24. Mai 2011

Nähkurs für Anfänger

Um in den Genuss eine Nähkurses unter fachkundiger Anleitung zu gelangen, könnte man folgendermaßen vorgehen.
  1. Anmelden.
  2. Auftauchen (hier zeigen sich bereits erste Probleme für den ein oder anderen Teilnehmer).
  3. Aus dem vorhandenen Angebot an Nähprojekten eins auswählen.
  4. Stoff kaufen.
  5. Schnittmuster abpausen.
  6. Zuschneiden.
  7. Nähen.
  8. Stunde 4 so fortschrittlich voranschreiten, dass am Ende bereits der Reißverschluss gesteckt wird.
Könnte man.

Man könnte aber auch alles ganz anders anpacken. Um einen Blogpost zu generieren, sozusagen.
  1. Anmelden.
  2. Auftauchen.
  3. Das vorhandene Angebot an Nähprojekten mit Füßen treten und ein eigenes auswählen (Kleid Nr. 123). Ich berichtete.
  4. Natürlich genau das Nähprojekt auswählen, dessen Anleitung auf der Rückseite der Anleitung zu finden ist, die eine andere Teilnehmerin ausgewählt hat. Teilen ist ja so freudvoll.
  5. Stoff kaufen.
  6. Schnittmuster abpausen.
  7. Feststellen, dass man die falsche Größe abgepaust hat.
  8. Von vorne anfangen mit dem Abpausen.
  9. Zuschneiden.
  10. Feststellen, dass man Kräuseln muss. Vorne und an der Seite.
  11. Futterstoff kaufen, damit der vor dem Kräuseln noch rein kann.
  12. Futterstoff einnähen und Kräuseln.
  13. Anruf von der Kursleiterin bekommen, dass sie nicht richtig nachgedacht hat und dass das Futter ja verstürzt werden müsste an den sichtbaren Ausschnitten.
  14. Futter an den sichtbaren Ausschnitten auftrennen.
  15. Nach Brainstorming mit Kursleiterin das Schnittmuster verfluchen und das Futter einfach komplett ignorieren.
  16. Futter komplett raustrennen.
  17. Einkräuseln begutachten und feststellen, dass man nicht Körbchengröße 110 EE hat.
  18. Einkräuseln entfernen und neu kräuseln.
  19. Neidisch auf die anderen gucken, die schon beim Reißverschluss angekommen sind, während man selber immer noch nur vier einzelne Stoffbahnen hat.
Und dazwischen die ganzen Kommentare à la "Du kannst das ja eh schon alles" ignorieren. Immerhin lerne ich so einiges: Nähte auftrennen kann ich nun viel schneller als früher, als ich noch nicht ahnte, dass das Kräuselfadenziehen eine Vorstufe des Auftrennens ist. Kakao bekommt man ausgegeben, wenn die von allen Seiten bestürmte Kursleiterin einen falsch beraten hat. Und Learning by Gucking and Höring ist auch ganz groß dabei. Unauflösliche Knoten zum Beispiel oder wie man wirklich gut Abnäher steckt.

Ich habe aber beschlossen, dass es wieder Zeit für Hausaufgaben ist, damit ich nächste Woche wenigstens mal eine Vorder- und eine Rückseite habe. Eventuell auch schon mit Reißverschluss. Ich habe einen Ruf zu verlieren.

Kommentare:

  1. muss schnell in die küche, daher nur ganz schnell: :-D

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  2. Mh .. das kommt mir irgendwie bekannt vor! Nur war das bei mir mein erster Nähkurs ohne große Vorkenntnisse und ich habe eine Bluse genäht, die ich dann natürlich zu Hause fertig machen musste und die ich, oh Wunder, oh Wunder, nie wieder angezogen habe!

    Du hälst Dich tapfer! Es wird irgendwann ein Ende haben und dann bitte trage das Kleid mit Wonne!

    Liebe Grüße, Sindy

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  3. Ohje ... na dann drücke ich ganz doll die Daumen, dass ein hübsches Kleid draus werden wird!
    Liebe Grüße, Fredda

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  4. Oh ja, die Freuden des Auftrennens sind mir bekannt. Mein roter Nahtauftrenner ist inzwischen mein bester Freund geworden und ich kann mir ein Leben ohne ihn fast schon gar nicht mehr vorstellen... ;)

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  5. Ich bin noch nicht dazu gekommen, mich vorzuarbeiten. Aber heute abend. HEUTE ABEND!!!

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