7. März 2012

2. Brief an Alma

Liebe Alma,

hast Du jemals nicht bei uns gelebt? Ich kann mich nicht daran erinnern. Es ist, als wärest Du schon immer ein Teil unseres Lebens. Ich nehme das als ein gutes Zeichen.


Heute bist Du erfolgreich zwei Monate alt geworden und als ich neulich bei der Badewannenkampfsporttruppe Fotos von Dir gezeigt habe war ich erstaunt, wie groß vor nur wenigen Wochen all die Strampler an Dir aussahen, aus denen Du jetzt schon rauswächst. Auch das ein gutes Zeichen, denn anstatt nur Speckröllchen an Hals und Beinen zuzulegen wächst Du anscheinend auch in der Länge. Und: Du bist offiziell kein Minimini mehr, denn wir mussten auf Pampers Größe 2 aufrüsten. Wir haben aber eine von den ganz kleinen aufgehoben und in die Erinnungsbox getan, zu Deinem Namensband aus dem Krankenhaus und den ein oder anderen netten Erinnerungen an den Anfang unserer kleinen Familie.

Es fühlt sich übrigens komisch an, Dich beim Namen zu nennen, kleine Alma. Meistens bist Du eher Mäuschen, Spätzchen, Speckhals oder Das dicke Kind. Aber ich wollte eigentlich eher davon erzählen, was Du alles gelernt hast im letzten Monat.

Du kannst lächeln. Das ist wohl die größte Freude gewesen, als wir plötzlich feststellten, dass Deine Mundwinkel nicht mehr nur versehentlich nach oben zucken, sondern Du uns groß und breit angrinst. Oder meine Brust, direkt nach dem köstlichen Gelage. Da geht einem das Herz auf, ehrlich. Es wäre allerdings schön, wenn Du uns das mal fotografisch festhalten ließest.

Maniküre. Fingernägelschneiden bei Dir ist übrigens weitaus entspannter als Krallen beim alten Fritz stutzen, vielen Dank dafür. Allerdings hab ich das bisher immer gemacht wenn Du geschlafen hast, das kann geholfen haben. Hauptsache ist, dass Du nicht mehr wie ein Mitglied einer schlagenden Studentenverbindung aussiehst. Ohne Schmiss ist schon schöner.

 

Außerdem haben wir endlich die Welt des Tragens entdeckt, erst in Form eines Tuchs zum frickeligen vor den Bauch binden, dann in Form einer Manduca-Trage. Ich sag nur: Steckschließe Du mein Freund, knickknack. Übrigens auch eine Sache, bei der Du direkt einschläfst, Du liebstes aller Kinder, denn der Kinderwagen ist laut Mamas Ohren manchmal doch die schönste Erfindung. Demnächst können wir dann hoffentlich auch mal längere Trageausflüge machen, denn bisher bist Du uns noch zu wackelig im Rücken und man ist ja vorsichtig als Neueltern.

Was noch? Massieren. Ich berichtete. Auch zuhause bist Du ein großer Fan vom öligen Flutschen, was Dich 100%ig zu einem Kind Deiner Eltern macht. Aber das überrascht jetzt nicht sonderlich, das war abzusehen. Zum Glück müssen wir aber nicht ständig Deinen Bauch massieren, denn das schlimme Pupsen und Drücken scheint bis auf das ein oder andere Mal an uns vorbei zu gehen. Vielen Dank, Schicksal.

Durchschlafen. So nennt man das doch, wenn das Kind wirklich ganze sechs Stunden am Stück schläft, oder? Du krähst nicht mal laut genug zwischendurch, um das Babyfon zu aktivieren, also nehmen wir an, dass Du wenn überhaupt nur ein bisschen im Schlaf brabbelst.

Einschlafen hast Du allerdings verlernt, denn das ist in den letzten Wochen etwas spektakulär geworden. Da wird gekräht und geweint und gebrüllt und vor lauter Müdigkeit weißt Du gar nicht wo hinten und vorne ist. Aber sobald die Äuglein zugefallen und die Ärmchen schwer geworden sind wachst Du auf und es geht von vorne los, denn Gott bewahre, wer wird sich kampflos dem Teufel Schlaf hingeben? Das darf sich ruhig wieder ändern, ich würde sogar das Durchschlafen eintauschen.

Und nachdem jetzt anscheinend alle Deine Fans durch sind mit Feststellen, dass Du Deinem Papa wie aus dem Gesicht geschnitten bist, können wir heimlich weitere Ähnlichkeiten feststellen. Die Linien in Deinen Handflächen sehen aus wie bei ihm und seine Zehen hast Du auch geerbt. Das Kinn ist immer noch meins, finde ich, aber mich fragt ja keiner. Ich bin gespannt, wie das weitergeht und wie Du aussiehst, wenn Du vom Baby zum Kind wirst. Aber kann ich bitte trotzdem die Zeit anhalten?

Mäuschen, vielen Dank für diesen wundervollen Monat.
In Liebe,

Mama

Kommentare:

  1. Hach
    Schön, wie Du das schreibst und die Biolder sind so........ hach

    Lg, Sabine

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  2. Glückliche Alma! Dir wird das Herz aufgehen, wenn Mama dir den Brief gaaaaanz viel später mal zeigen wird. lg

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  3. Das mit dem Schmiss scheint eine weitverbreitete Disziplin zu sein :)! Und was die Ähnlichkeit angeht: Der Sohn von unseren Freunden sah bis vor kurzem auch seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten aus... Aber am Sonntag waren wir mal wieder da und auf einmal habe ich da die Mutter gesehen... Und er ist jetzt schon 7 Monate alt... Es besteht also Hoffnung :)! Liebste Grüße, Fee

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    1. Ach, das geht schon, schließlich finde ich den geek gar nicht abstoßend ;-)
      Hauptsache sie wird auch so schlau wie er!

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  4. heul. miene sind schon so gross im vergleich zu deiner maus.
    http://www.ambientedirect.com/de/alias-500-segesta-armlehnstuhl.html
    da gibt es den stuhl. ich liebe diese stühle. total bequem, vor allem mit kind auf dem schoß.
    love
    julia

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  5. Liebe Cati,
    das war schon sehr schön und lustig mitlesen zu dürfen. meine ist gerade mit dem studieren angefangen, komisch, hatte doch auch gerade erst mit dem Kindergarten aufgehört. ja das geht ganz schnell. SPEckHALS finde ich gut, lach...wie gesagt hier mitlesen ist schon was besonderes in der blogger welt...danke fürs zum lachen bringen und viele grüße, silvi

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    1. Danke für das Lob, das freut mich total :-)

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