27. Juni 2012

Ein Dank an den Erfinder des Kaffees

Wegen der bereits gestern angesprochenen Wochentagsalleinerziehung hat gestern niemand auf mich aufgepasst und als Wulfhild im Bett war, waren da nur ich und die Chips. Und die Haribotüte. Für uns drei war kein Platz in dieser Wohnung. Außerdem hat mir niemand gesagt, wann ich ins Bett gehen soll. Ich ging also vorsichtshalber später. Nicht dass ich noch was verpass'.

Dementsprechend schlecht hab ich geschlafen, das geht immer ratzfatz. Um 2 Uhr hab ich ein bisschen den Radiowecker angestarrt und versucht, ob ich die roten Leuchtziffern hypnotisieren kann. Kann ich nicht.

Um 6 Uhr werde ich freundlich vom geekschen Wecker geweckt, der jetzt zerschellt in tausend Kristallteile im Garten liegt. Da wir da nie hingehen, weil der zu klein, zu dunkel und zu nass und zudem zur Zeit auch mit einem Fassadensaniergerüst vollgestellt ist, wird der in tausend Kristallteile zerschellte Wecker da auch liegen bleiben. So wahr ich Cati Basmati heiße. Und ja, der geek ist gar nicht da und musste auch nicht um 6 Uhr aufstehen. Das war gestern. Gestern war auch der Tag, an dem er den Wecker nicht ausstellte. Ich lerne das nie und bin zum Glück vergesslich, so dass er seiner Rückkehr gefahrlos entgegensehen kann.

Um kurz nach der 6 Uhr Misere wird Wulfhild wach. Da sie sich weigert, in unserem Zimmer zu schlafen, ist das meist nicht schlimm, wenn sie wach wird und mit der Chorprobe anfängt, aber heute hat die Chorprobe länger gedauert und war auch stimmgewaltiger, so dass ich vermute, dass bald eine internationale Konzerthaustour ansteht. Karten können über amiando bestellt werden. Sie sind ganz schön teuer, aber man bekommt auch was für sein Geld.

Um 7:25 Uhr gebe ich auf und hole die Madame ins große Bett. Mein Plan sah vor, dass wir noch eine halbe Stunde gemütlich kuscheln und vor uns hin röhren, bis ich die Augen öffnen kann. Frühstück dann wie immer sie um 8 Uhr und ich um 9 Uhr. Wulfhilds Plan sah anders aus.

Zum einen befindet sich die Chorprobe nun direkt neben meinem Ohr, zum anderen ist Wulfhild ja in einer Doppelrolle aktiv: sie singt alle Soli UND dirigiert. Erinnert Ihr Euch übrigens, wie schnell die Fingernägel dieser kleinen Menschlinge wachsen? Zu schnell. Während also nun Fingernagelkrallen unkontrolliert in mein Gesicht gerammt werden - sie ist sehr emotional, wenn es um's Dirigieren geht - höre ich draußen auch schon meine Freunde die Fassadensanierer.

Der Tag kann kommen, von hier nur noch bergauf.

Kommentare:

  1. Hilft es dir, dass ich mich sehr amüsiert habe :)?!

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  2. Eine lustige Braut? Das hab ich noch nie gehört, find ich aber gut. Meine Frisörin hat gesagt, sie will mich dann unbedingt mit der Frisur und dem Kopfschmuckdings fotografieren, weil ich "nicht mehr ganz normal" bin. Beides besser als Prinzessinnenbraut mit Perfektionismuswahn. :)

    Ich hab mich auch amüsiert. Macht Dich aber auch nicht ausgeschlafener, oder? ;)

    Liebe Grüße

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  3. Oweia, ich erinnere mich dumpf an solche Nächte, über zwanzig Jahre her und irgendwie fühle ich mich bei dem Gedanken daran sofort wieder müde :o) Geh mir jetzt den Kaffee holen... Seufz, was geht es mir jetzt gut und dir in ein paar Jahren auch besser! Liebe Grüße Schweinchen Schlau

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  4. Immerhin scheint es bei Euch nicht fad zu sein, ;-).

    (Und wenn Wulfhilds Konzert die Fassadensanierer übertönen kann, bin ich nahezu neidisch, denn auch vor meinem Fenster werkeln Fassadenbauer... und das ist LAUT!).

    So long,
    Corinna

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  5. Cati: Schulter zum selbst Ausheulen noetig?
    Hier: Streicheleinheiten ueber die Haare plus 'Kopf hoch'-Finger-Schupser unter's Kinn PLUS
    GANZ liebe Gruesse,
    Gerlinde

    Btw., hast neuen Fan: meinen GoeGa. Er hat sich gekringelt ueber Deine Beschreibung von 'zu engem gemeinsamen Wohnplatz' fuer o.g. Sachen! ( auch wenn er Dich "Moerder" genannt hat!)

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    1. Dazu fällt mir ein: Meat is murder. Tasty, tasty murder...

      ;-) Einen Gruß an den GoeGa!

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  6. Ach, es wurde doch noch ein guter Tag. Tage die neben Wulfhild beginnen, sind immer gut!

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  7. ... schaetze, das wird auch noch einige Jahre so bleiben. Auch wenn Du Dich in spaeteren Jahren sicher das eine oder ander Mal fragst ueber sog. 'eigene fruehere Bloedheit von Einsatz' fuer einen vermeintlich undankbaren oder sonst nicht nach 'der eigenen Nase funktionierenden' Youngster! ;-)
    Trost hierzu: schon die griechischen Philosophen hatten ihre fassungslosen Denk- und Zweifelphasen zu ziemlich aehnlichen Themen!
    Und 3 x darfst Du raten, wie oft meine eigene Mutter sich mitunter noch immer damit graemt!
    Mutter ist halt ein Job ohne Pensionierungsaussicht - bis ins Grab; und Gedanken um den was auch immer 'aeltlichen' Fratzen kann man auch NIE per Knopfdruck abschalten (nur verschieben bzw. ueberdecken durch Ablenkung).
    Du machst das schon - Hauptsache 'das Uebungs-Objekt' kam ueberhaupt schon mal zur Funktion (auf die Welt!)

    Liebe Gruesse,
    Gerlinde

    Btw., Hubby ist da ja etwas 'seltsam' mit Suessigkeiten in Tueten. Erst 'tantrumt' er um deren Freiheit und dann ..... setzt bei ihm immer ziemlich bald dieser 'graessliche, moerderische Jagd-Trieb' ein! Ich glaube, es war eher der Neid, welcher ihm bei dem Wort 'Moerder' durch's Gehirn schoss. Kurz danach suchte er naemlich fuer 'Test-Objekte' im Kuechenvorratsschrank, WIE platzraubend die sich wirklich im Zusammenleben mit Menschen doch wohl auffuehren wuerden - er stimmt Dir zu: kein Platz fuer beide im Hause! ;-) :-D

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