11. Juli 2011

Brot für die Welt

Seit einigen Monaten ist eine Kollegin nicht mehr nur eine Kollegin, sondern eine Teamkollegin und seit kurz danach auch Büronachbarin. Möchte ich aus meinem Büro hinaus, muss ich übrigens durch ihr Büro hindurch, was das Abholen zum Kaffeemaschinenausflug erheblich vereinfacht.

Besagte Kollegin brachte ganz schön viel Gepäck mit in unser Team, in Form ihres Mannes. Der kommt gerne pünktlich zur Mittagspause zu Besuch und was die beiden dann machen, möchte ich lieber nicht so genau wissen. Auf jeden Fall freut sich der Rest des Teams unglaublich über diese Besuche, denn danach laufen unsere Programme wesentlich schneller, Prozesse sind optimiert und gelacht wurde auch. Wir mögen das Gepäck.

Unser Dank: wir kümmern uns.

Schnell fiel nämlich auf, dass seit dem Zusammenzug mit der Kollegin ab einer Stunde vor der Mittagspause gar herrlich nahrhafter Geruch durchs Büro wehte. Auffällig war dann auch schnell die Abwesenheit des Geruchs an Tagen, an denen sie nicht da war. Investigativ näherten wir uns der Wahrheit: der Hunger zu groß, der Nudelsalat zu lecker, die Kollegin zu schwach. Und schwupp: satt.

Kommt der Kolleginnenmann dann an, ist nichts mehr da, so dass wir uns große Sorgen um seine Ernährung machen. Und da wir überhaupt nicht einsehen, dass hier eine aus dem Team eine Extrawurst bekommt und in Schutz genommen wird - wir sind eher dafür, dass jeder das Überleben im Dschungel erlernen muss - petzen wird. Jedes Mal. Noch lacht er, aber ich denke dass die Tragweite des Geschehens sicher bald zu einer innerfamiliären Rebellion in Form von Nudelsalatforderungen de luxe führen wird. Die wir befürworten, schließlich gibt es noch einiges für ihn zu tun.

Daher auch unsere Bitte: spenden Sie! Ob Reste vom Vortag, Mikrowellengemüse oder Leberwurstbrote: er wird sicher dankbar sein. Der arme hungrige Mann.

Kommentare:

  1. ... gut, er kann eine panierte Rosette Blumenkohl mit Joghurt-Tatar-Sauce von mir haben - grins grins.
    Bitte keine Brauenzieherei: wir haben hier Winter (Australien).

    Morgen: selbstgebackene Foccacia mit 'WAS-auch-immer' reingeklemmt.
    Tunfisch mit Gurken- und Zwiebelringen und etwas Kapern und Oliven schmeckt gut!
    Aber beides erst kurz vor Verzehr zusammensetzen, bitte - sonst watschel-nass!

    Donnerstag, Abend: Alten Semmel-Brot-'Ziegel' (ca. 15cm x ca 8 cm; mit Loch in die Mitte 'gegraben' und aussen rundum leicht eingebuttert - Rinde abraspeln vorher!!)
    Gefuellt und im Rohr kurz gebacken mit was immer nicht ausreichend schnell den Gummi-Baum hinaufkommt.
    Kaese-Bechamel ist aber auch gut; vor allem mit einem Kleks saurer Marmelade im Ziegel-Boden; etwas Salat dazu gefaellig?

    Oder haetten die 'Hoerrrrschaften' vielleicht - zum eigenen Wetter passender - lieber Honigmelone mit Rauchfleisch und hauchduenn geschnittene Baguette/Semmel-Scheibchen, welche mit etwas Rosmarin-Butter bestrichen goldbraun gebacken wurden?

    Haette allerdings auch einen Computer fuer ihn, dem er auf die Spruenge helfen koennte + dem Idioten (mir), der vor ihm sitzt. ;-) :-)

    Einziges Problem: der doooof Versand fuer beides: Futter wie auch Computer Fachmann ;-)

    Finde es wirklich nett, dass ihr auf ein Exemplar des 'Genus not talks muchos' (Bezeichnung fuer Maenner; lt. Aussage einer Freundin von mir) so liebevoll aufpasst. Aber es ist richtig: nette PLUS brauchbare Exemplare dieser Gattung werden immer seltener ;-) :-)

    Liebe Gruesse + ein visueller Euro fuer ihn als Ueberlebens-Support,

    Gerlinde

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  2. Zum Schutz des Mannes muss ich glaube ich alles erstmal probieren ;-) Hört sich SEHR lecker an, kann ich da genauere Details zum Herstellungsprozess haben?
    Und für den Rechner schick ich ihn mal vorbei, allerdings ist er erst noch hier beschäftigt, Du müsstest Dich also ein wenig gedulden...

