21. Juni 2011

Was lange währt, muss ja gut sein

Ich will ja jetzt nicht nur den Vögeln die Schuld geben, aber wenn die Piepmätze auf ihrem Lieblingsplatz (dem Bilderrahmen über der Couch) dem zerstörerischen Hobby fröhnen, von der leicht beigen Wand die einzelnen Hubbel der Raufasertapete abzuknabbern, dann führt das nicht nur zu Löchern in der Tapete, sondern auch zu hässlichbraunen Farbtupfern mitten im Blickfeld. Also fährt Familie Basmati in den Baumarkt und kauft ein. Alles. Denn wenn man schon mal anfängt, kann man es auch gleich richtig machen. Und Teile der Tapete abmachen um darunter zu spachteln, um wieder zu tapezieren, um die Wände alle weiß zu streichen, um die Deckenleisten zu streichen und dann auch die ganze Decke, um ein wenig Farbe ins Spiel zu bringen und um sich den Urlaub so richtig zu versüßen.

Gut für die Vögel, dass ich sie doch ganz gern mag.

Ich war zuständig für die Löcher, der geek für den Riss. Jeder hatte seine eigene Tube Moltoirgendwas. Meins hat erstaunlich gute Resultate gebracht. Auch wenn ich zugeben muss, dass das Loch ohne Reparatur nach dem Streichen auch nicht mehr auffiel. Aber ich kann nun sagen: Raufaser Reparatur Moltofill? Klar hab ich damit schon mal gearbeitet, wer denn nicht?


Getting there...


Oh, wo sind all die Möbel hin? Früher stand hier doch mehr als nur eine Couch und drauf ein Tisch? Richtig. Der Rest steht nun im Arbeitszimmer, in der Küche, im Flur und im Weg. Besonders im Weg.


Leider überzeugte der Hinweis, dass wir die Decke mit lichtgrauer Farbe gestrichen hatten - Clean Chic wollte ich es nennen - nicht mal mich selbst. Also auch oben streichen.Macht einen schönen Nacken.


Nach so viel Weiß brauchten wir eine kleine Abwechslung und testeten das Nichtweiß. Bzw. das Abkleben für das Nichtweiß. Denn wer weiß.


Von der Mitte aus gesehen: wer brachte wo das Kreppband an? Richtig. Immer dem ersten Eindruck Recht geben.


Wer braucht schon ganz farbige Flächen, wenn doch rosa Streifen das Zimmer schon so behaglich machen? Meine Planänderungen ("jetzt fertig") wurde vom geek nicht aktzeptiert. Nein, ich lebe nicht in einer Demokratie. Möcht ich nur mal sagen.


Links von der Couch gibt es also nun die "kleine" Fläche, in mutig farbig. Und noch mit Kreppband. Und Zeitungspapier. Und Malerfolie. Hübsch das.


Nach der Enthüllung ist dies die Aussicht von der Couch auf da wo die restlichen Möbel stehen. Bilder der Einrichtung gibt es nicht, wir sind hier doch nicht im Buckingham Palace. Und ihr würdet über unseren kleinen Fernseher lachen und fragen, ob die Fische schlafen, wenn wir das Licht ausmachen. Das täte innen weh.


Wir sind stolz auf uns und unser neues Wohnzimmer. Und urlaubsreif. Und angsterfüllt von der Aussicht, irgendwann alle anderen Zimmer und die Flure machen zu müssen...

Kommentare:

  1. Super sieht das aus! Das macht richtig Lust so was auch zu machen... (zu Mal sie bei uns gerade die Außenfassade renovieren und dabei faustgroße Löcher in unsere Wände gebohrt haben, wo jetzt der Putz abfällt).

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  2. Schick! Den Mut zur Farbe hatten wir beim letzten Renovieren auch, aber und fehlte der Mut zur Streifenoptik (ich habe unseren Klebekünsten nicht vertraut ...)
    Meine Hochachtung! Ihr wollt Euch nicht eine Nebenverdienstmöglichkeit als Maler und Lackierer aufbauen und uns nächstes Jahr beim Umzug helfen?!? *KlimpermitdenAugen*
    Liebe Grüße, Fredda

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  3. WOW!!!

    Sie und Ihr Rücken sind engagiert : )


    s Faultier

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