wahl, ein Kleid statt eines Rockes zu nähen, vollkommen verständlich. Meine ersten Projekte waren alle Röcke: mit mehreren Bahnen, Ziersteppungen, verdecktem RV, Knöpfen, Drapierungen. Weil Röcke ja das Einfachste sind - dann kam das erste Kleid: mit normalem RV, drei Rockteilen, einem Abnäher und hoppla, ich war schneller fertig als mit einem Rock ...

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  4. Hach... Ich hab jetzt mal den Post-Titel von "SchWere schwingen" in "Schere schwingen" geändert ;-)

    Ich mach nur ein Kleid mit vorne rechts, vorne links, hinten rechts und hinten links und somit vier Nähten und einem Reißverschluss. Ach ja, zwei Abnäher am Rücken, aber ich überlege daraus Löcher für meine Engelsflügel zu machen :-)

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