10. August 2011

Die rosa Blüte scheint in mein Herz

Gestern fühlte ich mich außerordentlich sportlich. Bis ich beim Sport ankam. Es galt, einen neuen Rückenkurs auszuprobieren und Muskeln zu stärken von denen man nicht mal ahnte, dass man sie hat. Ich sag mal so: ich hab den Kurs bezahlt, da geh ich dann jetzt auch hin.

Wäre der Rückenkurs eine Schule, bekäme ich in Betragen eine Sechs. Vorausgesetzt, jemand hätte meine Gedanken lesen können, denn da die anderen Teilnehmer sich stumm ihrem Schicksal ergaben, schien es mir unangebracht, mich laut zu äußern.

Ganz besonders bei den letzten fünf Minuten, die dem Thema "Entspannung" gewidmet waren.

Da liegt sie also auf einer Decke, hört sphärischen Klängen zu und lauscht der betörend ablesenden Stimme der Trainerin.

Sie stehen am Rand eines blühenden Rosenfeldes. Ist die Decke eigentlich tapeziert? Da sind so komische Blasen an einigen Stellen, den Handwerker würde ich nochmal zum Nachbessern rufen. Sie laufen durch das Feld auf einem Weg. Wie genau meinen Sie jetzt "laufen"? Eher schnell wie in "flüchten" oder langsam wie in "schreiten durchs Blütenmeer"? Ich bin verwirrt und bleibe innerlich lieber stehen. Sie bleiben an einer ganz besonders schönen rosa Blüte stehen. Gut dass ich schon stehen geblieben war. Bleibt nur zu hoffen, dass ich an der richtigen Blüte stehe. Andererseits ist das hier mein Kopf und somit mein Blütenmeer, da kann ich ja entscheiden, wo die schöne rosa Blüte steht. Rosa als Rosenfarbe ist mir allerdings ein Rätsel, warum betrachte ich nicht eine besonders schöne rote Rose? Sie spüren, wie von der schönen rosa Blüte eine Wärme in ihren Arm strömt, bis zum Herzen hin. Sind das eigentlich offene Sicherungen da an der Decke? Wer weiß, was hier strömt. Die Wärme strömt durch ihre Fingerspitzen und Sie können sie prickeln sehen. Ich sehe hier Sicherungen und auch Steckdosen an der Turnhallendecke. Das wäre mir persönlich zu hoch für eine Steckdose, aber bin ich Architekt? Nein.

Ich fürchte, dass ich dann eingeschlafen bin, denn erst der Klangschalengong konnte mich von den Steckdosen losreißen.

Nehmen wir zu meiner Verteidigung an, dass gestern nicht mein Tag war, dass die Übungen eher lasch waren, dass die Trainerin mir unsympathisch war und ich nicht wusste, dass der Rückenkurs so esoterisch enden würde. Ich bin gespannt auf nächste Woche und werde vorbereitet sein. Sprich: zweites Paar dicke Socken und eine Decke, in der ich mich am Ende einwickeln kann. Und die Trainerin ist dann auch in Urlaub. Alles wird gut.

Kommentare:

  1. Kenn ich: Rückenkurse mit esoterischem Weggedämmere am Ende sind auch nicht meins. Ich spür da immer nix, außer aufkeimende Aggression. Naja.

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  2. köstlich.! dann bin ich mal gespannt, wieviel sträuße du noch so zusammenpflückst im laufe des kurses ... :)

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  3. Oohh, das kenne ich - allerdings vom Yoga. Die "Entspannnung" endet bei mir auch immer so, das ich mich frage, wann es endlich vorbei ist. Alle anderen schnarchen so vor sich hin und ich zähle die Sekunden, wann ich endlich die Augen aufgemacht habe ... habe mich gerade köstlich amüsiert :-)

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  4. Fürs nächste mal vielleicht schnell noch paar Ohrstöpsel einpacken .... ;-)

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