22. November 2011

Neulich auf dem Amt

Also nicht direkt AUF dem Amt, aber am Telefon des Amts.

Frau Basmati hat ein Begehr und hofft, bei einem Amt der Kaiserstadt geholfen zu werden. Wurde ja schon in der Werbung versprochen, dass einem da geholfen wird. Ich rufe also an der Rezeption der Ämter an, weil ich die Durchwahl nicht weiß und hoffe, dass mir irgendwer zumindest ansatzweise helfen kann. Vorsichtshalber habe ich einen Kaffee parat gestellt und ein paar Schnittchen, Warteschleifen können hungrig machen.

10 Minuten später bin ich so irritiert, dass ich nur noch zitternd die weiße Rauhfasertapete des Büros anstarren und nicht mehr arbeiten kann. Hoffentlich geht das bis zum Feierabend wieder weg, sonst verpasse ich noch zitternd meinen Zug.

Und das kam so:
  1. Die Vermittlung hört sich mein Begehr an und weiß prompt, wer mir da helfen kann.
  2. Die Vermittlung möchte mich verbinden, teilt mir aber vorher Durchwahl und Name der hilfreichen Helferin1 mit, für den Fall, dass das Durchstellen nicht funktioniert.
  3. Das Durchstellen funktioniert und die hilfreiche Helferin1 am anderen Ende weiß sofort, wie sie mir helfen kann.
  4. Die hilfreiche Helferin1 schlägt vor, dass ich meinen Plan geringfügig ändere, da ich dann zwei Termine - den ursprünglich gewünschten und den von dem ich noch nichts wusste - in einem kombinieren kann.
  5. Die hilfreiche Helferin1 verspricht mich zu verbinden, teilt mir aber vorher Durchwahl und Name der hilfreichen Helferin2 mit, für den Fall, dass das Durchstellen nicht funktioniert.
  6. Außerdem gibt sie mir eine Liste mit den Dokumenten, die ich später für Termin 3 brauche, um den ich mich frühestens im neuen Jahr gekümmert hätte.
  7. Das Durchstellen funktioniert und die hilfreiche Helferin2 am anderen Ende weiß sofort, wie sie mir helfen kann.
  8. Die hilfreiche Helferin2 schlägt vor, mich mit dem hilfreichen Helfer3 zu verbinden, dann könnte ich den Termin direkt mit ihm vereinbaren und müsste nicht von ihr nochmal zu ihm geschickt werden.
  9. Vorher teilt sie mir aber noch die Durchwahl und den Namen des hilfreichen Helfers3 mit, für den Fall, dass das Durchstellen nicht funktioniert, da er in Terminen nicht ans Telefon geht.
  10. Außerdem gibt sie mir den Tipp, auf jeden Fall meine Telefonnummer zu hinterlassen, falls er nicht ans Telefon geht, da er dann sofort nach dem Termin zurück ruft.
  11. Das Durchstellen funktioniert und der hilfreiche Helfer3 am anderen Ende weiß sofort, wie er mir helfen kann.
  12. Er zählt auf, was ich mitbringen muss und gibt mir einen Termin zur von mir gewünschten Uhrzeit, die ein Arbeitnehmer ohne Urlaubstag verschmerzen kann.
Alles paletti in weniger als 10 Minuten.


Nicht, dass ich Vorurteile hätte, was städtische Ämter angeht, aber ich glaube schon fast, dass ich gar nicht auf dem Amt angerufen habe, sondern bei Verstehen Sie Spaß. Das ging alles zu glatt.

Kommentare:

  1. Garantiert haben die heute so eine Art Notfallsimulation, bei der alle Gespräche abgehört und hinterher ausgewertet werden. Kann nicht anders sein...

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  2. Es handelt sich dabei nicht um das Arbeitsamt, soviel steht nach dieser Geschichte fest.

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  3. Na, is doch klar. Die haben es mit werdenden Mütter zu tun und könne sich keine Hormongeschängerten Escapaden leisten, wer soll sonst später den Beamten ihren Ruhestand versüßen!

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  4. Ganz klar: die haben hier mitgelesen und wollten sich die Blamage ersparen, von Dir DISKRET in einem Artikel auseinander genommen zu werden!!!

    Gruß,
    Papagena

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  5. Ach Papagena, ich weiß GAR NICHT, was Du meinst! Ich bin doch die Diskretion in Person?!

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