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  3. ... Geduld ist leicht zu garantieren, denn auch bei/fuer mich gilt Dein 'naechster Tag Post Thema': Dummheit vergeht wirklich seltenst von selbst ;-) :-)

    Die Rezepte:
    Blumenkohl blanchiert in kleinere Stuecke schneiden und wie Schnitzel behandeln. Zur Panade kannst Du sogar auch hier ein paar feine Kaesefloeckchen einarbeiten.
    Zur Panade den geschlossenen Dosentrick anwenden, da sonst endlos fitzelig. D.h.: Mehl in eine Dose, Blumenkohl dazu, schuetteln = Mehl schneller ueberall - hoffentlich nur am Blumenkohl ;-) !
    Ei und Broeselgut genauso in sep. Dosen.
    Uebrigends schmecken Champignons auf diese Tour und mit selbiger Sauce auch nicht schlecht!!!

    Die 'Tatare-Sauce' ist allerdings eigentlich nur eine seeehr entfernte Anlehnung an dieselbe, da ich finde man braucht nicht doppelt moppeln mit den Kallorien. Sie besteht darum eigentlich nur aus Joghurtbasis (Raumtemperatur) mit je einem kl. Teeloeffel Thomy, mild Senf und Maille Dijon Orig. Senf; Salz Pfeffer und einem ganzen Essloeffel geschnittenen Schnittlauch auf ca. 200 ml Joghurt.

    Uebrigends: die Gleiche Senf-Kombination, Salz + Pfeffer und nur einen Teel. Estragon in einen 200/250 ml Sahnebecher einruehren und das Ganze heiss (nicht kochen) machen. Passt zu einigen guten Sachen;
    incl. Spargel ;-).
    Spargel in kleine Kraeuter-Pfannkuchen eingewickelt - lecker.

    Die Brotkoerbe (zu fuellen sogar mit nur Tomaten/Hackfleich-Sauce):
    Mind. ein Tag altes feinpooriges Weissbrot in whatever Form schneiden (aus 'nem Laib kannste logischerweise 'fast' einen Elefanten schnitzen ;-) !)
    Auf ALLE Faelle die Rinde entweder abraspeln oder -schneiden, da diese sonst furchtbar zaeh wird.
    Vorsichtig Oeffnung von oben 'hineingraben' (Kuchengaebelchen lassen sich am besten dafuer nutzen; Waende/Raender von ca. 1/2 cm + reichen).
    Aussen mit fluessiger Butter einstreichen (incl. Boden) auf Backblech oder sonst. ofenfestes kapazitaetfassendes Behaeltnis stellen und mit Kaese-Bechame-Sauce fuellen. Vorher - so daheim oder dranngedacht - wahlweise noch einen kleinen Klecks saurer Marmelade ueber den Innenboden verstreichen;oder eine Scheibe Champignon hineinlegen.
    Das Ganze bei knapp 200 Grad im E-Herd backen bis goldbraun. Dauert nicht lange und die ist auch nur noch zum Farbe kriegen noetig, da Saucen schon heiss in die Brot-Koerbchen hineingegeben werden.
    Salat dazu.
    Chinakohl mit Mandarinenstueckchen und das Ganze mit einer relativ suessen Marinade (evtll. sogar mit Zitronensaft) ist meist im Winter kostenguenstiger.


    ... und weil wir wohl schon so nebenbei bei der Homage an Senf-Varianten sind:
    Probier' mal erst in Miniportion in ca. folgende Kombi als Sauce fuer Steaks.
    200 ml Joghurt (Raumtemperatur) und 2 Essl. grobkoernigen Senf dazuruehren; Salz/Pfeffer?

    O.K., dies war's fuer heute bezueglich 'Kochkurs'.
    Fuer weitere Fragen bitte melden.

    Abschliessend muss ich noch gestehen, dass der 'zu rettende Ehemann' auch bei mir wohl ein aehnliches Schicksal erleiden koennte - staendig Hunger und nur aeusserst schwer mit irgendeiner Uhr als Pace-maker zu vereinbaren = peinlich, peinlich.
    Versucht' aber trotzdem, ihn zu retten ;-)

    Liebe Gruesse,
    Gerlinde

    Ah ja, und den Rest des ausgebuddelten WEissbrotes trocknen, reiben und irgendwann spaeter mit Ei und Gewuerzen nach Wahl (+ Kaese!?) zu einem flauschigem Matsch mischen und in der Pfanne als 'Schnitzel' herausbraten!

    'Pseudo-Tatare' schmeckt auch gut zu SChinken-Scheiben oder kalter Huehnchenbrust (oder Putenwurst) mit Broetchen dazu im Buero!

    Plan gleich mal etwas Lauf-Training ein, ja? ;-) :-) wenn Du mit all diesen Rezept-Probierereien fertig bist.

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