9. Dezember 2011

Entstressen für Fortgeschrittene

Kurz vor Quartalsende ist auch kurz vor dem Christkind Wulfhild und somit kurz vor Unruhe was wirklich dunkle Muttermale angeht. Also ein bisschen Panik in die Stimme gelegt und vor gefühlten 20 Jahren - echten 8 Wochen - der Sprechstundenhilfe des Hautarzttempels ans Herz gelegt, mir einen Termin zu verschaffen. Tat sie dann auch widerwillig.

Der war neulich. Und kurz vor Quartalsende nimmt das Frollein Doktor Hautarzt gerne auch noch ein Schnippelchen mehr in ihren Schnippel- und Brutzeltag auf, womit ich nur eine Woche später zum Schnippeln bestellt wurde.
Der sieht jetzt nicht falsch aus oder so, aber ich an ihrer Stelle würde den wegmachen lassen, nicht dass der sich noch aktiviert, wenn gerade jemand anders diesen Teil ihres Körpers mehrfach am Tag nutzen möchte.
Sehe ich ein, was fott is, is fott.

Und jetzt weiß ich endlich, warum ich doch die Terminzettelchen der Sprechstundenhilfen dieser Welt in Anspruch nehmen sollte, anstatt alles direkt im Taschenkalender zu notieren.

Besagter Spontantermin wurde für viel zu früh morgens vereinbart mit dem Hinweis, dass man sich melden würde, wenn etwas späteres frei werden würde. Was ja häufig passiert, dass Menschen ihre mühsam ergatterten Hautarzttermine freiwillig abgeben. Jaja.

Frollein Basmati steht also viel zu früh morgens in der Praxis, grüßt laut und höflich und wartet geduldig, bis die Sprechstundenhilfen ihre Gespräche beenden und sich der Existenz der Frau Basmati annehmen. Nicht unbedingt beflissentlich freudig, aber immerhin annehmen. Man freut sich dort auch schon über die kleinen Dinge.

Nein, es gäbe keinen Termin für mich.

Doch, doch, den haben Sie mir ja letzte Woche noch mitgeteilt.

Aber man habe ja anrufen wollen.

Nein, nein, nur wenn was späteres frei geworden wäre. Jetzt habe man keinen Termin für mich.

Doch, doch, Sie haben mir ja auch einen Zettel mit diesem Termin geschrieben.

Aber wir wollten ja anrufen, wenn was frei würde.

Richtig, wurde aber anscheinend nicht, daher der ursprüngliche, viel zu früh am Morgen gelegene Termin. (Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, den Zettel rauszuholen, aber das fiel mir erst später ein...)

Aber wir haben Sie ja nicht angerufen, wir haben jetzt nichts frei.

Und dann mein Glück und der Grund für Girl-Fight-nach-Feierabend:
Sprechstundenhilfe Nr. 2 war dumm schlau genug, meine Karteikarte zu holen in die Frau Doktor höchstpersönlichst und deutlich notiert hatte, dass ich um 8 Uhr zum Schnippeln antreten sollte.

Betretenes Schweigen.

Ja, dann gehen Sie doch schon mal in den 2. Stock rauf, es kann aber dauern.

Tat es dann auch. Bis 9 Uhr. Aber das reichte für alle Frauenzeitschriften. Das Schnippeln ging dann deutlich schneller, um 9:15 Uhr stand ich wieder im Regen.

Hätte ich wissen können, Erfahrung macht ja bekanntlich schlau, aber was soll ich sonst so früh morgens schon machen? Und ich gelobe feierlich, ab jetzt immer den Zettel zu nehmen. Obwohl ich schon so einen hübschen Kalender für 2012 gekauft habe. In den schreib ich dann heimlich rein. Zuhause, wo es keiner merkt.

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